Unter dem Motto „Vereint in Stuttgart“ findet am 31. Dezember auf dem Schlossplatz laut der Stadt „eine Mega-Party“ statt. Um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten, soll am Silvesterabend nur eine Rakete vor dem Neuen Schloss in Richtung Schwerelosigkeit starten – und zwar die mit Major Tom an Bord. Peter Schilling wird auf der Bühne seinen Megahit aus den 80er Jahren präsentieren, ansonsten sollen „faszinierende Lichtinstallationen“ für einen beeindruckenden Jahreswechsel sorgen. Ein Feuerwerk wird es nicht geben. Auch Besucher sollten auf das Anzünden von Böllern und Raketen verzichten – das ist an Silvester in der Innenstadt auch in diesem Jahr verboten und kann teuer werden.
Was hat die Stadt genau angeordnet?
Um die Besucher zu schützen und die Verletzungs- und Brandgefahr zu minimieren, hat die Stadt Stuttgart in Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Stuttgart eine Polizeiverordnung erlassen, die das Abbrennen und Mitführen pyrotechnischer Gegenstände innerhalb des gesamten Cityrings verbietet. Das Verbot gilt am Silvesterabend von 18 bis 3 Uhr – und zwar für alles, was über ein Kleinstfeuerwerk der Kategorie F1 hinausgeht. So sind etwa Wunderkerzen, Knallerbsen, Brummkreisel oder Springteufel gestattet, Klein- bis Großfeuerwerk (Kategorien F2, F3 und F4) dagegen nicht. Darunter fallen alle klassischen Silvesterraketen und Böller wie auch Vulkane und Batteriefeuerwerke sowie noch explosivere Pyrotechnik im Sinne des Sprengstoffgesetzes.
Was ist untersagt, was ist erlaubt?
Welche Strafen drohen?
Mitgebrachtes Feuerwerk wird beschlagnahmt und unbrauchbar gemacht. Außerdem drohen Platzverweise und Geldbußen – je nach Schwere des Verstoßes von 200 bis 5000 Euro. Sowohl der Sicherheitsdienst der Silvesterparty auf dem Schlossplatz als auch die Landespolizei kontrollieren die Einhaltung des Verbots. Die Verbotszone reicht vom Arnulf-Klett-Platz am Hauptbahnhof bis zum Rupert-Mayer-Platz hinter dem Gerber. Weitere Grenzen stellen die Konrad-Adenauer- und die Hauptstätter Straße sowie die Theodor-Heuss- und die Friedrichstraße dar.
Wo genau verläuft die Verbotszone?
Reduziert das Verbot die Zahl der Feuerwehreinsätze?
Bei früheren Jahreswechseln wurden Feuerwerkskörper auf gut gefüllten Plätzen innerhalb des Cityrings, insbesondere am Schlossplatz, in die Menge geworfen und Personen verletzt. Solch ein Szenario soll verhindert werden. Die Arbeit wird der Feuerwehr dennoch nicht ausgehen, sie bereitet sich intensiv auf die Silvesternacht vor, die als arbeitsreichste Nacht des Jahres gilt. Vor einem Jahr wurden die Kräfte zu 72 Bränden gerufen – hauptsächlich handelte es sich um brennende Mülleimer, Hecken, Weihnachtsbäume und Unrat. „Es mussten aber auch mehrere größere Einsätze abgearbeitet werden, bei denen durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr größerer Schaden verhindert werden konnte“, sagt Daniel Anand, Sprecher der Branddirektion.
Gibt es weitere Feuerwerksverbotszonen in Stuttgart?
Nach dem Sprengstoffgesetz darf in ganz Deutschland Pyrotechnik grundsätzlich nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern und Alters- und Kinderheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden abgebrannt werden. Die Verordnung zu überwachen ist in in einer Großstadt mit mehr als 600 000 Einwohnern aber schwierig. Besser sieht es an der Grabkapelle auf dem Württemberg und am Schloss Solitude aus, auch dort gilt ein Feuerwerksverbot. Um den Schutz von Besuchern zu gewährleisten und Schäden an den historischen Monumenten zu verhindern, wird dort Sicherheitspersonal kontrollieren. „Und natürlich dient die Maßnahme auch dem Schutz der Umwelt. Überreste von Feuerwerk – Raketen, Böller und Fontänen – sind eine Belastung für Wald und Wiesen. Dem wollen wir vorbeugen“, erklärt Stephan Hurst, der als Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg auch für die Grabkapelle und das Schloss Solitude zuständig ist.
Ist das Verbot an der Grabkapelle und am Schloss Solitude neu?
Das Feuerwerksverbot hat schon eine gewisse Tradition bei den Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. In den letzten Jahren wurde es gut angenommen. „Wir freuen uns, wenn die Besucherinnen und Besucher den tollen Ausblick genießen, den unsere Monumente bieten“, sagt Hurst. „Jedoch gibt es auch in diesem Jahr wieder einige Regeln zu beachten, um eine gelungene Silvesternacht zu garantieren. Hier zählen wir auf unsere Gäste.“ Erneut hofft er auf die Vernunft der Feiernden. „Wir wollen die beiden Monumente offen halten, doch dafür brauchen wir die Mitarbeit aller.“ Die Grabkapelle selbst ist in den Wintermonaten für Besucher geschlossen, das Gelände ist tagsüber aber frei zugänglich. Schloss Solitude ist am 31. Dezember geschlossen, der Außenbereich ist aber zugänglich.