Exotische Imbisse Fleischlos in Feuerbach

Grillt ein vorzüglich scharfes Hühnchen: Patrick Peart in seinem jamaikanischen Imbiss Patrick’s Stop in Foto: Martin Stollberg 3 Bilder
Grillt ein vorzüglich scharfes Hühnchen: Patrick Peart in seinem jamaikanischen Imbiss Patrick’s Stop in Foto: Martin Stollberg

Menschen aus mehr als 170 Nationen leben in Stuttgart und bereichern das kulinarische Angebot in der Stadt. Da muss es also nicht immer Döner sein: Wir stellen drei vorzügliche exotische Imbisse vor.

Stuttgart - In Stuttgart leben Menschen aus mehr als 170 Nationen. Das Gastronomie-Angebot ist aber immer noch erstaunlich schwäbisch, italienisch und Döner-türkisch dominiert. Dabei ist viel mehr möglich, wie drei feine Imbisse beweisen.


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Indien Wer bisher an der Sinnhaftigkeit von Kidneybohnen gezweifelt hat, wird im „Indian Shop – The Spice of India“ in Feuerbach eines Besseren belehrt. Hier sind die Bohnen essenzieller Teil des Thali, einer typischen Mahlzeit aus Nordindien, die aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammengestellt und meist auf einem runden Tablett in kleinen Schälchen mit Reis und Fladenbrot serviert wird (6 Euro). Die Bohnen schwimmen in einer dunklen Sauce, deren Sämigkeit jeder schwäbischen Hausfrau die Freudentränen in die Augen treiben würde. In der Schale darüber findet sich gemischtes Gemüse, bestehend aus Bohnen, Erbsen und Karotten, das ganze souverän mit Kurkuma abgeschmeckt. Daneben sorgt die köstliche Joghurtsauce Raita für die nötige Frische, die man am besten mit dem salzigen Joghurtgetränk Namkeen-Lassi, dem entfernten Verwandten des Ayran (1,50 Euro) verlängert. Bei einem indischen Tee, dem Chai (1,20 Euro), der süßer als eine ganze Zuckerfabrik daherkommt, erzählt Devinder Kumar Sharma seine Geschichte.

Sharma betreibt den „Indian Shop“ zusammen mit seiner Frau Shashi Kumar Sharma. Letztere kocht, als hätte sie nie etwas anderes getan und das weit besser als die meist enttäuschenden indischen Restaurants in Stuttgart. Ihr Geheimnis? „Sie kocht mit mehr Herz“, erklärt Devinder Kumar Sharma. Vor allem aber kocht sie ausschließlich vegetarisch, die kleine Speisekarte wechselt wöchentlich.

Devinder Kumar Sharma kam vor 34 Jahren nach Stuttgart, bis vor zwei Jahren hat er in Vaihingen das India House betrieben. Ein richtiges Restaurant wollte der bald 60-Jährige nicht mehr, „weil ich dann keine Zeit für die Familie habe“. Also hat er sich mit einem Einzelhandel mit angeschlossenem Imbiss selbstständig gemacht, einem „Dhaba“, wie es in Indien genannt wird. Wieso aber gerade an einer Ausfahrtstraße aus Feuerbach? „Bosch ist in der Nähe, da arbeiten viele Inder, die sich über unser fleischloses Angebot freuen.“

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