Fellbacher Stadtwald Feinstaub bremst den Brennholzverkauf

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Im Fellbacher Stadtwald ist laut Revierförster Stefan Baranek alles im grünen Bereich. Nur die Nachfrage nach Brennholz sinkt – wegen des Feinstaubs in Stuttgart.

Im Fellbacher Stadtwald werden die abgestorbenen Bäume entfernt. Foto: dpa
Im Fellbacher Stadtwald werden die abgestorbenen Bäume entfernt. Foto: dpa

Fellbach - Alles im grünen Bereich. Laut Revierförster Stefan Baranek hat der ­kleine Fellbacher Stadtwald derzeit keine größeren Probleme. „Es war ein normales Waldjahr“, sagte er am Dienstagabend im Verwaltungsausschuss des Fellbacher Gemeinderats.

Was die wirtschaftliche Seite des Waldes anbelangt, hat der Verwaltungsausschuss einstimmig den Betriebs- und Nutz-ungsplan für das kommende Jahr beschlossen. Dieser sieht vor, dass im Jahr 2018 maximal 1415 Festmeter Holz geschlagen werden dürfen – etwas weniger als heuer. „Das haben wir im Rahmen der Nachhaltigkeit geplant“, sagte Stefan Baranek. Ob diese Menge dann auch tatsächlich eingeschlagen wird, ergibt sich aus den revierbedingten Umständen, der Witterung und der Nachfrage auf dem Holzmarkt.

Die Nachfrage nach Brennholz ist leicht zurückgegangen

So ist beispielsweise die Nachfrage nach Brennholz leicht zurückgegangen. „Das liegt auch daran, dass bei Feinstaubalarm in Stuttgart der Betrieb von Komfortkaminöfen verboten ist“, erklärte der Revierförster. Denn diese Kamine sind die zweitwichtigste Quelle für Feinstaub in der Landeshauptstadt. „Die Kunden aus Stuttgart sind dadurch natürlich leicht verunsichert“, sagte Stefan Baranek.

Laut Revierförster zeigt der Holzmarkt momentan ein stabiles Niveau. Für das Jahr 2018 liegen die Preise für einen Raummeter Buche bei 85 Euro, Eichenholz kostet 75 Euro. Der Betriebsplan sieht auch wie in den vergangenen Jahren wieder Pflanzungen von Douglasien, Stieleichen und Maronen vor. Im Jahr 2017 hat es laut dem Revierförster im Stadtwald erneut Wildverbiss an Jungpflanzen gegeben. „Die verstärkten Anstrengungen beim Rehwildabschuss sind daher aufrechtzuerhalten“, sagte Baranek. Zusätzlich werden die jungen Douglasien mit einem Fegeschutz versehen, damit sie im Frühjahr keinen Schaden nehmen, wenn die Rehböcke ihre Geweihe an den Pflanzen reiben, um die Basthaut vom Geweih abzuscheuern.

Das Thema Verkehrssicherheit wird im Stadtwald groß geschrieben

Aktuell werde das Thema Verkehrs­sicherheit im Stadtwald groß geschrieben, sagte Baranek. So müssten in den Wintermonaten Waldwege temporär geschlossen werden. „Es werden abgestorbene Äste und kranke Bäume entfernt.“ Die Sperrungen sollten von den Besuchern unbedingt ernst genommen werden – auch wenn im näheren Umkreis keine Motorsäge zu hören ist.

Der Totholzanteil im Stadtwald ist nach wie vor hoch, und die abgestorbenen Bäume werden in der Regel nur im Bereich der Waldwege beseitigt. „Das erfordert von Jahr zu Jahr einen höheren Aufwand“, sagte der Revierförster. Die Trockenperiode im Frühjahr habe auch zu einer Vermehrung des Borkenkäfers geführt. „Eine Bekämpfung ist aber nicht notwendig.“

Mit der sogenannten Durchforstung soll den gesünderen Pflanzen mehr Platz eingeräumt werden. „Die Bäume sollen nicht mehr so hoch wachsen, sondern stattdessen einen größeren Durchmesser und eine größere Krone bekommen, damit sie stabiler sind“, erklärte Stefan Baranek.

Hohes Aufkommen an Wildschweinen im vorderen Remstal

Nach wie vor gibt es ein hohes Aufkommen an Wildschweinen im vorderen Remstal. Das zeigte sich etwa bei einem Unfall im September dieses Jahres, als auf der B 14 kurz hinter dem Kappelbergtunnel sieben Tiere starben. „Auch hier bedarf es weiterhin verstärkter Anstrengungen bei der Jagd“, sagte Stefan Baranek. Allerdings ­gebe es in der Forstwirtschaft kaum Schäden durch die Wildschweine. Dafür ist der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr verstärkt aufgetreten. Deshalb werde an sensiblen Orten wie Grillstellen und Waldspielplätzen der Befall gezielt beseitigt.