Ferienjobs bei Daimler, Bosch & Co. Tausende Angebote für Schüler und Studenten

Von Anna Lammers 

Schüler und Studenten aufgepasst: Die großen Unternehmen wie Daimler, Bosch und Stihl bieten Tausende Ferienjobstellen an. Aber auch im Handwerk und bei der Deutschen Post kann man sich in den Ferien etwas dazuverdienen.

Arbeit statt Urlaub: Für Schüler und Studenten bieten Betriebe in der Region Stuttgart zahlreiche Ferienjobangebote. Foto: dpa
Arbeit statt Urlaub: Für Schüler und Studenten bieten Betriebe in der Region Stuttgart zahlreiche Ferienjobangebote. Foto: dpa

Stuttgart - Alleine der Autobauer Daimler sucht dieses Jahr 20 000 junge Menschen, die als Ferienjobber das Stammpersonal in der Urlaubszeit entlasten. Das sind 2000 Stellen mehr, als noch im vergangenen Jahr. Die Ferienjobs bei Daimler sind beliebt. Laut Angaben des Konzerns gab es 2017 etwa 70 000 Bewerber auf die 18 000 freien Stellen an den deutschen Standorten. Der Bewerbungsprozess, der über das Onlineportal abgewickelt wird, ist bereits gestartet. Die Ferienbeschäftigten müssen mindestens 18 Jahre alt sein und werden hauptsächlich zwischen Mai und September eingesetzt. Der Großteil der 20 000 Ferienjobber wird in der Produktion und der Logistik tätig sein. „Wir wachsen und bringen neue Modelle auf den Markt“, sagte Daimler-Personalchef Wilfried Porth. „Die Ferienbeschäftigten unterstützen uns auch in dem Jahr wieder tatkräftig in der Urlaubszeit und ermöglichen der Stammbelegschaft die wohlverdiente Erholungszeit.“

Durch Ferienjob berufliche Kontakte knüpfen

Um die hohe Pkw-Nachfrage zu bedienen, werden die meisten Ferienbeschäftigten in den Werken Bremen, Untertürkheim und Sindelfingen eingesetzt. Die Beschäftigungsdauer ist standortabhängig, Ferienjobber sollten aber mindestens vier Wochen Zeit mitbringen. Die Arbeitszeit beträgt zwischen 35 und 39 Stunden pro Woche. Die Vergütung richtet sich nach dem jeweiligen Einsatzbereich. Aber nicht nur um Geld zu verdienen lohnt sich ein Ferienjob beim Automobilhersteller: „Viele junge Menschen nutzen die Gelegenheit und erhalten vielseitige Einblicke ins Unternehmen und knüpfen erste berufliche Kontakte“, sagt Michael Brecht, Gesamtbetriebsratvorsitzender der Daimler AG. Bei Porsche wird es auch in diesem Jahr keine Ferienjobs geben. Der Automobilhersteller begründet dies mit der dreiwöchigen Betriebsruhe in den Sommerferien.

Stihl sucht 150 Ferienjobber

Beim Motorsägenhersteller Stihl aus Waiblingen gelten für die etwa 150 Ferienjobstellen ähnliche Einstellungskriterien. Im Auswahlprozess spiele zudem eine enge Verbundenheit zum Unternehmen, eine eventuell vorhergegangene Beschäftigung bei Stihl und soziales Engagement eine Rolle, so eine Sprecherin. Interessierte sollten bereit sein, auch im Schichtbetrieb zu arbeiten und mindestens vier Wochen am Stück Zeit haben. Das Einsatzgebiet ist vorwiegend in der Produktion und die Einsatzzeit von Juli bis September. Die Bewerbungen können ab dem 15. März bis einschließlich 30. April über das Onlineformular abgegeben werden.

