Fahr-Rad!-Offensive Zuffenhausen Radfahrer wünschen sich Verbesserungen

Von Bernd Zeyer 

Bei einer Fahrradtour durch Zuffenhausen mit anschließender Diskussionsrunde sind Ideen gesammelt worden.

Gut ein Dutzend Radler sind Foto: Bernd Zeyer
Gut ein Dutzend Radler sind Foto: Bernd Zeyer

Zuffenhausen - Vor ziemlich genau einem Jahr ist die „Fahr-Rad!-Offensive“ Zuffenhausen an den Start gegangen. Der Bezirk, so der Grundgedanke, soll für Radler sicherer und attraktiver gemacht werden. Rund zehn Treffen und einen Aktionstag hat es seitdem gegeben, bei denen eine Menge Ideen gesammelt worden sind. Gut ein Dutzend Radler haben sich nun am Freitag in den Sattel geschwungen, um bei einer Infotour durch den Bezirk die gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen und weitere Anregungen zu sammeln. Anschließend ist in der Zehntscheuer über den Stand der Dinge diskutiert worden.

Unterführung ist ein Ärgernis

Exakt 44 Seiten ist sie lang, die Powerpoint-Präsentation, die Frank Zühlke vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in der Zehntscheuer vorstellte. Fein säuberlich sind dort neuralgische Stellen aufgelistet, wo Verbesserungen Radlern ihre Fahrt erleichtern sollen. Zu den Ärgernissen zählen hohe Bordsteinkanten, in der Fahrbahn liegende Schienen, unklare Vorfahrtverhältnisse sowie unübersichtliche Einmündungen. Zudem wünschen sich die Radfahrer, dass weitere Einbahnstraßen für sie geöffnet werden. Auch Tempo 30 beispielsweise in der Unterländer Straße oder einem Teil der Ludwigsburger Straße würde es laut Zühlke sicherer machen, mit dem Drahtesel dort unterwegs zu sein. Ein großes Ärgernis ist die Unterführung am oberen Ende der Unterländer Straße. „Die ist bei Regen für Wassersport geeignet“, sagte Grünen-Bezirksbeirat Dieter Kümmel. Zudem würden die alten Straßenbahnschienen ein enormes Sturzrisiko darstellen. Der Durchlass, da war man sich am Freitag einig, muss radfreundlicher werden. Ob die Bahn da freilich mitmacht, wurde bezweifelt. „Bevor die Bahn eine neue Brücke baut, ist Stuttgart 21 fertig“, meinte Peter Blum vom Bürgerverein.

Zebrastreifen statt Hüpfinseln

Auch wo es bereits gute Radwege gibt, kann noch etwas getan werden. Als Beispiel führte Zühlke den Rotweg an. Dort war vor nicht allzu langer Zeit zwar ein Radstreifen angelegt worden, er wird aber durch zwei Hüpfinseln für Fußgänger unterbrochen. Das mache die Lage für einige Verkehrsteilnehmer ziemlich unübersichtlich. „Die Hüpfinseln könnten durch Zebrastreifen ersetzt werden“, schlug der Mann vom ADFC vor.

Die Bezirksbeiratsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und SÖS/Linke haben den Maßnahmenkatalog in einen Antrag gegossen, der am 22. Januar im Bezirksbeirat zur Abstimmung kommen soll. Dieter Kümmel formulierte noch einmal das Ziel der „Fahr-Rad!-Offensive“, die im März 2013 weitergehen soll: „Radfahrer müssen als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer akzeptiert werden.“

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