EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise Tausende Flüchtlinge wählen die Balkan-Route

Von StZ/dpa 

Tausende Menschen wählen auf ihrer Flucht die Route über den Balkan. Die Lage ist angespannt. Am Sonntag beraten sich die EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Spitzentreffen in Brüssel. Unsere Karte zeigt die Balkan-Routen.

Die EU-Chefs treffen sich am Sonntag, um über die Flüchtlingskrise auf dem Balkan zu beraten. Die Lage auf dem Balkan ist angespannt, Slowenien ist der Brennpunkt auf der Balkan-Route. Foto: AFP
Die EU-Chefs treffen sich am Sonntag, um über die Flüchtlingskrise auf dem Balkan zu beraten. Die Lage auf dem Balkan ist angespannt, Slowenien ist der Brennpunkt auf der Balkan-Route. Foto: AFP

Brüssel - Bei einem Spitzentreffen in Brüssel wird es am Sonntag wieder um die Flüchtlingskrise gehen. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wird mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und acht weiteren EU-Staats- und Regierungschefs beraten. In Mittelpunkt steht dabei die Balkan-Route, über die tausende Menschen kommen. Bei bisherigen Treffen aller EU-Staaten ging es bisher um folgende Themen:

Grenzschutz

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex und das Europäische Asyl-Unterstützungsbüro EASO sollen mehr Mitarbeiter bekommen, um die Außengrenzen des Schengen-Raums besser zu sichern. Auch Teams, die im Ernstfall sofort einsatzbereit sind, werden verstärkt. Das beschloss der EU-Gipfel Mitte Oktober.

Verteilung

Die EU-Staaten einigten sich nach langen Debatten auf die Verteilung von 160 000 Flüchtlingen. Vor allem Deutschland und Schweden – in beide Länder strömen sehr viele Menschen – fordern einen langfristigen Verteilmechanismus. Dagegen gibt es in der EU aber deutlichen Widerstand.

Flüchtlingszustrom

Die EU und das Kandidatenland Türkei wollen enger zusammenarbeiten. Laut eines gemeinsamen Aktionsplans soll Ankara die Situation der Flüchtlinge im Land verbessern und Grenzen besser kontrollieren. Die EU will ihrerseits Visa-Erleichterungen beschleunigen und die Verhandlungen über einen Beitritt der Türkei zur Union intensivieren. Ankara fordert drei Milliarden Euro für Flüchtlingshilfen – darüber fehlt noch eine Vereinbarung.

Rückkehr

Um schneller über das Bleiberecht von Flüchtlingen zu entscheiden, sollen mehr Registrierungszentren – „Hotspots“ – eingerichtet werden.

Die Balkan-Routen




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