Fasnet in Coronazeiten Schwarze Husaren trainieren und feiern digital

Hand an Schulter und dann gemeinsam vor Publikum tanzen – daraus wird diesmal zur Faschingszeit nichts. Foto: /Lg/Zweygarth
Hand an Schulter und dann gemeinsam vor Publikum tanzen – daraus wird diesmal zur Faschingszeit nichts. Foto: /Lg/Zweygarth

Die Garden sind das Aushängeschild des Fasnetvereins in Stuttgart-Vaihingen. Wie die Schwarzen Husaren die jungen Tänzer auch in Coronazeiten begeistern.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Vaihingen - Seit vielen Jahren ist Michaela Erhardt Mitglied bei den Schwarzen Husaren, mittlerweile ist sie die Schatzmeisterin des Vereins. Und so lange sie denken kann, ist die Fasnet immer gefeiert worden. Nur einmal musste das bunte Treiben ausfallen – damals 1991, zu Beginn des Ersten Golfkriegs.

In diesem Jahr ist die schwäbisch-alemanische Fasnet zwar nicht gestrichen, doch die Narren begehen sie anders und in deutlich kleinerem Rahmen. Umzüge und große Feten müssen entfallen. Doch verkleiden und sich virtuell treffen und feiern, das geht. Und genau das wollen die Schwarzen Husaren an diesem Wochenende, an dem eigentlich ihr Kostümball in der Festhalle des TSV Rohr hätte stattfinden sollen, machen. „Manche haben was vorbereitet, eine Bütt oder so. Jeder konnte etwas einreichen“, sagt Michaela Erhardt und ergänzt: „Digital ist besser als nichts.“ Das gilt auch für die Garden, das Aushängeschild des Vereins. Wegen der hohen Infektionszahlen in der Coronapandemie können sie nicht gemeinsam in der Halle trainieren. So war es auch im vergangenen Jahr über weite Strecken. Doch um fit und gelenkig zu bleiben, sind regelmäßiges Krafttraining und Dehnungsübungen notwendig. Und natürlich wolle man die Kinder und Jugendlichen bei der Stange halten und motivieren, sagt Erhardt. Der Verein habe das große Glück, „eine Gardemeisterin und eine Cheftrainerin zu haben, die einen großartigen Job machen“. Das Betreuerteam insgesamt investiere viel Zeit und Mühe.

Der Verein organisiert viele Team-Events

„Unser Motto ist, so viel Normalität wie möglich zu erhalten“, sagt die Gardemeisterin Marie-Therese Ludwig. Darum biete der Verein digitales Training an – und zwar zweimal die Woche für jede Gruppe. „Das ist natürlich etwas völlig anderes als ein gemeinsames Präsenztraining, wovon unser Sport ja lebt. Aber es funktioniert“, sagt die Gardemeisterin. Dies auch dank der Unterstützung seitens der Eltern, die ihren Nachwuchs motivieren und ihm beispielsweise beim Einloggen in den digitalen Trainingsraum helfen. Umgedreht biete der Verein viele Team-Events an. „Wir haben uns zu Halloween am Computer getroffen, hatten eine digitale Weihnachtsfeier und haben sogar gewichtelt. Jedes Kind hat einem anderen ein kleines Geschenk nach Hause gebracht und vor die Tür gestellt“, berichtet Marie-Therese Ludwig.

An diesem Wochenende ist Kinderfasching, aber nur für die Vereinsmitglieder und natürlich auch nur digital. „Aber jeder darf mal in sein Kostüm schlüpfen und hat einen kleinen Mini-Auftritt“, sagt die Gardemeisterin. Für die Pflegeheime auf den Fildern, in denen die Garden sonst in diesen Wochen unterwegs sind, um die Senioren zu erfreuen, hat der Verein ein kleines Video zusammengeschnitten und verschickt. „Wir wollen die Faschingszeit wenigstens ein bisschen feiern – im Rahmen des Möglichen.“




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