Esslinger Büchereisanierung Ein Stahlbau als Bücherei-Interimslösung?

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Die Esslinger Initiative Bürgerbegehren Stadtbücherei bringt einen neuen, überraschenden Vorschlag in die Diskussion ein.

Wenn die Stadtbücherei im Bebenhäuser Pfleghof  saniert und erweitert wird, könnten  Bücher und Medien vorübergehend  an die Augustinerstraße umziehen. Foto: Initiative Bürgerbegehren
Wenn die Stadtbücherei im Bebenhäuser Pfleghof saniert und erweitert wird, könnten Bücher und Medien vorübergehend an die Augustinerstraße umziehen. Foto: Initiative Bürgerbegehren

Esslingen - Wenn der Bebenhäuser Pfleghof – voraussichtlich vom zweiten Quartal 2022 an – als alter und neuer Standort der Stadtbücherei saniert und erweitert wird, braucht die Esslinger Kulturinstitution für voraussichtlich fünf Jahre eine Interimslösung. Bis jetzt tut sich die Stadt schwer damit, geeignete Standorte dafür zu finden. Jetzt hat sich die Initiative Bürgerbegehren Stadtbücherei, die sich für den Verbleib im historischen Ambiente eingesetzt hatte und mit einem Bürgerentscheid den Gemeinderatsbeschluss für den Neubau der Bücherei in der Küferstraße gekippt hatte, mit einer Idee zu Wort gemeldet.

„Wir schlagen vor, vorübergehend einen doppelstöckigen Stahlbau auf die Garagenanlage an der Augustinerstraße zu setzen und dort Räume mit einer Fläche von rund 1750 Quadratmetern zu schaffen“, sagt der Initiator der Initiative, der SPD-Stadtrat Wolfgang Drexler. Drexler hat die Ideen für eine Interimslösung am Dienstag zusammen mit Ulrike Gräter und Klaus Hummel vorgestellt.

Baukosten liegen bei 2,1 Millionen Euro

Ein Architekt, der Mitglied der Initiative ist, sei auf die Idee mit dem Stahlbau als finanziell darstellbare Lösung gekommen. Ein Bauingenieur habe ermittelt, dass ein solcher zweistöckiger Aufbau auf die Garagenanlage bautechnisch ohne große Probleme und ohne Belastung der existierenden Gebäude mithilfe von Stahlträgern realisierbar sei.

Die Kosten für den reinen Stahlbau beziffert Wolfgang Drexler mit 1,5 Millionen Euro. Weitere 600 000 Euro, so die vorsichtige Schätzung der Initiative, werde der Innenausbau verschlingen. Wenn man aber bedenke, dass man für dieses Geld eine Lösung bekomme, die zeitlich flexibel erstellt und im Anschluss möglicherweise an anderer Stelle – beispielsweise als Parkgarage – weiter genutzt werden könne, seien die Kosten überschaubar.

Gespräche mit dem Denkmalschutz stehen aus

Drexler betont, dass die Initiative bisher nur die grundsätzliche Machbarkeit geprüft habe. Gespräche mit Anwohnern, Garagenbesitzern und den Vertretern des Denkmalschutzes habe man bisher noch nicht geführt. Gerade die Denkmalschützer müssen im Bereich des Burgbergs in die Planung eingebunden werden. In den vergangenen Jahren hatten sie immer wieder Bedenken wegen geplanter Neubauten an dieser Stelle geäußert.

Drexler: „Ich betone, es handelt sich bisher nur um einen Vorschlag von uns. Wir bitten nun die Stadtverwaltung, diesen gewissenhaft zu prüfen.“ Vielleicht lasse sich ja, da es sich ja nur um eine Interimslösung handele, ein Kompromiss mit allen Beteiligten finden.

Noch günstiger ist eine Containerlösung

Denkbar sei auch, einen solchen Stahlbau an anderer Stelle in der Innenstadt aufzubauen. Wichtig sei dabei die Anbindung an den Nahverkehr und eine zentrale Lage. Noch günstiger sei, so erklärt Klaus Hummel, eine Containerlösung. Zudem gebe es in der Stadt auch immer wieder Leerstände, die sich möglicherweise für eine Übergangszeit als Bücherei nutzen ließen. In einer ersten Reaktion hat Roland Karpentier, der Sprecher der Stadt, zugesichert, dass man den Vorstoß der Initiative Bürgerbegehren Stadtbücherei natürlich ernsthaft prüfen werde.