Esslingen Hinweise auf einen möglichen Tierquäler gibt es nicht

Labradore, wie dieses Prachtexemplar, sind liebenswürdige Familienhunde. Foto: AP
Labradore, wie dieses Prachtexemplar, sind liebenswürdige Familienhunde. Foto: AP

Im Fall der Labradorhündin, die am 17. März in Denkendorf wohl an einem Giftköder verendet ist, tappt die Polizei im Dunkeln. Ein toxikologisches Gutachten soll Klarheit darüber geben, welche tödliche Substanz das Tier gefressen hat.

Esslingen: Jürgen Veit (jüv)
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Esslingen - Die Meldung hat im vergangenen Monat Entsetzen bei Hundebesitzern in der Region ausgelöst. Die Polizei berichtete, dass am 17. März in Denkendorf eine zweieinhalb Jahre alte Labradorhündin mutmaßlich an einem Giftköder verendet ist (wir berichteten). Ein in Auftrag gegebenes toxikologisches Gutachten steht laut Michael Schaal, einem Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen, zwar noch aus. Aber „klare Anzeichen“ sprächen dafür, dass das Tier einen mit Gift präparierten Köder gefressen habe. Die bisherigen Ermittlungen hätten aber keine Hinweise auf einen möglichen Täter gebracht.

Edith Klenk ist noch immer bestürzt und tief traurig, wenn sie an jenen Dienstagmorgen zurückdenkt, an dem sie zum letzten Mal mit ihrer geliebten Bella in der Nähe des CVJM-Heims in Denkendorf Gassi gegangen ist. „Ich habe noch gesehen, dass sie etwas gefressen hat“, sagt die 55-Jährige, „aber nicht, was es war“. Sie habe sich nichts dabei gedacht, „es hätte ja ein Stück Brezel sein können“.

Nach zwei Stunden beginnt das Leiden

Zunächst habe sich der Hund völlig normal verhalten, aber nach etwa zwei Stunden habe das Leiden begonnen. Bella sei von Krämpfen geschüttelt worden, habe am ganzen Körper gezittert. Schnell sei sie zu ihrer Tierärztin gefahren, doch die habe Bella nicht mehr helfen können, das Tier verendete qualvoll. Die Veterinärmedizinerin will sich gegenüber der Zeitung nicht zu dem Fall äußern, aber schon damals teilte sie Edith Klenk und der Polizei mit, dass sie von einer Vergiftung des Hundes ausgehe.

Edith Klenk berichtet, die Tierärztin habe sie gleich zurück zu dem Feldweg an der Körsch geschickt, um möglicherweise Reste des Köders zu finden und so ein Gegenmittel spritzen zu können. Aber die Suche war vergebens, auf die Schnelle konnte nicht festgestellt werden, welche tödliche Substanz Bella gefressen hatte.

Toxikologisches Gutachten soll Klarheit bringen

Das soll jetzt ein toxikologisches Gutachten eingrenzen. Auf das Ergebnis warten Edith Klenk, ihre Tierärztin und die Polizei. Letztere hat Michael Schaal zufolge schon tags darauf ebenfalls das Gelände in Denkendorf abgesucht. Auch Hundeführer seien beteiligt gewesen, „die haben noch einen anderen Blick dafür“, sagt Schaal. Doch Verdächtiges sei nicht entdeckt worden. Aufgrund von Zeugenhinweisen sei die Polizei auch einem Anfangsverdacht nachgegangen, aber der habe sich „nicht konkretisiert“. Sollte ein eventueller Täter überführt werden, drohe ihm eine Verurteilung wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, erklärt Schaal. Zu Hinweisen, die zur Ergreifung des Tierquälers führen, haben die Klenks und die Tierrechtsorganisation Peta Belohnungen von 1500 Euro beziehungsweise 500 Euro ausgesetzt.

Menschen, die ihren Hundehass auf diese Weise auslebten, wüssten nicht, „was sie den Leuten antun“, sagt Edith Klenk. Bella sei wie ein Familienmitglied gewesen, in ihre Ausbildung habe sie viel Liebe investiert, erinnert sich die 55-Jährige an die gemeinsamen Besuche in der Welpen- und der Hundeschule. Trotz des schmerzlichen Verlusts fasst Edith Klenk neuen Mut und Zuversicht, noch einmal ein Hundebaby groß zu ziehen. Der kleine Labrador zieht Anfang Juni bei den Klenks ein.




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