Esslingen - Ende 2020 gingen im Hotel Park Consul am Esslinger Neckar Forum die Lichter aus – seither ist das Viereinhalb-Sterne-Haus verwaist. Die Brendal Esslingen Hotelbetriebs GmbH, die das Park Consul zuletzt betrieben hatte, musste zum 31. Dezember 2020 den Betrieb einstellen und Insolvenz anmelden. Und keiner wusste, wie es weitergehen würde. Nun hat der Esslinger Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die entscheidenden Weichen gestellt: Hinter verschlossenen Türen entschieden die Ratsmitglieder mit breiter Mehrheit, das Hotel Park Consul nicht zu verkaufen, sondern weiterhin zu verpachten. Lediglich zwei Ratsmitglieder votierten in der nicht-öffentlichen Sitzung dagegen. Nach dem klaren Votum des Gemeinderats wird die Stadtverwaltung nun die neuerliche Verpachtung zeitnah ausschreiben. Bis ein Betreiber gefunden ist, wird die städtische Kultur und Kongress GmbH Esslingen live den Gebäudekomplex an der Ringstraße instandhalten, damit der Neustart möglichst reibungslos gelingen kann.
Mit großen Ambitionen und dem Anspruch, das erste Haus am Platz zu sein, war das Best Western Premier Hotel Park Consul im Spätsommer 2005 an den Start gegangen. Und der Erfolg gab dem damaligen Hoteldirektor Frieder Lempp lange Zeit recht. 2018 übernahm die Berliner Brendal Hotel Group das Park Consul am Neckar Forum – fortan sollte das Haus noch stärker sein Profil als „Hotel für die Stadt und die Region mit ihren besonderen Anforderungen und Vorlieben“ schärfen. Doch diese Pläne wurden mit der Insolvenz der Brendal Esslingen Hotelbetriebs GmbH Ende 2020 Makulatur.
Verpachtung rechnet sich
Nun stehen die Zeichen auf Neubeginn: Die Stadt Esslingen, die das Gebäude besitzt, hat in den vergangenen Monaten verschiedene Möglichkeiten für eine Fortführung des Hotelbetriebs intensiv geprüft und sich dabei auch Rat von einem Sachverständigenbüro für Hotellerie und Gastronomie geholt. „Die Untersuchungen ergaben schließlich, dass eine erneute Verpachtung des Hotels die wirtschaftlichste Variante darstellt“, erklärt Rathaus-Sprecher Roland Karpentier. Dieser Empfehlung ist der Gemeinderat nun gefolgt. Die Entscheidung fiel in nicht-öffentlicher Sitzung – die Forderung von FÜR-Gemeinderätin Dilek Toy, das Thema in die nächste öffentliche Sitzung des Gemeinderats zu vertagen, wies Oberbürgermeister Jürgen Zieger zurück.
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„Ich bin davon überzeugt, dass eine weitere Verpachtung des Hotels die richtige Entscheidung ist“, betonte Zieger, für den es vor seinem Ruhestand Ende September eine der letzten Grundsatzentscheidungen im Gemeinderat war. „Wir haben uns Zeit genommen und den Sachverhalt intensiv geprüft, daher können wir nun alle mit gutem Gewissen hinter dieser Richtungsentscheidung stehen.“
„Sehr gut in Schuss“
Die Untersuchungen des Sachverständigenbüros geben nach Ziegers Worten Grund zum Optimismus für den Weiterbetrieb des Hotels. Durch seine Lage am Rand der historischen Altstadt sowie durch die unmittelbare Nähe zur Landeshauptstadt Stuttgart, zur Messe und zum Flughafen sei mit großem Interesse möglicher neuer Betreiber zu rechnen. Das Gebäude sei „sehr gut in Schuss“, der Betrieb habe vor der Corona-Pandemie hervorragend funktioniert. Das Hotel sei „nicht in erster Linie durch die Pandemie in Schieflage geraten, sondern aufgrund der speziellen Unternehmensstruktur der früheren Betreiberin“. Insgesamt sei die Marktlage für das Hotel trotz der derzeit schwierigen Situation hervorragend. „Die Untersuchungen haben eindeutig ergeben, dass das Hotel in einem sehr guten Zustand ist“, versichert Finanzbürgermeister Ingo Rust. „Esslingen live hat tolle Arbeit geleistet. Jetzt freuen wir uns auf einen neuen Pächter, damit das Hotel bald wieder Gäste begrüßen kann.“