Bosch bietet Stellen in der Fertigung und Verwaltung an

Bei Bosch hingegen gibt es keinen zentralen Bewerbungszeitraum. Dieses Jahr werden wieder mehrere Tausend Ferienjobber gesucht, die sowohl im Schichtbetrieb in der Fertigung, als auch in der Verwaltung arbeiten können. Je nach Aufgabenbereich verdienen Schüler und Studenten pro Stunde zwischen 8,84 Euro (Mindestlohn) und 15 Euro (mit Spät- und Wochenendzuschlägen). Die Bewerber sollten mindestens 18 Jahre alt sein und auch hier vier bis acht Wochen Zeit mitbringen. „Auch wenn die meisten den Ferienjob nutzen, um Geld zu verdienen, ist es auch immer eine gute Gelegenheit sich gegenseitig kennenzulernen. Vor allem, wenn sich ein Ferienjobber überlegt, in diesem Bereich oder in unserem Unternehmen auch dauerhaft arbeiten zu wollen“, so Bosch-Sprecher Michael Kattau. Wie viele Stellen es in den Schul- und Semesterferien gibt, hänge vom jeweiligen Bedarf und der Auslastung ab. „Viele unserer Mitarbeiter wollen in den Schulferien mit ihrer Familie in den Urlaub fahren. Die Produktion muss aber dennoch weitergehen“, sagt Kattau.

Die Deutsche Post bietet Ferienjobs als Brief- und Paketzusteller an

Die Deutsche Post wird im Raum Stuttgart auch in diesem Jahr wieder einige Hundert Ferienkräfte zwischen Mai und Oktober beschäftigen, die hauptsächlich für die Brief-und Paketzustellung, mit dem Fahrrad oder Fahrzeugen zuständig sind. Die Ferienjobber sollten körperlich fit und belastbar, flexibel, verantwortungsbewusst, zuverlässig und freundlich im Umgang mit Kunden sein, so Pressesprecher Hugo Gimber. Zudem sei ein Führerschein Klasse B von Vorteil. Weitere Voraussetzungen seien gutes Deutsch sowie ein gepflegtes Äußeres. Ferienaushilfen müssen mindestens 18 Jahre alt sein und sollten für sechs Wochen zur Verfügung stehen. Die hohen Anforderungen werden aber auch angemessen bezahlt: 12,22 Euro gibt es pro Stunde. Bewerbungen sind ab sofort per E-Mail an postjobs-stuttgart@deutschepost.de möglich.

Mahle freut sich auf junge Verstärkung während den Ferien

Die Zahl der freien Ferienjobstellen bei Automobilzulieferer Mahle sind standortabhängig. In einem produzierenden Werk können das zu Spitzenzeiten bis zu 30 Ferienarbeiter pro Monat sein. „Wir freuen uns auf junge Kolleginnen und Kollegen, die Lust haben, unser Team im Zeitraum von April bis Ende September zu verstärken“, sagt Margarete Dinger von Mahle. Interessierte sollten im besten Fall drei Wochen am Stück Zeit haben und aufgrund von eventueller Schichtarbeit volljährig sein. Interessierte können sich über die Karriereseiten im Internet informieren und sich über das Recruiting-Portal bewerben.

Handwerksbetriebe suchen Ferienjobber und potenzielle Azubis

Das Interesse vonseiten der Handwerksbetriebe an Ferienjobbern ist ebenfalls groß. Gerade die Betriebe, die während der Ferienzeit nicht geschlossen haben, sind auf Ferienjobber angewiesen, die bei Hilfsarbeiten und leichten Tätigkeiten mit anpacken könnten, so ein Sprecher der Handwerkskammer Region Stuttgart. Genaue Zahlen der freien Stellen gebe es zwar aktuell nicht, aber die Nachfrage sei auf beiden Seiten ungebrochen. Zwar können Schüler oder Studenten qualifizierte Facharbeiter nicht ersetzen, aber die leichten Hilfstätigkeiten in den Ferien seien oft ein erster Schritt in Richtung Ausbildungsverhältnis. Die Bezahlung ist dabei von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich und branchenabhängig, ebenso wie das Aufgabengebiet. Ob beim Optiker, bei der Gebäudereinigung oder bei einem Zimmermannsbetrieb, viele Schüler würden die freien Wochen nutzen, um erste praktische Berufserfahrungen zu machen und sich Geld für den Führerschein oder den neuen Laptop zu verdienen.