Stadtkind Stuttgart

Festival in Stuttgart-West Kunst und Kultur in den Hinterhöfen

Von Ina Schäfer 

Schnitzeljagd, Ausstellungen, Musik von Bands und DJs, Pasta-Workshop: Im Stuttgarter Westen wird am Samstag ein großes Festival gefeiert.

Dilini  Keethapongalan (links) und Valerie Hoffmann-Camarda machen gemeinsame Sache. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Dilini Keethapongalan (links) und Valerie Hoffmann-Camarda machen gemeinsame Sache. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - "Haben wir sogar einen gesellschaftlichen Auftrag?“ Dilini Keethapongalan lacht. So ganz ernst hat sie die Frage nicht gemeint, und doch ist etwas Wahres dran. In Großstädten leben die Menschen Tür an Tür – häufig, ohne sich zu kennen. Dilini Keethapongalan wohnt im Stuttgarter Westen und hat dagegen schon vor einiger Zeit etwas getan. Gemeinsam mit ihren WG-Mitbewohnern hat sie ihr Wohnzimmer geöffnet und unter dem Titel „3 Zimmer, Küche, Kunst“ Ausstellungen organisiert. Dabei haben die vier ein weiteres Problem gelöst. „Es gibt so viele tolle Künstler, aber die Räume fehlen“, sagt sie. Aufgrund des großen Erfolgs reichten die heimischen Wände irgendwann nicht mehr aus und der Hinterhof wurde bespielt.

Mit dieser Idee ist die LSH#28 genannte Gruppe seit einiger Zeit nicht mehr alleine. Nebenan, an der Schlossstraße 55, betreiben Valerie Hoffmann-Camarda und Daniele Ferrazzano das Oben Studio. Die beiden veranstalten etwa Kochabende und richten private Feste aus. Sich irgendwann zusammenzutun war für die Nachbarn nur noch eine Frage der Zeit. Und die ist am Samstag mit dem Hinterhof-Festival „Mitte März“ gekommen. Gefördert durch die Hochschule für Technik und das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung im Rahmen des Projektes „What’sub“ wird von 13 Uhr an ein großes Fest gefeiert. Die Liste der Programmpunkte ist lang: Ausstellungen, Musik von Singer-Songwritern und DJs, ein Programm für Kinder, Schnitzeljagd, Pasta-Workshop und Kakao-Seminar. Es soll ein Straßenfest für den ganzen Kiez sein. „Wir möchten unser Viertel auf unsere Art zugänglich machen – mit Kunst und Musik“, so Dilini Keethapongalan.

Die beiden Organisatorinnen hoffen, mit ihrem Festival andere zu motivieren, verfügbaren Raum zu nutzen und die Hinterhöfe zu bespielen. Natürlich steht und fällt die Sache mit der Nachbarschaft. „Davon soll sich keiner abschrecken lassen“, sind sich die beiden einig. Wer Rücksicht nehme und respektvoll miteinander umgehe, werde Erfolg haben. „Ich bin immer wieder überrascht über die Offenheit unserer Nachbarn“, sagt Valerie Hoffmann-Camarda. Der Eintritt zum Festival ist frei und erfordert lediglich ein Lächeln für den Nachbarn, sagen die beiden.

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