EZ-Gesundheitsserie Yoga als Weg zu sich selbst
Isabel Hausser ist begeistert von Yoga, weil es hilft, innere Ruhe zu finden und zugleich etwas gegen Stress und für die Gesundheit zu tun.
Isabel Hausser ist begeistert von Yoga, weil es hilft, innere Ruhe zu finden und zugleich etwas gegen Stress und für die Gesundheit zu tun.
Esslingen - Im oftmals hektischen Alltag zur Ruhe kommen, aber auch seinen Bewegungsapparat und den Kreislauf trainieren – nach diesem Ausgleich suchen viele. Aber was ist am besten für meine Gesundheit und mein Wohlbefinden? Fitnessstudio, klassische Gymnastik zuhause, Yoga, Pilates? Fachleute geben darauf eine einfache Antwort: ausprobieren.
Isabel Hausser hat lange Zeit auf Pilates geschworen. Dabei geht es in erster Linie um Bewegung. Der körperliche Aspekt habe bei Pilates ganz klar Priorität, sagt die Esslingerin. Durch kontrollierte, bewusst ausgeführte Bewegungen sollen die Tiefenmuskulatur gestärkt und das Körperbewusstsein verbessert werden. Millionen profitieren von dieser Art des Trainings.
Isabel Hausser ist irgendwann mit Yoga in Berührung gekommen – und hat sehr schnell Feuer gefangen. „Weil da noch andere Ebenen angesprochen werden“, erklärt die Diplom-Betriebswirtin und Journalistin ihren Wechsel von Pilates zu Yoga. „Es geht im Yoga um die Einheit von Körper, Geist und Seele.“ Für sie ist das ein so überzeugender Ansatz, dass sie selbst eine fünfjährige Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert hat. Um selbst tiefer in diese Lehre einzusteigen, aber auch um andere an den positiven Wirkungen von Yoga teilhaben zu lassen, begründet sie den Entschluss. Seit Langem gibt sie schon Yoga-Kurse, seit der Pandemie vor allem online. Isabel Haussers Erfahrung: „Ob mit oder ohne Zipperlein: Yoga hilft körperlich und ermöglicht neue Erfahrungen. Mich hat es durch Bandscheibenvorfälle und eine Krebserkrankung getragen.“
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Wie man sein Workout zuhause perfekt gestaltet
Allerdings sei Yoga nichts Kurzfristiges, sagt Hausser weiter. Es sei eine Erfahrungsreise, von der man sein Leben lang profitieren könne. Im Grunde gehe es um die Suche nach Glück und die Vermeidung von Leid. Über allem stehe die Gesundheit. Deswegen sei eine der obersten Regeln, angemessen zu üben, so wie es einem gut tut.
Beim Yoga gehe es darum, „das Karussell im Kopf zu beruhigen“. Durch die innere Ruhe gelinge es dann, besser mit sich klar zu kommen. Am Anfang habe es nur eine Haltung gegeben, den Sitz, der dazu dient, zur Ruhe zu kommen. Die Elemente des Bewegens seien später dazu gekommen, erklärt Hausser. „Durch die Bewegung wird der Geist eingefangen. Auf diese Weise wird er ruhiger.“ Das sei auch wissenschaftlich belegbar.
Für sie selbst sei Yoga „das Ankommen, die Ruheinsel, der Weg zu mir, das Netz und doppelter Boden, Grenzerfahrung und immer Begleitung durch stürmische wie ruhige Zeiten“, erzählt die Esslingerin. Im Unterricht ist ihr wichtig, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen sammeln.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: „Für mich rettet Bewegung den Tag“
„Atmen und den eigenen Atem beobachten, ihn vertiefen, sich spüren, den eigenen Körper und seine Grenzen wahrnehmen, ihn achten und sich mit Körper und Geist gemeinsam bewegen.“ So entstehe Balance und Ruhe. In ihrem Leben habe sie mit diesem Weg beste Erfahrungen gemacht: „Ausgewogenheit und Balance ist mein Konzept gegen Stress, Krebs und für Gesundheit und Freude. Und darum geht es doch.“
Ob draußen oder drinnen, ob auf der Matte oder in Laufschuhen oder barfuß – Hausser ist für alles offen. Ihren Ansatz, daran zu arbeiten, „dass das kleine Äffchen im Geist ruhiger wird“, nennt sie Alltagsyoga. Zu dieser Philosophie gehört für sie unbedingt auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit „viel Grünzeug“.
„Immer wieder anfangen und dranbleiben“, rät Isabel Hauser ihren Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern. Yoga solle man am besten regelmäßig machen. „Am besten, man findet für sich eine Art Routine.“ Dann trage einen eine Stunde auf der Matte gut durch den gesamten restlichen Tag.
Wege zur Entspannung
Zwei Ansätze
Entspannung, Gesundheit, Wohlbefinden – mit diesen Begriffen werden Yoga und Pilates gerne assoziiert. Es gibt viele Gemeinsamkeiten. Doch wo liegen die Unterschiede?
Pilates
Namensgeber Joseph Hubert Pilates entwickelte die Methode im 19. Jahrhundert als Ganzkörpertraining, bei dem tief liegende, meist schwächere Muskelgruppen angesprochen und trainiert werden. Der zentrale Faktor ist das sogenannte Powerhouse, also Beckenboden, unterer Rücken und Bauchmuskeln. Hier passiert bei vielen Übungen die meiste Arbeit. Auch beim Pilates hängt die Atmung mit der Bewegung zusammen. Aber im Gegensatz zum Yoga ist sie hier eher zweckmäßig und gibt den Rhythmus der Bewegungen vor.
Yoga
Die Jahrtausende alte indische Lebensphilosophie stellt nicht so sehr die Bewegung in den Mittelpunkt, sondern beschreibt die Übungen, Asanas genannt, als Teil eines „Pfades mit acht Schritten“. Dieser Weg soll zur Selbsterkenntnis führen. Er schließt Atemtechnik, Meditation und innere Ruhe beziehungsweise Konzentrationsfähigkeit mit ein. Die Einheit von Körper, Geist und Seele stehen an oberster Stelle. Es gibt eine große Auswahl an Stilen. Der gängigste bei uns ist der Hatha-Yoga-Stil. Yoga legt den Fokus mehr auf den gesamten Lebensstil, man macht es nicht, man lebt es.
Gegenseitige Ergänzung
Die Beweglichkeit und das Gefühl für den eigenen Körper werden bei beiden Entspannungsvarianten geschult. Bei beiden Methoden ist es wichtig, dass die Bewegung mit der richtigen Atmung ausgeführt wird. Die Unterschiede zwischen Pilates und Yoga liegen in der Herangehensweise. Fachleute sind sich einig: Die Pilates- und Yoga-Methoden stellen eine sehr gute gegenseitige Ergänzung dar. Jeder findet für sich seinen Weg. Wer sich nicht so recht entscheiden mag, kann es vielleicht mal mit Yogalates probieren, einer Kombination aus ruhigen Yoga-Asanas und dynamischen Pilates-Elementen.