Fellbach Kahlschlag fürs neue Bad

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Mit einem Kahlschlag an der Esslinger Straße wird Platz für den Parkplatz des neuen Kombibads geschaffen. In das alte Freibad und Hallenbad wird nicht mehr investiert.

Bäume müssen weichen für den Parkplatz. Foto: Patricia Sigerist
Bäume müssen weichen für den Parkplatz. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Mit einem Kahlschlag auf dem ehemaligen Sportplatz an der Esslinger Straße hat die Stadt Fellbach dieser Tage das Areal für den künftigen Parkplatz am neuen Bäderzentrum freigeräumt. Am Dienstag, 28. Februar, wird Richtfest auf der Baustelle für das Kombibad F.3 gefeiert, im Frühjahr oder im Frühsommer des nächsten Jahres soll das neue Fellbacher Familien- und Freizeitbad in Betrieb gehen.

Bis dahin müssen die alten Badeeinrichtungen noch durchhalten. Beim Freibad an der Untertürkheimer Straße gibt es dabei weniger Bedenken. Das ist auch noch gut frequentiert – dort wurde im vergangenen Jahr der zehnmillionste Besucher seit Eröffnung der ersten Schwimmsaison 1954 begrüßt. Genau genommen war es eine Besucherin, die von Thomas Gruner, dem Leiter der Bäder- und Parkhausbetriebe, mit einer Saisonkarte fürs alte und einer weiteren Karte fürs neue Kombibad beschenkt wurde.

Die Besucherzahlen im Hallenbad sinken

Während die Zahl der Badelustigen im Freibad weitgehend vom Wetter bestimmt wird, geht der Besuch im Hallenbad stetig zurück. In der

Badeanstalt an der Schillerstraße ist im vergangenen Jahr die medizinische Abteilung aufgelöst worden, nachdem sich zwei Mitarbeiterinnen verabschiedet hatten. Die einzige verbliebene Masseurin arbeitet nicht mehr auf Rezept – das könnte sie gar nicht mehr bewältigen. Und den drei Dutzend freien Massagepraxen in Fellbach muss die Stadt ja auch nicht Konkurrenz machen. Vom drastischen Rückgang der Patienten ist allerdings auch die Sauna betroffen, die rund zehn Prozent Besucher verloren hat. Auch in der Schwimmhalle wird es leerer: Fünf Prozent weniger erwachsene Besucher registrierte Gruner. Dass auch weniger Kinder ins Wasser sprangen, lag daran, dass aus personellen Gründen die Zahl der Kursangebote reduziert werden musste.

Das Defizit der Bäder und Parkhausbetriebe wird dadurch nicht weniger. Obwohl die Stadt für 2012 die Gebühren erhöht hat, rechnet die Betriebsleitung nur noch mit knapp 370 000 Euro Einnahmen – im Jahr 2010 waren es 458 000 Euro. Das Defizit des Eigenbetriebs, zu dem auch die Parkhäuser gehören, wird sich voraussichtlich wieder auf rund 1,2 Millionen Euro einspielen. Der größte Teil davon kommt aus dem Betrieb des Hallenbads, das mit einem Minus von 706 000 Euro abschließen wird. Das Freibad kommt auf ein Minus von 486 850 Euro.

Die Parkhäuser haben keinen nennenswerten Einfluss auf die Verlustsituation der Bäder- und Parkhausbetriebe, weil der Parkbetrieb seit 2007 an die Städtische Dienstleistungsgesellschaft verpachtet ist. Den Pachteinnahmen von 240 000 Euro für die Parkhäuser Stadtmitte, Bahnhof und Schwabenlandhalle stehen entsprechende Kosten für Abschreibung und Instandhaltung gegenüber.




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