Der Premierenvorhang hätte sich eigentlich im letzten Jahr heben sollen. Doch coronabedingt musste das „Estival“ 2021 die Bühne vorzeitig verlassen. Nun soll das Debüt nachgeholt werden. Die Teilnehmenden für die 13-tägige Fete auf dem Markt- und dem Rathausplatz stehen laut Michael Metzler fest: Gastronomen sollen sich an den extra für diesen Anlass konzipierten, schicken 19 Holzlauben kulinarisch ins Zeug legen und die Geschmacksnerven der Besucher verwöhnen. Doch der Festbesucher lebt nicht von Brot und Rostbraten allein. Darum wurde die gastronomische Speisekarte international und regional neu konzipiert: Die Gaumenschmeichler reichen laut Michael Metzler „von kesselfrischen Kässpätzle bis zu vegetarischen Zwiebelzupfern“.
Weitere Appetithappen
Ein Unterhaltungsprogramm soll beim „Estival“ für zusätzliche Appetithappen und noch mehr Würze sorgen. Einige Punkte wurden bereits festgezurrt: „Im Fokus stehen Livemusik, Unterhaltungs- und Mitmachangebote, Thementage und -abende“, teilt die EST mit. Die Stadt und die Veranstalter wollen die Esslingerinnen und Esslinger damit über den Verlust ihres Traditionsfestes hinwegtrösten. Aus dem bewährten „Zwiebelfest“ soll nach ihrem Willen ein bunter Festblumenstrauß erwachsen.
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Michael Metzler spricht von täglichen Programmangeboten. Dann holt der EST-Geschäftsführer tief Luft und zählt auf: An zwei Abenden werden Lichtkünstler die Fassaden der Häuser an der Nordseite des Marktplatzes mit atmosphärischen Illuminationen in ein völlig neues Licht tauchen. An weiteren zwei Tagen sollen Straßenkünstler die Straßen in eine Kunstmeile verwandeln. Ein mediterraner Sommerabend soll „bella Italia“ und südländische Lebensfreude mit Musik, Unterhaltung und Temperament an den Neckar bringen. Ein Kinder- und Familienerlebnistag wird Spiel, Spaß und Spannung in großen Umfang für Groß und Klein liefern. Und das „Estival“ wächst nach jetziger Planung über sich hinaus. An jedem Festtag sind Führungen in die Altstadt, in die Weinberge und bei Kessler Sekt vorgesehen. Weitere Programmpunkte seien in Vorbereitung, versichert Michael Metzler. Diese Events muss niemand mit leerem Magen, sondern mit vollen Tellern genießen: „Von Montag bis Freitag gibt es einen gemeinsamen Mittagstisch mit wechselnden Angeboten.“
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Das „Estival“ soll auch zum Finanzfestival werden. Denn nach Angaben der EST möchte das Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus die Sause mit einem Zuschuss von 50 000 Euro aus dem Soforthilfeprogramm für Innenstädte auf wirtschaftlich gesunde Beine stellen. Finanziert werden soll die Sommersause zudem über Sponsoren und einen Beitrag der Stadt. Geldprobleme sollen das Fest also nicht ausbremsen, und auch eine Pandemie-Spaßbremse ist nicht angedacht: „Corona-Auflagen oder Zugangsbeschränkungen soll es – Stand heute – nicht geben“, verspricht Michael Metzler. An der städtischen Informationspolitik werde eifrig gearbeitet. Eine Event-Webseite steht. Ein Instagram- und ein Facebook-Auftritt seien in Vorbereitung: „Die Kanäle befinden sich im Aufbau und werden in den nächsten Wochen erweitert.“
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Das Sommerfest wird erstmals unter der Regie der Stadt organisiert. Beim zweiten Innenstadtforum im Neckar Forum war das „Estival“ als eines der Projekte für eine zukunftsfähige City präsentiert worden. Als „Meilensteine“ in der Planung wurden das „transparente Auswahlverfahren der Wirte“, die „eigene Architektur der Lauben“ und das „einmalige Erscheinungsbild“ genannt. Denn die Holzhütten werden mittig auf dem Markt- und Rathausplatz aufgestellt. Die Baumbeete am Marktplatz sollen überbaut und mit Liegestühlen, Sitzkissen sowie einer natürlichen Beschattung erlebbar gemacht werden. Bis Ende Mai sollen das Kulturprogramm, Kommunikations-, Werbe- und Sicherheitskonzept sowie die Flächenplanung komplett stehen. Der neue Esslinger Zwiebel-Look soll das „Zwiebelfest“ in das neue „Estival“-Gewand umkleiden.
Die „Estival“-Premiere 2022 in Esslingen
Zwiebelfest
Das „Zwiebelfest“ war im Sommer 2018 letztmals organisiert worden. Im Oktober darauf hatte der Gemeinderat das „Aus“ beschlossen. Gründe waren die nachlassende Besucherresonanz, Unstimmigkeiten unter den organisierenden Wirten, Streit über die Teilnahmemodalitäten und das von manchen als angestaubt empfundene Image gewesen.
Speiseangebote
Beim „Estival“ soll Neues auf den Tisch kommen. Gewohntes und Geliebtes wie die bewährte schwäbische Esskultur wird es laut Michael Metzler von der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus auch geben. Aber geplant sind zudem Erzeugnisse der modernen Crossover-Küche, schwabo-italienischen Gerichte, Internationales und kreativ Schwäbisches.
Informationen
Mehr Informationen stehen unter http://www.estival-esslingen.de. An anderen Kanälen wird gerade gearbeitet. Sie befinden sich im Aufbau. Abrufbar sind sie auf Instagram unter dem Link https://www.instagram.com/estival.esslingen/ sowie auf Facebook unter https://www.facebook.com/ESTiVAL-Esslingen-100689215978609/.