Ferienjobs bei Mercedes, Bosch, Trumpf und Co. Ferienjobber sollten sich sputen

Viele Unternehmen vergeben Ferienjobs (Symbolbild). Foto: imago/photothek

Wer in den Ferien Geld verdienen will, hat gute Karten. Firmen wie Bosch, Mercedes, Trumpf, Mahle, ZF oder Würth setzen auch in diesem Jahr auf Aushilfskräfte in der Ferienzeit. Wo es Jobs gibt und welche Voraussetzungen zu erfüllen sind.

Wirtschaft: Imelda Flaig (imf)

Ferien am Band, im Lager oder in der Kantine, um die Kasse aufzubessern? Viele Firmen haben mit der Vergabe der Ferienjobs für die Sommermonate bereits begonnen. „Wir befinden uns mitten in der Auswahlphase, jetzt heißt es für die Bewerber schnell sein“, sagt etwa eine Bosch-Sprecherin. Allerdings gibt es noch viele offene Stellen, wie eine Umfrage zeigt.

 

In welchen Unternehmen gibt es noch Ferienjobs?

Für die diesjährigen Sommerferien sucht etwa der Technologiekonzern Bosch für die Standorte in Deutschland rund 2000 Ferienbeschäftigte – unter anderem in Stuttgart, Reutlingen, Leinfelden, Wernau und Schwäbisch Gmünd. Auch der Zulieferer ZF bietet bundesweit 3000 Stellen für Ferienjobber an, allein in Friedrichshafen werde der Bedarf in den Sommermonaten auf bis zu 400 Ferienkräfte monatlich steigen, sagt ein Sprecher. Daimler Truck will bis zu 2800 Ferienbeschäftigte einstellen, die die Stammbelegschaft in den Ferienmonaten unterstützen sollen. Auch der Autobauer Mercedes setzt „wieder bedarfsorientiert Ferienbeschäftigte“ in den Werken ein, sagt eine Sprecherin, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Der Autozulieferer Mahle hat derzeit noch 35 bis 40 Stellen für Ferienjobber in der Region Stuttgart, der Maschinenbauer Trumpf in Ditzingen und Gerlingen mehr als 50 und der Motorsägenhersteller Stihl rund 130 Ferienjobs. Schraubenkonzern Würth sucht in den Ferienmonaten rund 250 Ferienbeschäftigte fürs Zentrallager in Künzelsau, und beim Mulfinger Ventilatorenhersteller EBM Papst sind derzeit noch knapp 300 von insgesamt 500 Ferienjobs zu vergeben.

Was sind das für Jobs?

Das ist ganz unterschiedlich – von der Logistik über die Montage bis zur Produktion, manchmal sind es auch Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich, im Personalwesen oder in der Werkstofftechnik. Der Reinigungstechnikspezialist Kärcher mit Sitz in Winnenden etwa sucht Ferienjobber für den Einsatz in der Produktion, aber auch in der Kantine. Würth hat vor allem in der Logistik in Künzelsau Bedarf, sei es an Sortieranlagen oder beim Verpacken der Ware. Bei Daimler Truck und Mercedes reichen die Jobs von der Arbeit am Band bis zum Einsatz in der Gastronomie oder im Kundencenter. 

Welche Voraussetzungen gibt es?

Wer einen Ferienjob ergattern will, muss Schüler oder Schülerin sein, studieren oder sich in der Übergangszeit zwischen Schule und Ausbildung, Studium, weiterführender Schule oder Zivil- und Wehrdienst befinden und sollte eine entsprechende Bescheinigung vorlegen. Die meisten Firmen fordern ein Mindestalter von 18 Jahren, denn im gewerblichen Bereich werden Ferienjobber oft im Schichtbetrieb eingesetzt. Wer weniger als drei Wochen arbeiten will, hat kaum Chancen. Vier Wochen ist bei vielen Unternehmen der Mindesteinsatz, wer länger kann – umso besser. Je nach Einsatzbereich kann auch ein Staplerführerschein von Vorteil sein. Bei Kärcher etwa haben auch Bewerber Chancen, die noch nicht volljährig sind. Das Mindestalter für Ferienjobber sind dort 16 Jahre.

Was ist bei einer Bewerbung zu beachten, und gibt es Fristen?

Junge Leute können sich über die Internetseiten der jeweiligen Firmen bewerben. Solange die Ausschreibung veröffentlicht sei, könne man sich darauf bewerben, sagt eine Sprecherin von Mercedes-Benz. Bewerbungsfristen seien keine zu berücksichtigen. Ähnlich ist dies auch bei Bosch und ZF. Die Stellenausschreibungen seien so lange online, bis sie besetzt seien. Weil die Bewerbungsphase für die diesjährigen Ferienjobs bereits gestartet ist, rät ein Trumpf-Sprecher Bewerberinnen und Bewerbern, nicht lange zu zögern, sondern sich zeitnah zu bewerben. Ein Ferienjob bessert nicht nur die Kasse auf, sondern hat für viele auch noch einen zusätzlichen Effekt. Mit Ferienjobs lassen sich sich sehr gut Kontakte ins Unternehmen knüpfen – darin sind sich alle befragten Unternehmen einig. Eine Bosch-Sprecherin sagt sogar: „Viele ehemalige Ferienjobber sind heute Mitarbeiter bei Bosch.“

Was kann ein Ferienjobber verdienen?

Das hängt vom Einsatzbereich ab. Würth etwa beziffert den Stundenlohn für Ferienjobber auf 13 bis 14 Euro. In der Regel orientieren sich die Unternehmen am Tarifvertrag. Stihl und Mahle beispielsweise nennen als Brutto-Monatsgrundgehalt 2400 Euro, dazu können Schichtzuschläge kommen. Bei Mercedes-Benz beträgt das Pauschalentgelt in der Produktion rund 2500 Euro brutto im Monat. Wer dieses oder letztes Jahr bereits als Ferienjobber in der Produktion gearbeitet habe, könne zusätzlich einen „Welcome-back-Bonus“ von 200 Euro bekommen, sagt eine Sprecherin. Laut einem Daimler-Truck-Sprecher soll die Vergütung der Ferienbeschäftigen steigen. Zum 1. Juni 2023 soll das Pauschalentgelt auf knapp 2700 Euro brutto erhöht werden. Auch hier gilt: Bei Schichtarbeit können Zuschläge hinzukommen.

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