Feuerwehr Stuttgart Neubau als Chance für eine Neuordnung

Die Feuerwehr-Abteilungen in Sillenbuch und Riedenberg fusionieren. Im Bild von links: Christian Bott, zweiter stellvertretender Kommandant Sillenbuch, Jan-Steffen Chrobok, Kommandant Riedenberg, Sebastian Zaiser, Kommandant Sillenbuch, Daniel Anand, Sprecher Feuerwehr Stuttgart. Foto: Caroline Holowiecki

Die Feuerwehrabteilungen aus Sillenbuch und Riedenberg werden fusionieren. Was ist der Hintergrund und wie ist der Zeitplan?

Der Bezirk Sillenbuch besteht aus drei Stadtteilen – Heumaden, Riedenberg und Sillenbuch –, und jeder Stadtteil hat eine eigene Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr. Bislang. In absehbarer Zeit werden es nur noch zwei sein. Die Abteilungen Sillenbuch und Riedenberg fusionieren. Die Pläne sind fix und bereits innerhalb der Branddirektion kommuniziert, das bestätigen die beiden Kommandanten Sebastian Zaiser aus Sillenbuch und Jan-Steffen Chrobok aus Riedenberg. Bereits Ende 2021, im Zusammenhang mit dem Bedarfsplan, seien die Überlegungen gereift.

 

Die Wachen der beiden Abteilungen, die nun gemeinsame Sache machen wollen, liegen Luftlinie kaum mehr als 500 Meter voneinander entfernt. Die örtliche Nähe sei aber nicht der Grund für die Vereinigung. Vielmehr gehe es unter anderem um die Zukunftssicherung. „Wir sind inzwischen unter 30 Aktive gesunken“, sagt Jan-Steffen Chrobok über Riedenberg. Fehlender Wohnraum und der Beruf machten es den Ehrenamtlichen zunehmend schwer, sich vor Ort zu engagieren.

Gleichzeitig stehen den Brandbekämpfern sowieso Veränderungen ins Haus. Nach langem Stillstand haben zuletzt die Planungen für ein neues Magazin in Sillenbuch Fahrt aufgenommen. Das jetzige ist stark in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr modernen Vorgaben. Für die 68 Aktiven plus 40 Kinder und Jugendliche ist es auch schlicht zu klein. Der Neubau soll auf dem Parkplatz am Ostfilderfriedhof errichtet werden, und auch eine zusätzliche Satellitenwache der Berufsfeuerwehr soll im Zuge dessen in Sillenbuch installiert werden. Sie wird künftig vieles abdecken. „Da überlegt man sich schon, wie man sich einbringen kann als kleine Abteilung“, sagt Jan-Steffen Chrobok.

Die Bauarbeiten sollen spätestens 2031 abgeschlossen sein

Die Zeitschiene ist bereits bekannt. Nach aktuellem Stand sollen die Bauarbeiten 2028 beginnen und 2030 oder 2031 abgeschlossen sein. Mit dem Bezug soll auch die Fusion vollzogen werden, sagt Sebastian Zaiser; ein Neustart im Neubau, inklusive Gründungsversammlung. Manches steht bereits fest, etwa der zukünftige Name Freiwillige Feuerwehr Sillenbuch. Anderes ist indes noch nicht ausgegoren, etwa was mit der Wache in Riedenberg, einer städtischen Liegenschaft, passiert.

Mit Riedenberg und Sillenbuch werden eine der kleinsten und eine der größten Abteilungen in Stuttgart fusionieren. Andere Zusammenlegungspläne gibt es laut Daniel Anand, dem Sprecher der Stuttgarter Feuerwehr, im Stadtgebiet aktuell nicht. Von der Sinnhaftigkeit der Planungen im Filderbezirk ist er überzeugt. „Wir sehen dort große Synergieeffekte“, gleichwohl sei es wichtig, „dass es von Herzen kommt in den zwei Abteilungen“. Sebastian Zaiser betont: Die Teams in Sillenbuch und Riedenberg stünden hinter dem Entschluss, seien stets eingebunden worden. Traditionen sollen möglichst weitergeführt werden. Gerade für Riedenberg ist das wichtig, da die Feuerwehr dort mit der Kirbe, dem Christbaumverkauf und dem Kinderfest das gesellschaftliche Leben maßgeblich gestaltet. Es bleibt auch noch Zeit. Die Abteilungen sollen in den kommenden Jahren nach und nach zusammengeführt werden – mit gemeinsamen Übungen, Festen und Veranstaltungen, gerade im Jugendbereich. „Das ist im Endeffekt die Zukunft“, sagt Sebastian Zaiser.

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