Fernsehgelder in der Bundesliga So viel kassiert der VfB Stuttgart
Ab der kommenden Saison werden die Fernsehgelder in der Fußball-Bundesliga neu verteilt. Auch der VfB Stuttgart profitiert davon.
Ab der kommenden Saison werden die Fernsehgelder in der Fußball-Bundesliga neu verteilt. Auch der VfB Stuttgart profitiert davon.
Stuttgart - Eigentlich hätte der VfB Stuttgart in der Relegation den Störchen vom KSV Holstein mächtig die Daumen drücken müssen. Wäre Kiel nämlich aufgestiegen, so hätte dies de Schwaben eine noch bessere Platzierung im für die Verteilung der Fernsehgelder relevanten Bundesligavergleich beschert. Holstein wäre hinter dem VfB einsortiert worden. Da der 1. FC Köln in den beiden ab der kommenden Saison für die Medienerlös-Verteilung wichtigen Fünf-Jahres-Wertungen besser abgeschnitten hat als der VfB, stehen Sie besser da. Doch durch den Abstieg des FC Schalke 04 und von Werder Bremen macht der VfB dennoch Plätze gut. Wäre Köln abgestiegen, hätte sich der VfB in der Fünfjahreswertung sogar um insgesamt vier Plätze verbessert. Jeder Verbesserung in diesen Wertungen ist etwa 1,7 Millionen Euro wert.
Angeführt führt das Ranking vom FC Bayern, der 90 Millionen Euro erhält. Dahinter liegt Borussia Dortmund (80 Millionen Euro). Am Ende stehen die beiden Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth (29 Millionen Euro) und der VFL Bochum (31 Millionen Euro). Der VfB befindet sich ebenfalls noch Schlussdrittel, obwohl es sportlich aufwärts ging. Aber hier zunächst einige Details zur Berechnung der Fernsehgelder.
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Zugrunde liegt der ganzen Thematik ein recht komplizierter Verteilerschlüssel. Den hat das Präsidium des Ligaverbandes DFL im vergangenen Jahr nach dem Abschluss des ab der kommenden Saison bis zur Saison 2024/25 geltenden TV-Vertrages beschlossen. Die nationalen TV-Gelder – ab 2021/22 im Schnitt 1,1 Milliarden Euro pro Saison – werden zwar weiterhin nach vier Säulen verteilt. Doch die heißen anders, werden anders gewichtet und enthalten weitere kleine Anpassungen ab der Saison 2023/24.
Die wohl wichtigste Säule heißt Gleichverteilung. Über sie werden 2021/22 und 2022/23 je 53 Prozent, in den Saisons 2023/24 und 2024/25 je 50 Prozent aller Erlöse unter den Clubs innerhalb der Liga gleichverteilt. Nach DFL-Angaben sind dies im Vergleich zum vorigen Verteilerschlüssel rund 75 Millionen mehr pro Saison. Jeder Bundesligist kann in der Saison 2021/22 über diese Säule mit je 24,7 Millionen Euro planen.
Die zweite Säule nennt sich Leistung. Zunächst 42 Prozent (2021/22 und 2022/23), später 43 Prozent (2023/24 und 2024/25) der Medienerlöse werden hierüber vergeben. Die Säule besteht aus drei Komponenten – und hier wird es unübersichtlich. Eine Komponente ist die sogenannte „getrennte“ Fünfjahreswertung (24,5, bzw. 23 Prozent), bei der die jüngste Saison am stärksten gewichtet wird (Verhältnis 5:4:3:2:1); einer „durchgängigen“ Fünfjahrestabelle (17, bzw. 19 Prozent), bei der die ersten sieben Clubs den identischen Anteil erhalten; und einer weniger relevanten „durchgängigen“ Zehnjahrestabelle (0,5 bzw. 1 Prozent).
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Zudem gibt es noch die Säulen Nachwuchs und Interesse. Hier werden unter anderem Investments in die eigene Marke, der Einsatz und auch die Ausbildung von verbandsausgebildeten U-23-Spielern honoriert. Im Vergleich zu den beiden erstgenannten Säulen fallen die letzten beiden aber eher weniger ins Gewicht. Unterm Strich dürfen sich die Stuttgarter auf eine knapp zweitstellige Summe mehr an Medienerlösen freuen als noch in der vergangenen Saison. Als Aufsteiger gab es da etwa 30 Millionen Euro, nun sind es knapp 43 Millionen Euro. Damit liegt der VfB in der TV-Rangliste auf dem 13. Platz.