Fall Epstein – Prinz Andrew dementiert vehement „Randy Andy“ spielt gerne mit dem Feuer

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Der Fall des verstorbenen Milliardärs Jeffrey Epstein bringt den Buckingham-Palast in Bedrängnis. Erneut dementiert Prinz Andrew etwas mit den kriminellen Machenschaften zu tun zu haben. „Randy Andy“ sorgt im britischen Königshaus seit Jahren für negative Schlagzeilen.

Hat kein Händchen für die Imagepflege des  britischen Königshauses:  Prinz Andrew (59), der Bruder des Thronfolgers Prinz Charles. Foto: dpa
Hat kein Händchen für die Imagepflege des britischen Königshauses: Prinz Andrew (59), der Bruder des Thronfolgers Prinz Charles. Foto: dpa

Stuttgart - Viele Fragen sind offen in dem Fall um den verstorbenen, mutmaßlichen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Der 66-jährige US-Milliardär und mutmaßliche Sexualverbrecher war am 10. August 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York City aufgefunden worden. Er soll der Obduktion zufolge Suizid begangen haben. Epstein saß seit Juli 2019 in Untersuchungshaft, weil er jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben soll.

Prinz Andrew hat angeblich nie einen Verdacht gehegt

Unterdessen hat sich der Herzog von York, Prinz Andrew (59), in einer Stellungnahme erneut zu seiner „Verbindung oder Freundschaft“ mit dem verstorbenen, mutmaßlichen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geäußert – mit für den Buckingham-Palast ungewöhnlicher Vehemenz. Bereits vor ein paar Wochen dementierte er jegliche Verwicklungen in kriminelle Machenschaften. Er habe den US-Finanzier 1999 kennengelernt und ihn danach nur unregelmäßig und höchstens ein- bis zweimal im Jahr gesehen, so Prinz Andrew. „In der begrenzten Zeit, die ich mit ihm verbracht habe, wurde ich niemals Zeuge eines Verhaltens, das letztlich zu seiner Verhaftung und Verurteilung geführt hat“, erklärte der Prinz nun. Er habe auch nie einen entsprechenden Verdacht gehegt, heißt es in dem Statement.

Ein mutmaßliches Opfer bringt ihn in Bedrängnis

Britische Zeitungen wie die „Daily Mail“ hatten ein Foto veröffentlicht, auf dem Prinz Andrew mit einem damals 17-jährigen mutmaßlichen Opfer zu sehen ist, das erklärt hat, Epstein habe es zwischen 1999 und 2001 dreimal zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen. Virginia G. hatte schon 2011 ausgesagt, dass der Prinz die Wahrheit kenne über Epsteins Missbrauch minderjähriger Mädchen und gezwungen werden müsse, vor Gericht auszusagen. In seinem Statement sprach Prinz Andrew Epsteins Opfern sein tiefes Mitgefühl aus. „Es ist eine schwierige Zeit für alle Betroffenen, und ich kann Herrn Epsteins Lebensführung beim besten Willen weder verstehen noch erklären.“ Er verurteile jede Form der Ausbeutung eines menschlichen Wesens, „und ich würde ein solches Verhalten weder stillschweigend billigen noch daran teilhaben oder es ermutigen“, so der Herzog von York.

Eine Affäre mit einer Schauspielerin machte Schlagzeilen

Es ist nicht das erste Mal, dass Andrew, aktuell die Nummer fünf in der britischen Thronfolge, das Image des britischen Königshauses beschädigt. Schon in den Achtzigerjahren bekam er von der britischen Boulevardpresse den Spitznamen „Randy Andy“ („Geiler Andy“) verpasst, nachdem seine Affäre mit der Schauspielerin Koo Stark an die Öffentlichkeit kam. 1986 heiratete Andrew Sarah Ferguson – Fergie –, die die Queen angeblich nie leiden konnte. Sechs Jahre später trennte sich das Paar, 1996 ließen sich die beiden scheiden. In der Zwischenzeit tauchten Fotos auf, die Fergie und den US-Finanzmanager John Bryan im Urlaub zeigten. Sie oben-ohne, er an ihrem Zeh saugend – Skandal im Königshaus! Die damals 32-Jährige trug damals schließlich noch den Titel Herzogin von York. Zwar nur indirekt, aber trotzdem rufschädigend für Prinz Andrew.

Zahlreichen Liebschaften, angeblich auch mit Sängerin Courtney Love

Doch auch Prinz Andrew ließ nichts anbrennen. Mindestens 15 verschiedene Liebschaften soll er gehabt haben, listete die Zeitung „Independent“ 2006 auf. Darunter angeblich die Schauspielerin Angie Everhart, „Playboy“-Model Denise Martell sowie die Sängerin Courtney Love. Zum traditionellen Pferderennen in Ascot nahm Andrew vor ein paar Jahren das Unterwäschemodel Dara Tomanovich als Begleitung mit. Für Unmut sorgt auch Andrews Hang zum Luxus. Seine Lieblingsziele sind Dubai oder Thailand, die Karibik und die Philippinen. Gerne wohnt er in Luxushotels oder chartert teure Jachten. Angeblich lässt er sich dafür gerne von „Geschäftspartnern“ einladen oder reist auf Kosten des Steuerzahlers, deswegen wird er auch „Airmiles-Andy“ genannt. Bei einer Brasilienreise zeigten ihn 2002 Fotos, umgeben von Mädchen in Bikinis auf einer Luxusjacht.

Verbindungen zu Diktatoren und Despoten

Am schwersten wiegen jedoch Andrews Kontakte zu Diktatoren, Despoten und dubiosen Geschäftsmännern. So soll er 2011 den Sohn des ehemaligen libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam al-Gaddafi, im Buckingham Palast empfangen haben. Auch den Schwiegersohn des despotischen tunesischen Ex-Präsidenten Ben Ali soll schon bei Prinz Andrew zu Gast gewesen sein. Sein Anwesen Sunninghill Park, ein Hochzeitsgeschenk der Queen, verkaufte Andrew 2007 an den Schwiegersohn des kasachischen Präsidenten.

Bereits 2011 erschütterte Andrews angebliche Verstrickung in die Epstein-Affäre das britische Königshaus. Dass sich der Sohn von Königin Elisabeth II. auch nach Epsteins Verurteilung nicht von dem Unternehmer distanzierte, sorgte in Großbritannien für Aufruhr. Angeblich soll Epstein sogar die Schulden von Andrews Ex-Frau Fergie bezahlt haben.