Fasnet in Weil der Stadt Mit Volldampf zurück in die schrillen 90er

Die Närrinnen und Narren in der Stadthalle sind bestens gelaunt. Foto: /Simon Granville

Der Zunftball am Samstagabend in der Festhalle eröffnet die Ballsaison der Weiler Fasnet und entführt in diesem Jahr Närrinnen und Narren in die 90er Jahre.

Bereits in der Schlange vor der Halle fallen bunte Haare und Sonnenbrillen, kurze Röcke und enge Tops ins Auge – und das bei eisigen Minusgraden. Ein richtiger Fasnetsnarr scheint die nicht zu spüren und wie heißt es so schön: „Fasnet lebt, wer sie in sich trägt!“ Dieser Slogan prangt auch über der Bühne der aufwendig dekorierten Halle, die um 20 Uhr bereits voll besetzt ist. Das Fasnetsgefühl steigert sich noch mit den ersten Takten der Narrenkapelle. Die ersten Gäste stehen bereits auf ihren Stühlen, klatschen und freuen sich über die Gruppen, die hinter Büttel, Herold, Siebenerrat und dem AHA-Ballett in die Halle und Richtung Bühne ziehen.

 

Die Glocke des Büttels und das Klingen der Schellen sind Töne, die zur Fasnet gehören, bei der wieder alle Gruppen dabei sind – und wie! Einige Hexen lassen es sich nicht nehmen und schnappen sich ein paar Mädchen, die an der Hallenwand lehnen, treiben ihren Schabernack mit ihnen. Ein Schlehengeist fuchtelt mit seiner Schweinsblase vor dem Gesicht einer jungen Frau herum, die als Ordnungshüterin verkleidet ist.

Zunftmeister Daniel Kadasch begrüßt Ehrengäste

Dann begrüßt Zunftmeister Daniel Kadasch Ehrengäste, darunter den Bürgermeister sowie den Ersten Beigeordneten, die Pfarrerin und den Pfarrer der Keplerstadt, Ehrenmitglieder der Zunft, sowie alle anderen Anwesenden. Seine Stimme ist kräftig, ein Zeichen, dass zahlreiche Höhepunkte der Fasnet noch ausstehen. Traditionell vor dem Zunftball hat der katholische Pfarrer Anton Gruber gemeinsam mit Mitgliedern der Narrenzunft AHA die Narrenmesse in der Kirche St. Peter und Paul gestaltet, bei der die fünfte Jahreszeit auch ihren Segen bekommen hat.

Die Programmpunkte folgen Schlag auf Schlag, unterhaltsam moderiert von Jenny Langella und Christof Ansel – letzterer verkleidet als Wolfgang Petry. Zum letzten Mal ist Marielle Wiemer verantwortlich für das Programm des Zunftballs. Ihre offizielle Verabschiedung soll beim Hexenball stattfinden. Auf dem diesjährigen Zunftorden, mit dem der Zunftmeister zahlreiche Mitglieder ehrt, findet das AHA-Ballett einen Platz, dem seit diesem Jahr die neue Majorin Selina Hörner vorsteht. Die Steckentäler feiern 2024 ihr 44-jähriges Jubiläum und zeigen dies bei ihrem Auftritt mit dem „44 Years Jubi-Rap“. Auch die 35 Neuaufnahmen der Gruppen machen deutlich, dass sie sich ihr Häs verdient haben und zwar bei der Darstellung verschiedener Kinderserien der 90er Jahre, musikalisch untermalt mit den Titelsongs der jeweiligen Serie. Junge, begeisterte Närrinnen und Narren tanzen dabei über die Bühne, die Narrenzunft scheint keine Nachwuchssorgen zu haben.

Die Narrenzunft AHA scheint keine Nachwuchssorgen zu haben

Beim bunten Treiben, nach dem fast zweistündigen und sehr unterhaltsamen Programm, trifft man die Pfarrerin Eva Ulmer im glitzernden, roten Top mit ihrem katholischen Pendant, den Bürgermeister im glitzrig-grünen Trainingsanzug und lachende und strahlende Gesichter. Die Josy Miller Band sorgt für beste Stimmung mit Hits – nicht nur aus den 90ern. Die Kostüme sind fantasievoll und richtige Hingucker, so wie die mit lamettaartigen Glitzerfäden geschmückten bunten Anzüge einer ganzen Gruppe. Spaß und gute Stimmung stehen im Vordergrund einer langen Nacht.

Weitere Weiler Fasnets-Höhepunkte: Musikerball, 27. Januar, 19 Uhr; Hexenball, 3. Februar, 19.11 Uhr; Narrensprung, 4. Februar, 14 Uhr ; Schmotzige und närrische Sitzung, 8. Februar, 19 Uhr; Großer Umzug, 11. Februar, 14 Uhr; Kinderumzug, 13. Februar, 14 Uhr; Käpselesball, 15 Uhr; Fasnetsverbrennung, 14. Februar, 24 Uhr. Zusätzliche Informationen unter: https://www.narrenzunft-aha.de/#!/termine/ .

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