Fernsehturm in Stuttgart Noch kommt keine Freude auf

Das Warten auf die Eröffnung des Fernsehturms nimmt vorerst kein Ende. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Das Warten auf die Eröffnung des Fernsehturms nimmt vorerst kein Ende. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Ein neuer Termin für die Wiedereröffnung des Stuttgarter Fernsehturms steht vorerst fest. Noch überwiegt allerdings die Enttäuschung über die erneute Verzögerung, meint StZ-Redakteurin Christine Bilger.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Stuttgart - Was haben die Fachleute am ­Montag im Fernsehturm geschwärmt: Von „ganz großer Ingenieurkunst“, „Einmaligkeit“ und „Weltpremieren“ ist beim Rundgang durch die 216 Meter hoch aufragende Baustelle die Rede gewesen. All diese Begeisterung konnte jedoch nicht über eine große Enttäuschung hinwegtäuschen: Die Besucher müssen noch länger als ursprünglich gedacht auf den Fernsehturm beziehungsweise auf eine Fahrt hinauf in den Turmkorb warten, der nun statt im Spätsommer erst am Jahresende zugänglich sein soll. Damit hat der SWR beziehungsweise die für den Turm zuständige Media GmbH zum zweiten Mal eine Verlängerung der Bauzeit nennen müssen.

Schwacher Trost: Viele andere Türme sind geschlossen

Nun ist man inzwischen Kummer gewöhnt, wenn es um anspruchsvolle Bauprojekte geht. Auch kann man nachvollziehen, dass es kompliziert und aufwendig ist, in dem sich nach oben verjüngenden Turmschaft nachträglich Bauwerke einzuziehen. Das geschieht zurzeit für die Umhausung der Kabel, die als Brandlast im Schacht die größte Gefahr im Falle eines Feuers darstellen. Aber dennoch fällt es schwer zu akzeptieren, dass die Stuttgarter mehr als zweieinhalb Jahre lang warten mussten, bis der Turm wieder zugänglich ist oder über dem Kesselrand leuchtet. Die Erklärungen der Ingenieure und Planer sind jedoch auch nachvollziehbar: Das Bauen ist kompliziert, die Lösungen sind so noch nirgendwo eingebaut worden.

Es bleibt ein schwacher Trost: Ein kurzer Blick ins Internet zeigt, dass es ein Glück ist, den Turm überhaupt wiederzubekommen. Es gibt eine Reihe von Beispielen in der Republik – Hamburg, Dresden oder Heidelberg etwa – die nicht mehr betreten werden dürfen. Tröstlich ist auch, dass die Zeit der Schuldzuweisungen vorbei ist. Kurz nach der Schließung war viel Groll zu hören gewesen, wenn Stadt und SWR übereinander sprachen. Das alles ist aber kein Grund zum Jubeln. Die Stuttgarter müssen sich noch ein paar Monate lang vertrösten lassen. Und hoffen, dass es keine weiteren bösen Überraschungen gibt.




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