Familien in Mönsheim aufgeschmissen Belegschaft krank: Kita macht zu
Interne Probleme im Team der Villa Kunterbunt sollen zu vielen Krankmeldungen geführt haben und nun mithilfe eines externen Coachings angegangen werden.
Interne Probleme im Team der Villa Kunterbunt sollen zu vielen Krankmeldungen geführt haben und nun mithilfe eines externen Coachings angegangen werden.
In den vergangenen Tagen gab es offensichtlich ein größeres Problem in einer der drei Kindertagesstätten in Mönsheim. In der jüngsten Gemeinderatssitzung fragten Eltern angesichts einer kurzfristigen Schließung der Villa Kunterbunt, deren Träger die Gemeinde ist und die 54 Betreuungsplätze hat, was das Problem mit der Einrichtung sei und wie die Öffnung künftig sichergestellt werden kann. Mehrere Mitarbeitende der Kita hatten sich Anfang letzter Woche krankgemeldet, sodass die Gemeinde sie schließen musste.
Der Bürgermeister Michael Maurer formulierte das in seiner Antwort an die Eltern so: „Wir haben Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen in einem Ausmaß bekommen, dass der Betrieb mit der Restmannschaft nicht mehr aufrechterhalten werden konnte.“ Er sei sich im Klaren darüber, dass dies eine unpopuläre Entscheidung gewesen sei, für den Ärger der Eltern habe er vollstes Verständnis.
Auf Nachfrage führte Michael Maurer gegenüber unserer Zeitung aus, dass sich insgesamt 15 von rund 20 Beschäftigten kurzfristig krankgemeldet hätten. Aufgrund des festgelegten Betreuungsschlüssels sei damit eine weitere Öffnung nicht möglich gewesen. So gab es an zwei Tagen eine Notbetreuung, an drei Tagen war vollständig geschlossen. „Stand heute gibt es aber genügend Personal, um den Betrieb fortzuführen“, sagte er in der Sitzung am Donnerstag. Er gehe auch davon aus, dass die noch Erkrankten die Arbeit wieder aufnehmen werden.
Michael Maurer ließ gegenüber unserer Zeitung durchblicken, dass es im Team der Kita wohl seit geraumer Zeit interne Probleme gäbe. Es seien schon vor der Sommerpause Gespräche mit Eltern sowie Erzieherinnen und Erziehern und der Kita-Leitung geführt worden. Offensichtlich gebe es „Dinge aus der Vergangenheit, die das Fass nun wohl zum Überlaufen gebracht haben“, so Maurer. „Andere sagen, das war vielleicht ein Hilferuf“, meinte er. „Ich habe in den vielen Gesprächen von niemandem gehört, dass ihm die Arbeit keinen Spaß macht“, aber jetzt menschele es halt an der einen oder anderen Stelle.
Nun sollen die Probleme mithilfe einer professionellen Supervision aufgearbeitet werden. Dies soll mithilfe der Coaching-Fachfrau Sabine Alexandra Grebe aus Leonberg geschehen, sagte Michael Maurer. Das Ziel solle sein, dass alle Beteiligten wieder konstruktiv miteinander umgehen können. Es müssten auch organisatorische Dinge geklärt werden. „Als Träger ist es unser oberstes Ziel, dass die Einrichtung offenbleibt und die Leute gerne zur Arbeit kommen“, so Maurer.
Eine Mutter fragte nach einem Plan B, wenn es in der kälteren Jahreszeit wieder vermehrt zu Personalausfällen kommen sollte. Der Bürgermeister sagte, man wolle für solche Fälle jetzt einen Notfallplan aufstellen, den es bisher nicht gibt und der auch die Vertretungen regelt. Es sei auch möglich, Personal von anderen Kitas im Ort dazu zu holen. „Im Übrigen war ich heute derjenige, der das Essen für die Kinder für kommende Woche bestellt hat“, sagte er im Gemeinderat in Richtung der Eltern. Die Eltern könnten sich darauf verlassen, „dass es läuft, Sie haben einen Rechtsanspruch darauf“, versicherte Maurer den Eltern.
Auf der Homepage der Gemeinde sucht diese nach mehreren Erzieherinnen und Erziehern für ihre beiden Kitas Villa Kunterbunt und Wichtelhaus. In Mönsheim gibt es außerdem noch den Waldkindergarten Waldwichtel in privater Trägerschaft sowie die Betreuung durch den Verein Tagesmütter Enztal.