Fake News in Coronakrise Youtube spendet nicht pro Klick an Klinik in Bergamo

Von the/dpa 

Kein Tag vergeht in der Coronakrise, ohne dass massenweise Fake News im Netz verbreitet werden. Diesmal handelt es sich um einen Kettenbrief, der auf Whatsapp sein Unwesen treibt.

Obacht bei dem, was derzeit via Whatsapp zum Coronavirus geteilt wird. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa/Yui Mok
Obacht bei dem, was derzeit via Whatsapp zum Coronavirus geteilt wird. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa/Yui Mok

Stuttgart - Es klingt so schön: Man klickt bei Youtube auf den Italo-Klassiker „Rinascerò, Rinascerai“ von Roby Facchinetti und ein Krankenhaus in der vom Coronavirus besonders gebeutelten italienischen Stadt Bergamo bekommt eine Spende. Allein: Diese Nachricht, die als Kettenbrief auf Whatsapp kursiert, ist fake.

Inzwischen hat sich der Künstler selbst zu Wort gemeldet: „Wir distanzieren uns von diesen falschen Informationen“, schreibt Facchinetti. „Der einzige Weg, um zu helfen, ist, den Song bei den autorisierten digitalen Plattformen zu kaufen.“

Lesen Sie hier: Fake News in Coronazeiten – „Nein, Luftanhalten ist kein Schnelltest“

Man tut also nicht Gutes, indem man einfach bei Youtube auf das Musikvideo klickt. Nur wenn man das Lied bei Spotify oder Amazon Music kauft, gehen die Einnahmen an das Krankenhaus Papa Giovanni XXI in Bergamo.

Auch die Internetseite Mimikama, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, über Internetmissbrauch und Falschmeldungen aufzuklären, warnt inzwischen vor dem Whatsapp-Kettenbrief.

In Zeiten der Verunsicherung haben Fake News Hochkonjunktur

Warum kursieren derzeit so viele Fake News, die sich in allen erdenklichen Formen um das Coronavirus drehen? „Falschinformationen gibt es im Prinzip immer“, sagt der Jenaer Medienpsychologe Tobias Rothmund. Aber wenn Menschen verunsichert seien oder sich bedroht fühlten, würden sie besonders stark weiterverbreitet.

Im Extremfall führten solche Falschmeldungen nicht nur zu mehr Angst und Panik, sondern schadeten der Gesundheit - etwa bei irreführenden Tipps zur Vorbeugung oder Behandlung einer Infektion, warnte der Social-Media-Forscher. Jeder sei daher gefordert, Informationen kritisch zu hinterfragen, bevor er sie an Bekannte weiterleite.