Ex-VfB-Spieler Jacob Bruun Larsen Dortmunder Durchstarter

Von Gregor Preiss 

Beim VfB Stuttgart fiel Jacob Bruun Larsen in der vergangenen Rückrunde kaum auf, beim kommenden Gegner dafür umso mehr. Am Samstag (15.30 Uhr) will der Däne im Trikot der Schwarz-Gelben den VfB-Fans zeigen, was er drauf hat.

Mit Borussia Dortmund auf Höhenflug: Jacob Bruun Larsen Foto: AFP
Mit Borussia Dortmund auf Höhenflug: Jacob Bruun Larsen Foto: AFP

Dortmund - Mit gemischten Gefühlen wird Michael Reschke dem kommenden Samstag entgegenblicken. Um 15.30 Uhr erwartet der VfB Stuttgart Borussia Dortmund, beim Duell Letzter gegen Erster ist die sportliche Ausgangslage ziemlich eindeutig. Andererseits dient das Debüt von Trainer Markus Weinzierl als Mutmacher. Und nicht zuletzt dürfte sich Wehmut in die Gefühlslage des Stuttgarter Sportvorstands mischen.

Trifft er am Samstag doch auf einen alten Bekannten, den er nur sehr ungern im Trikot des Gegners auflaufen sehen wird: Jacob Bruun Larsen, letztjährige Leihgabe in Reihen des VfB, hat sich vom Stuttgarter Bankdrücker zum Dortmunder Durchstarter entwickelt. Womit sich Reschke immerhin in seiner Einschätzung bestätigt sehen darf: Er war vom Können des 20-Jährigen überzeugt, hätte ihn gerne behalten. Doch BVB-Manager Michael Zorc hatte etwas dagegen. Und kann sich nun auf die Schulter klopfen.

Reus schwärmt von dem Straßenfußballer

Jacob Bruun Larsen ist einer der herausragenden Akteure der noch jungen Bundesliga-Saison. Auf zwei Tore und eine Vorlage in vier Einsätzen (so viele wie in der gesamten Rückrunde beim VfB) brachte es der Däne bereits. Dazu kam das toll herausgespielte 1:0 im Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco, als Bruun Larsen nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung traf. Eine „geile Szene“ sei das Tor gewesen, bekannte der Mittelfeldspieler hinterher erfrischend und selbstbewusst zugleich. „Ich will gerne den Unterschied machen – gerade mit Toren und Vorlagen.“

Nun stimmt das mit dem Unterschied in der Dortmunder Spaß- und Vollgastruppe nicht so richtig. Schließlich versprüht die Mannschaft von Lucien Favre momentan in Gänze ungebremste Kreativität im Spiel nach vorn. Woran auch Spieler wie Paco Alcácer, Jadon Sancho und die am Samstag wohl verletzt fehlenden Marco Reus und Christian Pulisic ihren Anteil haben. Mit Blick auf die Jungstars kommt Reus aus dem Schwärmen kaum heraus. „Wenn du solche Straßenfußballer wie Jacob und Jadon hast, macht das einfach Spaß“, sagt der Kapitän. Der Trainer zwängt gerade die jungen Spieler nicht in ein taktisches Korsett. Weshalb sie offensiv alle Freiheiten haben.

Dzenis Burnic wartet noch auf den Durchbruch

Woran sich die Frage anschließt, warum es ein offenbar so großes Juwel wie Bruun Larsen in Stuttgart nur auf ein paar magere Kurzeinsätze brachte. Die Antwort ist simpel. Nach seinem misslungenen Debüt gegen den FC Schalke 04, als der als Rechtsverteidiger aufgebotene Offensivspezialist einen Elfmeter verursachte und in dessen Folge Trainer Hannes Wolf entlassen wurde, hatte der Neuling unter Tayfun Korkut denkbar schlechte Startvoraussetzungen. Als es dann für die Mannschaft plötzlich gut lief, war klar, dass sich für den Youngster kaum mehr ein Platz im Team finden würde.

Ein ähnliches Schicksal, das auch Dzenis Burnic ereilte. Auch er kam in der vergangenen Saison auf Leihbasis aus Dortmund nach Stuttgart. Auch er kehrte im Sommer zu den Schwarz-Gelben zurück. Im Gegensatz zu Bruun Larsen konnte sich Burnic gegen die starke Konkurrenz auf seiner Position im defensiven Mittelfeld (Axel Witsel, Thomas Delaney, Julian Weigl) bisher nicht durchsetzen. Er sammelt Spielpraxis in der zweiten Mannschaft – und erlebt die Sternstunden des Spitzenreiters nur aus der Entfernung. Anders als Bruun Larsen.




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