Erst Prinzessin und Cowboy, dann Elsa und Harry Potter So verändern sich die Kostümtrends zu Fasching

Ob Hexe, Burgfräulein, Skelett oder Dino: Bei der Kostümierung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt – wie hier beim Kinderfasching der Strudelbachhexen Flacht. Foto: Simon Granville

Kostümtrends in der Fasnet ändern sich stetig. Klar, die Auswahl ist viel größer als früher. Online gibt es alles – und oft billig – zu kaufen. Frank Gann von der AHA sieht das auch kritisch.

Die Fasnet ist vor allem eines: bunt. Prinzessinnen, Hexen, Clowns, Piraten – zu keiner Zeit im Jahr tummeln sich so viele spannende und farbenfrohe Gestalten auf der Straße. Ob und wie sich die Trends im Laufe der Jahre verändert haben, darüber haben wir mit Frank Gann, dem Vorsitzenden der Weiler Narrenzunft AHA, gesprochen.

 

Herr Gann, wenn man an Kinderfaschingsfeiern von früher zurückdenkt, hat man direkt das Bild vor Augen: Die eine Hälfte geht als Prinzessin, die andere als Cowboy. Ist das immer noch so?

Cowboy, Indianer und Prinzessin sind natürlich die Klassiker und immer noch sehr beliebt. Aber die Abwechslung ist mittlerweile viel größer, wir haben Polizisten, Feuerwehrleute und vieles mehr, auch Tier- oder Dinosaurierverkleidungen sind sehr beliebt. Und dann gibt es noch die aktuellen Trends, als „Harry Potter“ neu war, kamen alle als Zauberer, nach „Die Eiskönigin“ kamen alle Mädchen als Elsa. Auch zur Serie „Paw Patrol“ mit den kleinen Hunden sehe ich seit Jahren viele Kostüme. Ich bin schon gespannt, wie viele Barbies uns beim Umzug am Wochenende begegnen.

Früher war die Auswahl wohl deutlich beschränkter.

Genau, damals gab nur wenige Kostüme zu kaufen. Für Kinder eher, für Erwachsene kaum. Wer etwas Individuelles wollte, musste es von Hand anfertigen. Heute kann man das alles im Internet bestellen.

Merkt man das auch bei den Umzügen?

Absolut. Früher waren immer nur die Kinder verkleidet, heute sehen wir auch immer mehr Erwachsene in Kostümen. Was ich besonders nett finde, ist, wenn sich Gruppen ein gemeinsames Motto überlegen und sich dann entsprechend verkleiden. Manche werden da richtig kreativ.

Dass man alles jederzeit und billig bestellen kann, sehen Sie das kritisch?

Durchaus. Das meiste wird irgendwo in Fernost hergestellt und dann billig verkauft, und entsprechend wird es leider auch behandelt. Am Ende jeder Fasnetsfeier ist alles voll mit liegengelassenen Perücken, Zauberstäben und so etwas. Für viele ist das Wegwerfware. Qualität und Nachhaltigkeit bleiben auf der Strecke. Wenn bei uns im Verein Kostüme selber genäht werden, werden die sehr lange genutzt und zum Teil auch weitergegeben.

Die Fasnet im Altkreis erreicht ihren Höhepunkt. An diesem Donnerstag, dem Schmotzigen, sind gleich drei Rathausstürme: in Warmbronn, in Rutesheim und in Weissach. Die Leonberger Waldhexen feiern ab 19 Uhr im Gasthaus Sonne weiter. Am Samstag, 10. Februar, ist Faschingsparty bei der Renninger Schlüsselgesellschaft (ab 21 Uhr in der Stegwiesenhalle), Kinderfasching der RGS ist am Rosenmontag in der Rankbachhalle (13 Uhr). Am Faschingsdienstag ist in Weil der Stadt um 14 Uhr Kinderumzug durch die Innenstadt. Und die großen Umzüge? Die sind am Sonntag in Weil der Stadt (Start: 14 Uhr am Marktplatz) und am Dienstag, 14. Februar, auf dem Pferdemarkt in Leonberg (Start: 14 Uhr in der Römerstraße).

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