Kann eine Krise eine neue Chance sein? Das ist in diesem Jahr Thema des Festivals, das alle drei Jahre über die Bühne geht. „Wer wollen wir sein?“ und „Wie wollen wir leben?“ Mit diesen Fragen setzt sich die Esslinger Kulturszene am Festivalwochenende in zahlreichen Projekten rund um Themen wie Utopie, Fiktion, Zukunft, Umwelt, Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Innenstadt auseinander. „Dabei liefert der Mythos um Atlantis eine bildliche Spielwiese für das künstlerische Konzept des Festivals“, heißt es aus dem städtischen Kulturamt, das in Kooperation mit dem Komma und weiteren Akteurinnen und Akteuren für das Event verantwortlich zeichnet.
Eigenproduktion des Kulturamts
Mit dem Release der App „Atlantis – Stadt im Fluss“ beginnt der Einstieg ins Festival aber schon Mitte September. „Der Esslinger Stadtspaziergang mit digitalen Kunst- und Augmented-Reality-Inhalten ist eine künstlerische Eigenproduktion des Kulturamts mit Bild-, Text-, Video- und Tonbeiträgen von Künstlerinnen und Künstlern aus Esslingen und der Region“, erklärt Kulturamtsleiterin Alexa Heyder. Die Inhalte sind vom Kulturamt kuratiert und beauftragt worden, technisch entwickelt wurde die App von den Profis einer Kreativagentur. Auf vier Routen können die Betrachter mit ihrem Smartphone und Kopfhörern ausgestattet zu Fuß durch die Innenstadt Esslingens spazieren. „Sie erleben utopische wie dystopische Szenarien sowie Perspektiven auf die Stadt und unsere Gesellschaft“, kündigt das Kulturamt an. „Dabei werden die Kunstwerke über das Smartphone in den Stadtraum projiziert und manipulieren die Wahrnehmung des Bekannten – mal kritisch, mal humorvoll, mal fordernd und mal verträumt.“
Karte weist den Weg
Auch für die richtige Orientierung im Kultur- und Stadtgenuss ist gesorgt: Eine Kartenfunktion innerhalb der App unterstützt die Wegeführung und zeigt an, wo die nächste Station auf der gewählten Route zu finden ist. An ausgewählten Positionen können die Nutzerinnen und Nutzer dann virtuelle Inhalte entdecken. Die Funktion verknüpft das Bild, das über die Handykamera auf dem Display gezeigt wird, mit Fotos, Objekten, Grafiken, Videos oder Tonbeiträgen. Die reale Umgebung verschmilzt so mit den projizierten Beiträgen und künstlerischen Visionen von „Stadt im Fluss: Atlantis“. Die App kann ab 12. September im App Store und Play Store kostenlos heruntergeladen werden. Für ein optimales Erlebnis sollten während des Stadtspaziergangs Kopfhörer getragen werden. Die App ist nicht barrierefrei. Die Inhalte sind auf Deutsch.
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„Das Kulturfestival Stadt im Fluss ist für unsere Stadt das umfangreichste und anspruchsvollste kulturelle Netzwerkprojekt, das die gesamte Kulturszene mobilisiert. Ich freue mich, dass in diesem Jahr der Anteil an Esslinger Beiträgen besonders groß ist“, so bettet Kulturbürgermeister Yalcin Bayraktar das diesjährige Event in den Alltag der Kulturszene und die Festivalgeschichte ein. Für die künstlerische Konzeption des Programms haben Kulturamt und Komma die freien und städtischen Kultureinrichtungen, Vereine und Künstlerinnen und Künstler aus Esslingen mit überregional tätigen Kreativen und Gruppen vernetzt. „Mit insgesamt rund 70 einzelnen Veranstaltungen und Beiträgen, die zum Teil speziell für das Festival entwickelt wurden, ist ,Atlantis“ eines der bisher größten Stadt-im-Fluss-Festivals“, betont Kulturamtsleiterin Alexa Heyder.
Aktueller denn je
Hinter „Atlantis“ lebe die Idee, jede Krise auch als Chance zu betrachten: „Ungeliebtes ist fort, alles definiert sich neu. Kraft der Kultur taucht die Stadt Esslingen wieder auf und erblüht zu neuem Leben.“ An dem Konzept um eine versunkene Welt, die zur Quelle der Inspiration wird, arbeiten Kulturamt und Komma bereits seit 2019. „Doch dann kam das Wasser, reichlich, viel realer und weitaus brachialer, als wir uns vorstellen konnten“, sagt Heyder mit Verweis auf die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands. „Die Frage, was nach der Flut kommt, die wir im übertragenen Sinne an die Stadtgesellschaft Esslingens richten wollten, verlor plötzlich ihre Poesie und wurde schmerzhaft real.“
Letztendlich hätten die Ereignisse der letzten Wochen und Monate die Aktualität des Konzepts von „Atlantis“ nur bestätigt. Mehr noch: „Gerade aufgrund dieser Aktualität glauben wir an die Idee des größten Esslinger Kulturfestivals, das seit seiner ersten Durchführung nicht nur Präsentationsfläche für die innovative städtische Kultur- und Kunstszene ist, sondern – mithilfe von Kunst – aktuelle Themen und neue Denkanstöße vermitteln und in einer diversen Gesellschaft verwirklichen kann“, betont die Kulturamtsleiterin.
Das Programm wird im September auf der Internetseite www.stadtimfluss.de veröffentlicht. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.
Helferinnen und Helfer für Kulturfestival gesucht
Worum geht es?
Für das Kulturfestival Stadt im Fluss mit dem Titel Atlantis sucht das Kulturamt flexible, belastbare und verlässliche Helferinnen und Helfer. Das Festival geht am Freitag, 1. Oktober von 18 bis 24 Uhr, am Samstag, 2. Oktober, von 12 Uhr bis nach Mitternacht und am Sonntag, 3. Oktober, von 12 bis 22 Uhr in der Innenstadt über die Bühne. Tagsüber werden verschiedene Orte im Freien bespielt. Abends geht es in ausgewählten Kultureinrichtungen weiter.
Was muss man tun?
Die Helferinnen und Helfer können als Veranstaltungsleitung in Teilbereichen, im Publikumsmanagement, an den Infoständen und als Roadies eingesetzt werden. Die Einsatzdauer variiert je nach Aufgabe und Verfügbarkeit; mindestens zwei Stunden sollten jedoch eingeplant werden. Alle erhalten eine finanzielle Aufwandsentschädigung, die sich nach der Dauer des Einsatzes richtet. Selbstverständlich werden alle zu ihren Aufgaben geschult.
Wohin kann man sich wenden?
Für nähere Informationen melden sich Interessierte im Kulturamt bei Stefanie Bayer und Dominique Caina, Telefon 0711/ 3512-2644, oder sie schreiben an die Adresse kulturamt@esslien.de. Bei „Atlantis“ macht sich die Stadt auf die Suche nach der Zukunft. Es handelt sich um eine Veranstaltung des Kulturamts in Kooperation mit dem Komma und weiteren Akteurinnen und Akteuren. Das detaillierte Programm wird im September veröffentlicht.