Esslinger OB Klopfer verpflichtet Klimaschutz steht oben auf der Liste

Die Stadträtin Carmen Tittel und der Regierungspräsident Wolfgang Reimer (rechts) begrüßten den neuen Esslinger Oberbürgermeister Matthias Klopfer offiziell im Amt. Foto: Roberto Bulgrin

Seit Anfang November ist Matthias Klopfer Oberbürgermeister von Esslingen – nun wurde er auch ganz offiziell auf sein neues Amt verpflichtet. Und er verspricht: „Ich sage zu, dass ich meine ganze Kraft, Energie und Leidenschaft einsetzen werde, um unsere Stadt jeden Tag ein Stück lebenswerter zu machen.“

Reporter: Alexander Maier (adi)

Esslingen - Matthias Klopfer hat zum Monatsanfang auf dem Chefsessel im Esslinger Rathaus Platz genommen – nun wurde er auch ganz offiziell als neuer Oberbürgermeister verpflichtet. Und auch wenn die Amtseinführung wie von der Gemeindeordnung vorgeschrieben in einer öffentlichen Ratssitzung im Neckar-Forum stattfinden konnte, war vieles anders. Genau wie die ersten Wochen von Klopfers Amtszeit war dieser feierliche Anlass von Corona geprägt – mit begrenzter Zuhörerzahl und strengen Hygienevorschriften. Der neue Rathaus-Chef setzt darauf, die Herausforderungen gemeinsam zu meistern, und will den Blick nach vorne richten: „Ich sage zu, dass ich meine ganze Kraft, Energie und Leidenschaft einsetzen werde, um unsere Stadt jeden Tag ein Stück lebenswerter zu machen.“ Der Beifall ließ ahnen, dass viele den Weg in eine gute Zukunft mitgehen wollen.

 

Schwungvoller Start

Viel Zeit blieb dem SPD-Politiker nicht, um sich in sein neues Amt einzufuchsen. Mit demselben Schwung, mit dem die Groovin’ High Big Band der städtischen Musikschule und die Sängerin Julia Frey die Amtseinführung musikalisch bereicherten, hat auch Klopfer losgelegt. „Er ist mit Vollgas gestartet, hat am ersten Tag fünf Dienststellen besucht und gleich Gutes wie Verbesserungswürdiges angesprochen“, stellte der Erste Bürgermeister Ingo Rust anerkennend fest. Bei dem neuen Rathaus-Chef hat er bereits „ein ausgeprägtes Verständnis von Kollegialität“ festgestellt – und eine Offenheit, die sich nicht nur an der Türe zum OB-Büro zeige. Dass zur Amtseinführung nicht nur Esslinger, sondern auch viele Kollegen und Weggefährten Klopfers aus unterschiedlichen politischen Lagern gekommen waren, zeigte, dass es der neue OB ernst meint mit dem Bekenntnis zum Miteinander.

Alle Kräfte bündeln

Erster Gratulant war der Regierungspräsident Wolfgang Reimer, der betonte, Esslingen sei ein moderner und bedeutender Wirtschafts- und Bildungsstandort, stehe aber vor großen Herausforderungen, die den Einsatz aller Kräfte erforderten. Klopfer verfüge über eine Verwaltung mit einem großen Potenzial an erfahrener Fachkompetenz, das es zu nutzen gelte. Mit dem unverstellten Blick von außen solle er aber auch neue Impulse setzen. Klopfer habe im Wahlkampf die Themen gesetzt, mit denen er die Stadt voranbringen wolle – allen voran den Klimaschutz, die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und die Stärkung einer lebenswerten Innenstadt. Dass Corona die finanzielle Situation verschärft habe, mache die Aufgabe schwieriger: „Ihre Erfahrungen als langjähriger OB der Stadt Schorndorf werden sicher dienlich sein, um die Auswirkungen der Coronapandemie auf die städtische Haushaltslage abzumildern“, betonte Reimer.

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Die Grünen-Stadträtin Carmen Tittel übernahm die Verpflichtung und Vereidigung des neuen Oberbürgermeisters. Der Gemeinderat wolle gemeinsam mit Klopfer „die Stadt gestalten, sie in die Zukunft führen und Entscheidungen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger treffen“. Themen wie Klimaschutz, die Zukunft der Mobilität und die Haushaltskonsolidierung erforderten große Anstrengungen: „Dazu bieten wir eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit an.“ Dass sich der neue Chef auf seine Verwaltung verlassen kann, versicherte die Personalratsvorsitzende Astrid Happel: „Sie treffen auf motivierte und engagierte Mitarbeiter.“

Verlässlicher Partner

Matthias Klopfer will „für ein gutes Miteinander in Esslingen“ stehen. Gerade in schwierigen Zeiten bewähre sich eine so gut aufgestellte Verwaltung wie die in Esslingen. Als Vorsitzender des Gemeinderats will Klopfer „ein verlässlicher und vertrauensvoller Ansprechpartner, ein souveräner Sitzungsleiter, als Politiker aber auch ein streitbares, diskussionsfreudiges und gleichberechtigtes 41. Mitglied sein“. Er freue sich über jede Idee aus der Ratsrunde, die die kommunalpolitischen Entscheidungen verbessert: „Alternativlos sind nur die allerwenigsten Entscheidungen.“

Gut durch die Krise kommen

Seinem Vorgänger Jürgen Zieger dankte der 53-Jährige: „Wenn spätere Generationen über diese Zeit reden, bin ich mir sehr sicher, dass sie von sehr erfolgreichen Jahren für die Stadt sprechen werden.“ Nun gelte es, „mit Rücksicht, Achtsamkeit und gutem Miteinander gesund durch die Coronapandemie zu kommen“. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen gelte besonderer Dank. Klopfer will dazu beitragen, das kulturelle Erbe Esslingens in die Zukunft zu tragen. Das Stadtjubiläum 2027 biete Gelegenheit zur Selbstvergewisserung und sei „Verpflichtung, die großen Herausforderungen der Zukunft anzusprechen und miteinander anzupacken“ – besonders den Klimaschutz: „Wir werden schon bald einen Vorschlag machen, wie wir mit diesem Thema vorankommen. Im Miteinander von Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung wollen wir die Zukunft gestalten.“

Drei Wünsche des Gemeinderats an den neuen Oberbürgermeister

Eine für alle
 Stellvertretend für den Gemeinderat hat die Stadträtin Carmen Tittel (Grüne) den neuen OB verpflichtet. Im Namen des Kollegiums hat sie eine gute Zusammenarbeit angeboten und drei Wünsche formuliert.

Erstens
 „Bitte kommunizieren Sie und die Verwaltung mit uns Stadträtinnen und Stadträten viel, offen und transparent. Lieber einmal zu viel informieren als einmal zu wenig.“

Zweitens
„Als Mitglieder des Gemeinderats sind wir ehrenamtlich tätig. Nehmen Sie bitte Rücksicht darauf. Wir alle haben Familie und viele noch Kinder, oder pflegen Angehörige. Die allermeisten von uns sind keine Verwaltungsprofis. Wir müssen uns häufig erst in komplexe Themen einarbeiten.“

Drittens
„Wir wünschen uns, dass wir all die schwierigen Themen gemeinsam, konstruktiv, partnerschaftlich und auf Augenhöhe diskutieren – zum Wohle unserer Stadt.“ 

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