Feinstaub in Stuttgart Teil der Mooswand abgestorben

Von red/dpa 

Es ist wieder Feinstaubalarm in Stuttgart, und da kommt diese Nachricht zu ungelegener Zeit: Die Mooswand an der Bundesstraße 14, die zur Luftverbesserung beitragen soll, muss zu einem guten Teil ausgetauscht werden.

Die Mooswand an der B14 soll zur Verbesserung der Luftqualität beitragen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die Mooswand an der B14 soll zur Verbesserung der Luftqualität beitragen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Ein Drittel der Mooswand, die am stark von Feinstaub belasteten Neckartor in Stuttgart die Luft verbessern soll, muss ausgetauscht werden. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Für rund 5000 Euro wird das Amt für Umweltschutz in den kommenden Tagen neues Moos anbringen. Neben dem Zustand der grünen Wand bereitet der Stadt auch Vandalismus Sorgen. Mehrere Messgeräte wurden beschädigt. Zuvor hatte der „SWR“ darüber berichtet. Währenddessen gibt in Stuttgart den vierten Feinstaubalarm seit Mitte Oktober.

Der trockene Sommer und Frühherbst haben dem Moos laut Stadt zu schaffen gemacht. An anderen Stellen würden Algen die Pflanzen schwächen. „Wir werden das abgestorbene Moos ersetzen, damit der Versuch ordentlich weiterlaufen kann“, sagte der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold. „Nur so können wir verlässliche Ergebnisse erzielen.“ Die Moosmatten wurden im März entlang der Bundesstraße 14 angebracht. Experten gehen davon aus, dass die feingliedrige Landpflanze den gefährlichen Feinstaub und Stickoxid binden und sogar in Pflanzenmasse umwandeln kann.

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Bis zum Jahresende werden erste Ergebnisse aus dem Feldversuch vorliegen. Von diesen und weiteren Erkenntnissen macht Pätzold abhängig, ob das Experiment Mooswand fortgeführt werden wird. Der wissenschaftliche Versuch wird auch durch Vandalismus gefährdet. Messgeräte wurden umgeworfen, Teile der Apparatur aufgebrochen und gestohlen.

Auch ohne intakte Mooswand blieben die gemessenen Werte am Feinstaub-Hotspot Neckartor während des aktuellen Feinstaubalarms unter dem EU-Grenzwert. Am Donnerstagabend wurden dort 23 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen - erlaubt sind 50. Das geht aus Daten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) hervor. Auch am Vortrag blieben die Werte mit einem Tagesmittel von 36 Mikrogramm unter den Grenzwerten.

Seit der Nacht auf Donnerstag sind Autofahrer dazu aufgerufen, freiwillig auf Busse oder Bahnen umzusteigen. Das Ende ist noch offen. Bereits seit Mittwochabend ist zur Luftreinhaltung der Betrieb von Kaminöfen verboten, die allein der Gemütlichkeit dienen. Feinstaubalarm wird immer dann ausgelöst, wenn Experten an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre erwarten. Stuttgart muss seine Luft verbessern, weil ansonsten Millionenstrafen der EU drohen.