Europapokal Aus für Frankfurt nach 3:3 gegen Porto

Von dpa 

Eintracht Frankfurts Traum vom erstmaligen Einzug ins Achtelfinale auf Europas Fußball-Bühne seit 19 Jahren ist brutal geplatzt. Nach großem Kampf und mitreißender Partie schieden die Hessen durch ein 3:3 (1:0) gegen den FC Porto aufgrund der Auswärtstorregel unglücklich aus.

Frankfurt/Main - Eintracht Frankfurts Traum vom erstmaligen Einzug ins Achtelfinale auf Europas Fußball-Bühne seit 19 Jahren ist brutal geplatzt. Nach großem Kampf und mitreißender Partie schieden die Hessen durch ein 3:3 (1:0) gegen den FC Porto aufgrund der Auswärtstorregel unglücklich aus.

"So eine unglückliche Niederlage habe ich überhaupt noch nie gesehen. Es ist ganz bitter. Fußball kann manchmal grausam sein, und heute war das der Fall", sagte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen nach den packenden 94 Minuten im TV-Sender Sky.

Stefan Aigner (37. Minute) und Alexander Meier (52./76.) hatten die Eintracht schon gefühlt ins Achtelfinale geschossen, doch nach den Treffern von Eliaquim Mangala (58./71.) versetzte Nabil Ghilas in der 86. Minute der aufopferungsvoll kämpfenden Eintracht den K.o. Damit ist kein deutsches Team mehr in der Europa League vertreten.

Frankfurter wurden nicht belohnt

Vor 48.000 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena zeigten die Frankfurter eine noch stärkere Leistung als beim 2:2 im Hinspiel vor einer Woche, wurden gegen den 27-fachen portugiesischen Meister aber trotz eines 2:0- und späteren 3:2-Vorsprungs nicht für ihren Willen und ihre Leidenschaft belohnt. "Natürlich sind wir enttäuscht, das war heute ein unglaubliches Spiel. Wir haben alles gegeben", sagte Doppel-Torschütze Meier.

"Wenn du drei Tore gegen Porto schießt und zweimal führst und es dann doch nicht reicht, ist das schon sehr, sehr bitter", sagte der unglückliche Torwart Kevin Trapp. Statt der Eintracht bekommt es nun Porto in der Runde der besten 16 mit dem SSC Neapel zu tun.

Auch ohne den verletzten Mittelfeldantreiber Sebastian Rode begann die Eintracht engagiert und offensivfreudig. Auf der Position des künftigen Bayern-Profis spielte Johannes Flum - und hatte nach gut 25 Minuten die erste große Torchance für die Gastgeber. Nachdem kurz zuvor Trapp bei einem Kopfball von Mangala unsicher wirkte (26.), kam Flum im Gegenzug frei an den Ball, schoss aber weiter übers Tor.

Permanent gefährliche Portugiesen

In dem packenden Europapokal-Spiel dauerte es nur zwei Minuten bis zur nächsten Chance. Doch Hector Herrera verzog aus Nahdistanz per Kopf (29.). Als es gerade etwas ruhiger zu werden schien, starteten die Frankfurter einen wunderbaren Angriff über mehrere Stationen. Tranquillo Barnetta legte ein Zuspiel von Pirmin Schwegler per Hacke auf Sebastian Jung. Dessen Flanke von der rechten Außenbahn legte Alex Meier per Kopf auf Aigner ab, und dieser überwand Portos Keeper Helton halb mit der Sohle, halb mit dem Außenrist.

Die nominell stärker besetzten Portugiesen blieben aber permanent gefährlich. Danilo prüfte mit einem Schlenzer aus der Distanz Frankfurts Schlussmann Trapp, der im Nachfassen hielt (43.). Mit der etwas glücklichen, aber nicht unverdienten 1:0-Führung im Rücken startete der Bundesliga-Dreizehnte in die zweite Hälfte.

Dort ging es zunächst vielversprechend weiter. Nach feinem Zuspiel von Aigner versuchte es Joselu aus der Distanz (47.). Fünf Minuten später führte ein weiterer sehenswerter Angriff zum 2:0. Carlos Zambrano bediente Barnetta mit einem weiten Pass. Der Schweizer legte quer auf Meier. Dieser musste nur noch ins leere Tor schieben.

"Turin, Turin, wir fahren nach Turin", sangen die euphorisierten Eintracht-Fans in Anspielung auf das Europa-League-Endspiel am 14. Mai in Italien. Doch Porto gab nicht auf. Nach Flanke von Ricardo Quaresma ließ Mangala Frankfurts Torwart Trapp keine Abwehrmöglichkeit. Nach dem 2:2 durch Mangala sah es nach Verlängerung aus - ehe Meier seine Leistung mit seinem zweiten Treffer per Volley-Aufsetzer krönte. Aber auch das 3:2 war zu wenig. Denn vier Minuten vor Schluss wurde die Feierlaune brutal erstickt.




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