Esslingen - So gut wie jedes Kind sehnt die Sommerferien herbei. Sechs Wochen Urlaub können allerdings ganz schön lang werden, wenn man nichts mit sich anzufangen weiß. Deshalb macht der Esslinger Stadtjugendring die Sommerferien für Kinder zum Erlebnis. Der Klassiker ist die Kinderspielstadt Karamempel, in der Jungen und Mädchen ausprobieren, wie das Leben der Erwachsenen funktioniert. In Karamempel geht es mindestens so turbulent zu wie in einer richtigen Stadt – angesichts der aktuellen Coronaregeln etwas zu turbulent. Deshalb hat sich das Spielmobil-Team des Stadtjugendrings ein neues Konzept ausgedacht, das auch in Corona-Zeiten funktioniert. Arak nannte sich dieses Angebot, das 130 Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren zwei Wochen lang rund um die Berkheimer Schillerschule Gelegenheit bot, sich mit Altersgenossen zu treffen, zu spielen, Spaß zu haben und kreativ zu sein. Am Freitagnachmittag ist das Ferienprogramm nun zu Ende gegangen, und viele Kinder hätten nur zu gerne weitergemacht.
Pandemiegerechtes Konzept
Jenny Hafner und Max Schröder touren übers Jahr mit dem Spielmobil durch die Stadt, und sie wissen, was jungen Leuten Laune macht. „Man spürt genau, dass vielen Kindern in der Coronazeit die persönlichen Kontakte sehr gefehlt haben. Die haben sie nun umso mehr bei uns genossen“, erzählt Max Schröder. Die Spielregeln hat allerdings auch hier die Pandemie diktiert. Anders als in Karamempel, wo sich die Kinder jeden Tag aufs Neue in wechselnden Gruppen ihren Zeitvertreib suchen, gab es bei Arak feste Gruppen, je drei für die Sechs- bis Neunjährigen und drei für die Neun- bis Zwölfjährigen. Kinder und Betreuer wurden regelmäßig getestet. Und die Gruppen blieben beisammen – ganz egal, ob gespielt, gebastelt oder Ausflüge unternommen wurden, ein Kinovormittag im Traumpalast mit anschließendem Mittagessen im Merkelpark, Minigolf und Freibadbesuche, ein Ausflug in den Tierpark Nymphaea, Gruppenspiele, Schnitzeljagden oder Entdeckungstouren auf dem Programm standen.
Ohne Ehrenamt geht gar nichts
„Ein solches Programm funktioniert nur, wenn man viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer hat“, erklärt Jenny Hafner. Und auf seine Ehrenamtler kann sich der Stadtjugendring traditionell verlassen. Jede Gruppe hatte drei bis vier speziell ausgebildete Betreuerinnen und Betreuer. Außerdem waren einige jüngere Helfer im Alter zwischen 13 und 15 Jahren dabei – manche waren früher als Teilnehmer bei Karamempel mit von der Partie. Einen festen Platz im Helferteam hatte diesmal auch das Inklusionsprojekt MiMaMo+ – junge Menschen mit und ohne Behinderung, die sich auf eine spätere Betreuer-Karriere vorbereiten wollten. Sie haben zum Beispiel die Arak-Olympiade organisiert, die den Kindern besonders viel Spaß machte. Doch ganz egal, was geboten war: „Für die Kinder war’s wichtig, aus ihrem Alltag rauszukommen, etwas anderes zu erleben und neue Freundschaften zu schließen“, sagen Jenny Hafner und Max Schröder.
Ferienspaß für Kinder
Karamempel
ist eine der ältesten Kinderspielstädte der Region, die mehr als 25 Jahre lang ihren Platz im Sommerprogramm des Esslinger Stadtjugendrings hatte. Kinder erleben, wie das Leben in einer Stadt funktioniert. Ob als Handwerker, Pizzabäcker, Zeitungsreporter oder im Beautysalon – jedes Kind sucht sich einen Job und verdient sein Geld in der Landeswährung Mempel.
Arak
Coronabedingt muss Karamempel 2021 pausieren. Als Alternative hat das Team des Stadtjugendrings das Sommerferienprogramm Arak auf die Beine gestellt. Der Name signalisiert Kontinuität: Arak ist ganz einfach Kara(mempel) rückwärts geschrieben, weil es das gleiche Team ist, das nur ein etwas anderes Konzept realisiert.