Erschließung des Neubaugebiets Korntal-West Der Acker ist längst keiner mehr

Einst Acker, bald Wohngebiet: Die Erschließung des 11,5 Hektar großen Geländes Korntal-West unterhalb des Grünen Heiner kommt voran. Foto: Jürgen Bach

Seit dem Beginn der Erschließung des Neubaugebiets Korntal-West in Korntal-Münchingen hat sich auf dem Gelände viel verändert. Die Arbeiten werden Stand jetzt aber ein wenig später als geplant abgeschlossen sein.

Leonberg: Stefanie Köhler (koe)

Korntal-Münchingen - Es ist Halbzeit bei der Erschließung des Neubaugebiets Korntal-West. Die Arbeiten mit Kosten von mehr als sechs Millionen Euro begannen am 17. Dezember 2019 mit dem Baggerbiss. Seitdem hat sich auf dem 11,5 Hektar großen Gelände viel getan. An der westlichen Grenze des größten Stadtteils von Korntal-Münchingen leben einmal rund 1000 Menschen in 445 Wohneinheiten.

 

Nach derzeitigem Stand enden die Erschließungsarbeiten drei bis vier Wochen später als geplant: im November statt Oktober 2021. Darüber informierte Andreas Klaus kürzlich den Gemeinderat. Klaus ist der Geschäftsführer des Erschließungsträgers, die GkB – Gesellschaft für kommunale Baulanderschließung. Der Grund für die Verzögerung ist, dass das Wohngebiet nicht nur mit Nah-, sondern auch mit Fernwärme versorgt wird. Dass auch Fernwärme installiert wird, sei vergangenen Dezember noch unklar gewesen, sagte Andreas Klaus. Die Straßen könnten erst zugemacht werden, wenn auch die Fernwärmeleitungen verlegt sind.

Andreas Klaus schließt nicht aus, dass die drei bis vier Wochen wieder reingeholt werden. Es könne aber auch noch mehr Zeit verloren gehen. Man wisse grundsätzlich nie, wie gut oder schlecht Bauarbeiten in den Wintermonaten vorankommen. Das hänge von der Witterung ab.

Bald müssen Amphibien umziehen

Im nördlichen und südlichen Teil des Gebiets ist weitgehend die Kanalisation fertig und die Versorgungsleitungen liegen. Die Verlegung der Nahwärmeleitung soll bis Ende des Monats abgeschlossen sein. Die Arbeiten an den Regenrückhaltebecken westlich der Bahnlinie und an den südlich gelegenen Kaskaden sind auch erledigt. Derzeit sind die Kaskaden im nördlichen Bereich dran. Die Bauarbeiten an der Hermann-Hesse-Straße beginnen im Januar und dauern etwa drei Monate. Danach gehen die Arbeiten am Lotterberg los.

Zwei Drittel der Gärtnereien sind schon weg. Der Rest wird abgebrochen, sobald die Amphibien im Bereich Lotterberg umgesiedelt sind. „Das neue Habitat ist fertig, sodass ein Umzug möglich ist“, sagte Klaus. Man müsse die Winterruhe abwarten und Temperaturen von fünf, sechs Grad plus haben. Das Ersatzhabitat ist südlich der Strohgäubahn.

Mittlerweile hat der Gemeinderat auch die Leistungen für die Errichtung der Außenanlagen vergeben. Für rund 1,2 Millionen Euro werden nächstes Jahr die Kaskaden, der Spielplatz, die öffentlichen Grünflächen sowie der Quartiersplatz und die Nachbarschaftsplätze erstellt und bepflanzt. Insgesamt vier Jahre lang hegt und pflegt der Betrieb das Grün. Einige Räte befürchten, dass es bei den Bauarbeiten zerstört wird. Die Bäume und Stauden werden aber eingezäunt, sodass sie geschützt sind. Für die Verwaltung ist das neue Gebiet „beispielgebend für nachhaltige Lebensqualität“. Der Bürgermeister Joachim Wolf (parteilos) sagte in jener Sitzung: „Das Quartier sucht seinesgleichen in der Stadt.“ Er ist froh, dass die Arbeiten bisher „geräuschlos und nahezu problemlos“ verlaufen. Gleichwohl weiß der Rathauschef: „Die Hochbaumaßnahmen werden eine andere Herausforderung.“

Baugebiet ist so groß wie umstritten

Über 35 Jahre dauerte es, bis das größte – und nicht unumstrittene – Baugebiet in der Geschichte Korntals grünes Licht bekam. Angesichts des angespannten Wohnungs- und Immobilienmarkts werden dort mehr Einwohner als einst vorgesehen teurer als einst erwartet leben. Der Verkehr – der zusätzliche der neuen Bewohner, aber auch der Baustellenverkehr – war stets ein großes Thema, bei den Gemeinderäten wie Bürgern. Über die beste Route für die Erschließung hatte das Gremium lange diskutiert. Denn egal, wie die Lastwagen zur Baustelle gelangen: Sie rauschen immer an Anwohnern vorbei.

In Münchingen gibt es gleich zwei – wenngleich deutlich kleinere – Neubaugebiete. Im Westen des Ortsteils ist seit gut zwei Wochen das Wohngebiet Südlich Werre fertig erschlossen. Am Ortsausgang an der Ditzinger Straße können einmal rund 122 Menschen leben.

Dagegen steht das Gebiet Pflugfelder Weg ganz am Anfang: Laut einer Rathaussprecherin laufen noch die Vorplanungen und die Kalkulation des Erschließungsaufwands. Danach würden die Gespräche mit den Eigentümern starten. „Wie lange sie dauern, bleibt abzuwarten.“ Wohnraum für mehr als 400 Menschen ist nördlich der Thomas-Mann- und der Theodor-Storm-Straße, angrenzend an die B 10, geplant. Sowohl für Korntal-West als auch Südlich Werre nimmt die Verwaltung im Rahmen der ersten Ausschreibungsrunde noch bis 29. Dezember Bewerbungen für die städtischen Grundstücke entgegen.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Korntal-Münchingen Wohnen bauen