Ludwigsburg - Aktuell gibt es im Kreis Ludwigsburg 95 Stellen, an denen man Corona-Schnelltests machen kann. Seit Anfang April gehört dazu auch ein von Apotheker Albert Mäurer aufgebautes Testzentrum am Breuningerland im Tammerfeld. „Das läuft sehr gut, es hat sich ganz schnell etabliert“, sagt Centermanagerin Theda Juliane Mustroph. Auch die beiden Kaufcenter in der Stadtmitte – Wilhelm-Galerie und Marstall – werden demnächst Schnelltests anbieten. „Wir wollen damit die Stadt unterstützen“, sagt Fabian Kowalski vom Marstall.
„Ritt auf der Rasierklinge“
Nur gut, dass Albert Mäurer, der Inhaber der Apotheke im Breuningerland, nicht wusste, wie langsam und zäh die bürokratischen Mühlen im Kreis Ludwigsburg mahlen: „Ich habe drei Wochen lang gefühlt 12 bis 14 Stunden pro Tag mit Ämtern telefoniert und Anfragen geschrieben.“ Nur um die Genehmigung für die Schnellteststation zu erhalten, die er schließlich kurz vor Ostern auf dem Parkplatz zwei vor der Mall eröffnen durfte.
Er habe diese Tortur auf sich genommen, „weil ich mich verantwortlich dafür fühle, dass wir diese Pandemie möglichst bald überwunden haben“. Reich werde er davon auch nicht, sagt Mäurer: Ich bekomme pro Schnelltest zwölf Euro vom Staat“, sagt er, „eigentlich zehn Euro, denn da ist die Mehrwertsteuer schon drin.“ Um das Testangebot realisieren zu können, muss er vier geschulte Kräfte – drei Apotheker und eine Pharmazeutisch Technische Assistentin – dafür abstellen. Dazu kommen acht Hilfskräfte für Verwaltung und Datenerfassung. „Für mich ist das ein Ritt auf der Rasierklinge“, sagt Albert Mäurer.
Test an meet ist nicht erlaubt
In der laufenden Woche ist die Teststelle vormittags von 9.30 Uhr bis 11 Uhr und nachmittags von 16 bis 18 Uhr besetzt. „Wir wollen herausfinden, wann es am meisten nachgefragt wird“, sagt der Apotheker und erzählt, dass sich am Breuningerland auch Personen zum Schnelltest anmelden, die am nächsten Tag in die Ferien nach Mallorca fliegen wollen.
Die Läden im Center können von den Tests nicht unmittelbar profitieren. „Wir sind ja kein Modellprojekt“, sagt die Centermanagerin. Die Gäste können also nicht, wie etwa in Tübingen, mit negativem Test zum Einkaufen gehen. Statt Test an meet gelte zurzeit nur Click and meet. „Wir mussten wieder auf die Grundversorgung herunterfahren“, sagt Mustroph.
Auf der Suche nach einer gemeinsamen Öffnungsstrategie
Leider seien die Prognosen für die Branche gegenwärtig sehr düster, meint Fabian Kowalski. „Das Angebot von Schnelltests bringt uns Stand heute also erst mal nichts“, sagt der Manager. Dennoch werde das Betreiberunternehmen ECE demnächst auch im Marstall eine Teststation aufbauen. Damit wolle man die Stadt Ludwigsburg unterstützen. Außerdem arbeite man an „einer vernünftigen Öffnungsstrategie“. Es gehe darum, dass alle gemeinsam gut auf den erhofften Tag X nach Corona vorbereitet seien.
Dank positiver Erfahrungen an anderen Standorten seien auch die Betreiber der Wilhelm-Galerie dabei, eine Teststelle aufzubauen, erklärt die Managerin Daniela Parezanovic. Sobald die Behörden eine Öffnung gestatteten, sei sichergestellt, „dass entsprechende Testkapazitäten vorhanden sind, um etwa wieder den Besuch von Fußpflege- oder Nagelstudios, Fitnessstudios oder Kinos zu ermöglichen“.