Fellbach von oben Fellbacher kickten in 30 Jahren auf drei Plätzen

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Das Max-Graser-Stadion wurde 1983 eingeweiht. In den Jahren davor kickten die Fellbacher im früheren Stadion an der Tainer Straße und auf dem Sportplatz an der Esslinger Straße.

Das Max-Graser-Stadion steht westlich der Esslinger Straße. Foto: Stadtmessungsamt Stuttgart 13 Bilder
Das Max-Graser-Stadion steht westlich der Esslinger Straße. Foto: Stadtmessungsamt Stuttgart

Fellbach - Die Tennisplätze des TEV Fellbach liegen Hansjörg Schaupp zu Füßen. Und blickt er von seinem Küchenbalkon noch etwas weiter nördlich, dann sieht er auch die Tribüne des Max-Graser-Stadions. Wo heute der Sport zu Hause ist, gab es 1955 nur Felder und Ackerland.

Hansjörg Schaupp ist in Fellbach aufgewachsen. Der 80-Jährige erinnert sich noch gut an diese Zeit. Als er im Jahr 1952 zum Sportverein Fellbach kam, war der Sportplatz noch an der Untertürkheimer Straße. Weil dort aber das alte Freibad gebaut wurde, ist ein Jahr später ein Stadion an der Tainer Straße errichtet worden. An der Stelle, wo heute das Best Western Hotel steht.

Wer in der 100-Jahr-Chronik des Sportvereins Fellbach blättert, sieht ein Schwarz-Weiß-Foto, auf dem Mitglieder zur Schaufel greifen. In extrem kurzer Bauzeit wurde der Stadion

neubau realisiert. Eine für damalige Verhältnisse vorbildliche Anlage war entstanden, heißt es in der Chronik. „Das war im eigentlichen Sinne aber kein Stadion, sondern ein Nullachtfünfzehn-Sportplatz“, sagt Hansjörg Schaupp, der von 1977 bis 1986 Vorsitzender des SV Fellbach war.

30 Jahre lang wurde Fußball und Handball an der Tainer Straße gespielt. „Das ist nicht viel Zeit für ein Sportgelände“, sagt Hansjörg Schaupp. Trotzdem war Schluss, denn das Schwabenlandhallenhotel wurde gebaut. Das Max-Graser-Stadion wurde vom Fellbacher Gemeinderat im Januar 1979 beschlossen und am 14. Mai 1983 eingeweiht. Der Name sollte an den früheren Oberbürgermeister und langjährigen Vorsitzenden des SV Fellbach erinnern.

Hansjörg Schaupp Foto: Sascha Sauer
Hansjörg Schaupp erzählt von der Einweihung: „Es gab eine Festversammlung vor dem Gedenkstein am Eingang, und der damalige OB Friedrich-Wilhelm Kiel hielt eine Rede.“ Kiel habe damals die Zeichen der Zeit wie kein anderer erkannt. Hansjörg Schaupp war von Anfang an von dem Stadion an der Esslinger Straße begeistert: „Das hatte einfach mehr Charakter.“

Und die Spieler mussten sich nicht mehr wie zuvor in der Stadthalle umziehen, sondern es gab Umkleideräume. Auch die Sanitäranlagen seien hervorragend gewesen. Die Tribüne des Stadions kam natürlich insbesondere bei den Zuschauern gut an. „Die waren jetzt nicht mehr dauernd dem Wind und Wetter ausgesetzt“, sagt Schaupp. Zudem gab es jetzt anstatt einer Aschenbahn eine Kunststoffbahn für die Leichtathleten.

Das Max-Graser-Stadion fasst deutlich mehr Zuschauer als sein Vorgänger. Man sei damals sehr stolz gewesen, so ein Stadion gehabt zu haben, sagt der Fellbacher. Und der Zahn der Zeit hat nicht am Sportgelände westlich der Esslinger Straße genagt. „Auch heute noch haben wir den besten Platz weit und breit in der Fußball-Landesliga.“

Die Planungen seien damals glücklicherweise weitsichtig gewesen, betont Hansjörg Schaupp. Denn die zwei zusätzlichen Fußballplätze, auf denen das Training des Sportvereins Fellbach stattfindet, werden heute mehr denn je benötigt. „Der Run auf den Fußball ist weiterhin ungebrochen“, sagt Schaupp.