Fassanstich am 20. April Helfer gesucht – was verdient man beim Stuttgarter Frühlingsfest?

Ob Kettenkarussell, Dosenwerfen oder Wurstbude: Jeder Schausteller ist auf fleißige Mitarbeiter angewiesen. Foto: Lichtgut/Zophia Ewska

Etwa 1000 Mitarbeiter helfen beim Stuttgarter Frühlingsfest an den rund 220 Schaustellerständen und Imbissbuden mit. Die meisten bezahlen über Mindestlohn, an manchen Ständen werden noch Helfer gesucht.

Ludwigsburg: Maximilian Kroh (kro)

Sie sind die vermutlich unscheinbarsten Akteure jedes Volksfests und doch würde ohne sie gar nichts gehen – auch nicht auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Ob im Kassenhäuschen, beim Kartenabreißen oder am Würstchengrill, die Mitarbeiter der rund 220 Imbissbuden, Fahrgeschäfte und Vergnügungsstände halten den Laden am Laufen. Etwa 1000 festangestellte Mitarbeiter und Aushilfskräfte sind während des Frühlingsfests im Einsatz auf dem Cannstatter Wasen, am 20. April geht es los.

 

Das Gros der Mitarbeitenden wird dann auch direkt gefordert sein – klar, denn an den Wochenenden ist auf dem Cannstatter Wasen besonders viel geboten. Bezahlt werden die Helfer pro Stunde, der gesetzliche Mindestlohn von 12,41 Euro ist in jedem Fall fällig. „Die meisten Beschicker zahlen aber mehr, der Durchschnittslohn liegt bei 14 Euro“, sagt Mark Roschmann, der erste Vorsitzende des Schaustellerverbands Südwest Stuttgart. Man könne bei einigen Standbetreibern aber sogar bis zu 15 Euro in der Stunde verdienen.

Auch die Arbeitszeiten richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben – acht Stunden pro Tag sind das Maximum, in Ausnahmefällen können es auch zehn sein. Viele Beschicker setzen bei ihren Aushilfskräften deshalb auf zweierlei Mitarbeiter-Riegen, die sich alle zwei Tage abwechseln. „Für uns bedeutet das natürlich auch, dass wir mehr Personal brauchen und mehr Bürokram erledigen müssen. Die ganzen Mitarbeiter müssen ja angemeldet werden“, sagt Roschmann, der auf dem Frühlingsfest mit Mais-Imbiss und Kinderkarussell vertreten ist. „Es läuft halt nicht mehr wie vor 30 Jahren, als die Leute noch durchgearbeitet haben.“

Aber was für Menschen helfen an den Ständen? Zum einen gibt es da den festen Stamm der Mitarbeiter, die das ganze Jahr über mit den Schaustellern durchs Land reisen. Und es gibt die Aushilfskräfte, die vorwiegend aus Stuttgart und Umgebung kommen. Das sind laut Roschmann nicht etwa Schüler und Studierende, sondern vor allem Menschen mit Halbtagsjob. „Viele arbeiten tagsüber im Supermarkt oder Friseursalon und kommen dann abends zu uns.“

Manche Schausteller suchen sogar noch Leute, auch wenn das nur vereinzelt vorkomme. „Den groben Stamm haben die meisten zusammen, da will man nichts dem Zufall überlassen“, sagt Roschmann. Er selbst kann auf ein eingespieltes Team zurückgreifen, die meisten seiner Leute arbeiten schon seit Jahren bei ihm. Mit dem Großteil habe er schon beim Cannstatter Volksfest im Herbst abgeklärt, dass sie auch in diesem Jahr wieder am Maisstand dabei sind.

Agentur für Arbeit vermittelt auf dem Wasen

Die Verbindungsstelle für Arbeitssuchende und Schausteller ist das Wasenbüro, eine Außenstelle der Agentur für Arbeit auf dem Gelände. „Da können sich die Beschicker melden, wenn sie merken, dass ihnen doch noch ein, zwei Leute mehr an ihrem Stand gut täten“, erklärt Mark Roschmann. Und auch alle, die auf dem Frühlingsfest mitarbeiten wollen, können von dort auf eine Jobvermittlung hoffen.

Wie gut das in der Praxis funktioniert, nehmen Schaustellerverband und Agentur für Arbeit allerdings unterschiedlich wahr. Zwar findet Roschmann es „sehr gut“, dass es eine solche Anlaufstelle gibt, die Vermittlung von dort gehe aber „gegen Null“. Von Seiten der Agentur für Arbeit ist man dagegen sehr zufrieden mit dem Projekt. So wird das Wasenbüro in diesem Jahr nicht nur vor Beginn des Frühlingsfestes vom 15. bis 19. April geöffnet sein, sondern zusätzlich am 22. April – wegen der hohen Nachfrage, wie die Arbeitsagentur mitteilt.

Stuttgarter Frühlingsfest

Fassanstich
Der „Wasen-Bürgermeister“ Thomas Fuhrmann eröffnet das Stuttgarter Frühlingsfest 2024 am 20. April um 11.30 Uhr mit dem Fassanstich im „Göckelesmaier“-Festzelt. Anschließend geht auf dem Wasen 23 Tage lang die Post ab. Von Montag bis Freitag ist das Gelände ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags sogar ab elf Uhr. Das Frühlingsfest endet in diesem Jahr am 12. Mai.

Wasenbüro
Schon jetzt können sich Interessierte, die auf dem Frühlingsfest arbeiten möchten, bei der Agentur für Arbeit am Stuttgarter Nordbahnhof melden. Vom 15. bis 19. April zieht das Vermittlungsbüro ins Gebäude auf dem Wasengelände um, auch am 22. April ist das Wasenbüro noch mal geöffnet.

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