Feste feiern in Leonberg Ein echter Schild-Bürgerstreich

Von Henning Maak 

Vereine tun sich immer schwerer, Feste zu organisieren, weil sie sich von neuen Vorgaben gegängelt fühlen.

Ein Bild aus den  Zeiten, in denen der Musikverein Stadtkapelle Leonberg noch auf dem Marktplatz feierte Foto: Archiv
Ein Bild aus den Zeiten, in denen der Musikverein Stadtkapelle Leonberg noch auf dem Marktplatz feierte Foto: Archiv

Leonberg - Das Jahresfest des Musikvereins Stadtkapelle Leonberg, das am 22. und 23. Juli steigt, trägt in diesem Jahr mit „Sommermusikfest“ nicht nur einen neuen Namen, es findet auch an einem neuen Ort statt. Nach zehn Jahren „Hock am Turm“ auf der Engelbergwiese haben sich die Organisatoren erstmals die Steinturnhalle als Veranstaltungsort ausgesucht. „Dort proben wir, von daher ist es unser praktischster Ort“, erklärt Wolfram Kienle, der Zweite Vorsitzende des Musikvereins Stadtkapelle Leonberg.

Allerdings erfolgt der Umzug nicht ganz freiwillig, er hat auch einen wirtschaftlichen Hintergrund: „Uns wurde gesagt, dass die Bühne nur noch von zertifizierten Bühnenbauern aufgebaut werden darf, das sind städtische Mitarbeiter. Damit würden sich unsere Kosten für das Fest aber um rund 1000 Euro erhöhen, und das Fest wäre damit unter dem Engelbergturm nicht mehr wirtschaftlich für uns“, führt Kienle weiter aus. Der Musikverein würde gerne die Tradition, ein Fest für die Bevölkerung zu machen, fortsetzen. Die Zertifizierung von Mitarbeitern sei aber einer von mehreren Aspekten, die Vereinen die Ausrichtung solcher Veranstaltungen immer schwieriger machen würden.

Wer bekommt den schwarzen Peter?

Dafür hat Rainer Weller, der Sport- und Vereinsbeauftragte der Stadt, ein Stück weit Verständnis. Den schwarzen Peter gibt er aber weiter: „Es ist eine Vorgabe des TÜV, dass beim Auf- und Abbau ein so genannter Richtmeister dabei ist“, erklärt er. Sogar Zimmerleute, wie sie beim Bauhof beschäftigt seien, dürften diese Aufgabe nicht übernehmen, ohne vorher eine entsprechende Schulung gemacht zu haben. „Es ist eine Frage der Sicherheit und der Haftung“, wirbt er um Verständnis. Wenn nur ein kleines Teil der Bühne durch einen Windstoß oder Ähnliches beschädigt werde und man sehe dies beim Abbau nicht, könne beim nächsten Fest eines anderen Vereins etwas passieren. „Und dann ist die Aufregung groß“, sagt Weller.

 




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