Herrenberg - Doch keine Bakterien im Wasser. Schuld an dem Fehlalarm war ein fehlerhaftes Laborergebnis und dem wiederum lag ein Schreibfehler zugrunde. Karsten Kühn, der Leiter der Stadtwerke Herrenberg, erklärt den Lapsus des externen Labors so: „Im Befund waren null Coli-Bakterien eingetragen, doch durch einen Tippfehler hat ein Mitarbeiter des Labors aus der Null eine Zwei gemacht und damit den Alarm und die Kette von Maßnahmen ausgelöst.“
In den vergangenen zwei Tagen hat das fehlerhafte Ergebnis nicht nur die Kernstadt Herrenberg, sondern auch die Stadtteile Gültstein, Mönchberg und Kayh in Atem gehalten. Denn dort hatte die Stadt verfügt, das Trinkwasser aus Sicherheitsgründen abzukochen. Das ist jetzt natürlich nicht mehr nötig, ebenso ist es wieder erlaubt, das Trinkwasser zum Duschen, Baden und Kochen zu nutzen, und natürlich zu seinem eigentlichen Zweck: zum Trinken.
Die Stadtwerke arbeiteten schon lange mit dem Labor zusammen und Karsten Kühn nimmt es erst einmal gelassen: „Wo Menschen arbeiten, da passieren halt Fehler.“ Erst im Nachgang wollen sich die Stadtwerke den Vorgang ansehen und ihn anschließend so verbessern, dass keine weiteren solchen Fehler mehr passieren können.
Tippfehler mit weitreichenden Folgen
Denn der kleine Tippfehler hatte weitreichende Folgen. Als die vermeintliche Verunreinigung im Hochbehälter Markweg am Mittwoch publik wurde, musste die Feuerwehr mit Lautsprecherdurchsagen die Bewohner der Stadtteile und der Kernstadt warnen. Zwar können Coli-Bakterien einem gesunden Menschen nicht viel anhaben, doch ist Vorsicht geboten bei Menschen mit Vorerkrankungen. Deswegen beschlossen die Stadtwerke zusätzlich zum Gebot, das Trinkwasser in den betroffenen Gebieten abzukochen, die Leitungen mit Chlor zu spülen, um sie zu desinfizieren. Chlorhaltiges Wasser ist nach den Angaben der Stadtwerke für den Menschen unschädlich, könnte aber beispielsweise die Tiere eines Aquariums in Mitleidenschaft ziehen.
Die Stadtwerke haben das Chlor nun auch wieder abgestellt und spülen zur Zeit die Leitungen mit frischem Wasser durch. Wie die Stadtwerke weiter mitteilen, würde das Chlor in den kommenden Tagen im Trinkwassernetz abgebaut, möglicherweise sei aber hie und da noch ein Geruch nach Chlor wahrnehmbar.
Nachdem der Fehler entdeckt war, hat das Labor die Proben noch einmal geprüft. Das Ergebnis lautete: Das Trinkwasser im Hochbehälter ist nicht verunreinigt und kann bedenkenlos verwendet werden. In Absprache mit dem Gesundheitsamt wurde das Abkochgebot daher aufgehoben und die Bevölkerung informiert.
Das Trinkwasser ist sauber
„Wir sind nun erst einmal beruhigt darüber, dass das Trinkwasser sauber ist und gefahrenlos verwendet werden kann“, erklärt Karsten Kühn. Auch wenn es sich um einen falschen Alarm handelte: „Wir konnten alle notwendigen Maßnahmen in kürzester Zeit ergreifen. Das beweist: Für den Ernstfall sind die Stadtwerke gut aufgestellt“, sagt Kühn.
Inzwischen hat auch die Stadtverwaltung von Herrenberg zu dem Vorfall Stellung genommen. „Für die professionelle und schnelle Unterstützung möchte ich mich ganz besonders bei den Mitarbeitenden der Stadtwerke und der Feuerwehr bedanken“, erklärt der Herrenberger Oberbürgermeister Thomas Sprißler. „So waren wir in der Lage, schnell zu reagieren und die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung zu informieren.“