Auftritt im New Grace in Stuttgart Warum Dieter Thomas Kuhn nicht mehr auf dem Killesberg spielt

Die Notärztin und Bestseller-Autorin Lisa Federle mit Schlagerstar Dieter Thomas Kuhn (rechts) und dem Gitarristen Philipp Feldtkeller in der Bar New Grace der Stuttgarter Spielbank. Foto: Klaus Schnaidt

In einer Online-Petition fordern seine Fans, dass Dieter Thomas Kuhn auf den Killesberg zurückkehrt, wo er über Jahre spielte. Bei einem Auftritt mit Lisa Federle im New Grace äußert er sich dazu – und wie er zu Helene Fischer steht.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Das Open Air von Dieter Thomas Kuhn und seiner Band im vergangenen Sommer auf dem Cannstatter Wasen sei „okay“ gewesen, aber nicht „ansatzweise so schön“ wie auf dem Killesberg, heißt in einer Online-Petition seiner Fans, für die gerade Unterschriften gesammelt werden. „Junge, komm bald wieder“, wünscht sich Stuttgarts Schlagergemeinde, „komm zurück auf den Killesberg“.

 

Im New Grace, der Kulturbar der Spielbank, mit Moderatorin Emma von Bergenspitz als Gastgeberin, macht die „singende Föhnwelle“ Dieter Thomas Kuhn bei einem intimen Auftritt mit Gitarrist Philipp Feldtkeller Werbung für das neue Buch „Vom Glück des Zuhörens“ seiner Freundin Lisa Federle. Das Publikum darf am Ende Fragen stellen – und prompt wird die K-Frage gestellt, die Frage nach dem Killesberg.

Der 59-jährige Entertainer verrät, warum die Freiluftbühne Killesberg in diesem und im nächsten Jahr auf jeden Fall auf ihn verzichten muss. Weil Anwohner auf ihre Ruhe pochten, gebe die Ordnungsbehörde der Stadt nun bestimmte Dezibelgrenzen vor. „Unsere Band kann sie noch einhalten, aber unser Publikum sorgt für noch höhere Dezibelzahlen als wir“, sagt Kuhn.

Ein Konzert, bei dem weder die Band noch die Fans Gas geben dürfen, kommt für Deutschlands berühmtesten Brusthaartoupet-Träger nicht in Frage. Solange die strengen Bestimmungen für den Killesberg gelten, kehrt Dieter Thomas Kuhn nicht dorthin zurück, wo er über Jahre Konzerte gegeben hat, die sich stets wie Heimspiele anfühlten, obwohl seine wahre Heimat Tübingen ist. „Wir brauchen einen neuen Ort in Stuttgart, wo man ein bisschen lauter sein kann“, sagt er.

Beim Festivalsommer 2024 des Wasens treten unter anderem AC/DC und Peter Maffay auf, aber – anders als vor einem Jahr – kein Dieter Thomas Kuhn. Doch möglicherweise kommt der Sänger, der Schlager immer ein bisschen so singt, als wäre es Ironie, obwohl es in Wahrheit Liebe ist, erneut aufs Cannstatter Volksfest. Auch Breuninger-Chef Holger Blecker ist unter den Gästen im New Grace. „Kuhns Auftritt bei uns im vergangenen Jahr hat alle so sehr begeistert, dass ich immer wieder gefragt werde, ob er wieder zum Breuninger-Abend auf den Wasen kommt“, sagt der CEO. Darüber ist wohl in der Spielbank-Bar gesprochen worden.

Man spürt, wie gut sich das Trio aus Tübingen versteht

Auf seiner „Ein Festival der Liebe“-Tour beglückt der Schlagerbarde Kuhn Zehntausende. In der voll besetzten Möhringer Bar New Grace singt er am Sonntagabend exklusiv vor gerade mal 85 Zuhörerinnen und Zuhörern Lieder wie „Über den Wolken“ von Reinhard May oder „Halt mich“ von Herbert Grönemeyer. Stars zum Anfassen. Man spürt, wie gut sich das Trio aus Tübingen versteht. Mit der Ärztin und Bestseller-Autorin Lisa Federle, die während Corona bundesweit bekannt wurde und bei kaum einer Talkshow fehlte, ist Kuhn befreundet, seit sie vor 30 Jahren eine Kneipe in Tübingen führte, um ihr Medizinstudium zu finanzieren.

Abwechselnd lesen die beiden aus Lisa Federles neuem Buch „Vom Glück des Zuhörens“, das gleichermaßen unter die Haut geht und Spaß macht. Es ist mit Liebe geschrieben, breitet die Bandbreite des Lebens aus. Dabei handelt es sich um wahre Fälle aus Federles Praxis, aber ohne die echten Namen, versteht sich. Die lustigen Seiten schildert „Deutschlands bekannteste Notärztin“ unterhaltsam, die traurigen Seiten mit viel Einfühlungsvermögen. Ihre Geschichten tun der Seele gut, sind also durchaus heilsam.

Ein „Anfängerfehler“ bei der Frage nach Helene Fischer

Dieter Thoma Kuhn verrät an diesem Abend, was für ein Tattoo sich unter seinem Brusthaartoupet befindet – es ist eine Eule – , und räumt ein, dass ihm kürzlich bei einem Interview ein „Anfängerfehler“ unterlaufen sei. Auf die Frage, ob er „Atemlos“ von Helene Fischer singen werde, habe er verneint.

Nun war in etlichen Medien in der vergangenen Woche zu lesen, der „Tübinger Schlagstar“ haben gegen Helene Fischer heftig ausgeteilt. „Meine Aussage zu ihr waren nur ein, zwei Sätze am Ende des Interviews, das wurde dann in die Überschriften hochgezogen“, sagt Kuhn. Er habe doch gar nichts gegen Helene Fischer und Andrea Berg. Auch nicht gegen Roland Kaiser, dessen Konzert er kürzlich auf Wunsch seiner jüngeren Freundin besucht habe – ja, das habe ihm gefallen!

Wenn Boris Palmer zur Geburtstagsparty einlädt

Im New Grace erzählt das Trio aus Tübingen sehr amüsant, was man in ihrer Lieblingsstadt erleben kann. Der vierte Freund dieser Clique ist OB Boris Palmer, auch wenn dieser mitunter Dinge sage, „die nerven“, schimpft Kuhn. Einmal habe Palmer zu seinem Geburtstag zu sich nach Hause eingeladen. Der Sänger habe ihn gefragt, ob es Bier gebe. „Ja klar, auf dem Balkon“, antwortete der Hausherr. Auf dem Balkon gab es dann alkoholfreies Weizen, das an dem sonnigen Tag etwa 26 Grad warm war.

„Lisa und ich haben beschlossen, mit ihrem Notarztwagen zur Tankstelle zu fahren“, erzählt Dieter Thomas Kuhn, „dort haben wir Sixpacks und zwei Flaschen Wein gekauft.“ Sie waren damit die Helden der Geburtstagsfeier von Boris Palmer.

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