Feuerwehren im Kreis Böblingen Im Ernstfall gemeinsam gegen den Waldbrand

...und im Gelände gut zu bewegen. Foto: Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank

Mit handlichen Schläuchen einen Waldbrand im Entstehen zu bekämpfen, stand auf dem Übungsprogramm von vier Feuerwehren in Gärtringen.

Der „Grillplatz an der K 1000“ beim sogenannten Plattenbrünnele, der sich auf Gärtringer Gebiet befindet, stand am Samstagnachmittag für die Feuerwehren der umliegenden Gemeinden im Fokus. Bei einer gemeinsamen Übung trainierten sie ihre möglichst reibungslose Zusammenarbeit und verschiedene Techniken zur Bekämpfung eines Waldbrandes.

 

Das angesichts der aktuellen Trockenheit und des häufig recht böigen Windes realistische Szenario: Ein Grillfeuer gerät durch Funkenflug außer Kontrolle. Der angenommene Notruf – in diesem Bereich ist die Mobilfunk-Netzabdeckung gut – setzte über die Leitstelle die Alarmierungskette in Gang.

Trockene Wiese am Grillplatz könnte in Brand geraten

Den Startschuss gaben kurz nach 15 Uhr ein paar kleinere Rauchschwaden auf einer von Wald umgebenen Wiese am Grillplatz. Deren Ursache war allerdings kein offenes Feuer, sondern ein paar für die Vegetation ungefährliche Rauchbomben. Die ersten Kräfte am Einsatzort, die Besatzung eines Löschfahrzeugs der Abteilung Rohrau der Gärtringer Feuerwehr, stellten dann fest, so die Annahme, dass die Flammen auf den angrenzenden Baumbestand übergegriffen haben und Verstärkung nötig ist. Mit insgesamt sieben Fahrzeugen kamen die Wehren an den Ort des Geschehens: die vier Löschfahrzeuge aus Ehningen, Hildrizhausen, Rohrau und das in Gärtringen stationierte Katastrophenschutz-Löschfahrzeug bildeten, aufgeteilt auf zwei Einsatzabschnitte, das Rückgrat der direkten Brandbekämpfung. Im Zentrum der Übung dabei der sogenannte „D-Rohr-Einsatz“: die möglichst effektive Bekämpfung eines entstehenden Brandes mit handlichen Schläuchen mit lediglich 25 Millimetern Durchmesser.

Mit kleinen Löschschläuchen flexibel unterwegs

Durch deren auch im gefüllten Zustand vergleichsweise geringes Gewicht lassen sich diese einfacher im Gelände bewegen und verbrauchen zugleich weniger Wasser. Den richtigen Einsatz dieser Technik hätten Mitglieder der Gärtringer Feuerwehr im vergangenen Jahr bei einem Lehrgang in Griechenland kennengelernt, erläuterte Oliver Supper. Der Kommandant der Abteilung Rohrau hatte bei der Übung die Einsatzleitung inne. Diese Art der Brandbekämpfung, bei der die Feuerwehrleute in die Fläche hineingehen, ist allerdings nur in Gebieten möglich, in denen – wie hier in der Gegend – keine Munition schlummert.

Ein weiteres Feld, auf dem die Feuerwehrleute Erfahrung sammeln wollten: die Wasserversorgung im Außenbereich. Die je rund 1000 bis 1200 Liter Wasser, die die Löschfahrzeuge mit sich führen, seien „schnell weg“, kommentierte Fynn Gehrung, der Pressesprecher der Feuerwehr Hildrizhausen. Deshalb wurde rechtzeitig mit zwei Tanklöschfahrzeugen ein Pendelverkehr zwischen Hildrizhausen und dem Einsatzort eingerichtet – und eine weitere Erkenntnis gewonnen: Rund zehn Minuten hat es gedauert, bis die Fahrzeuge wieder mit Wassernachschub vor Ort waren.

Gefahr von Waldbrände immer größeres Thema

Nach knapp einer Stunde war der aktive Part der Übung, bei der auch handliche Feuerpatschen und Motorsägen von den Fahrzeugen geholt wurden, vorbei. Weitere Eskalationsstufen wie die Nachforderung größerer Wasserpuffer und den möglichen Aufbau einer stationären Leitung nach Rohrau, Hildrizhausen oder zur IBM nach Ehningen, die alle knapp oder etwas über zwei Kilometer lang gewesen wären, thematisierten die Führungskräfte nur theoretisch.

Großes Lob gab es für das Engagement der Einsatzkräfte von Gärtringens Bürgermeister Thomas Riesch und Jochen Müller, dem für die Gemeindewälder in Ehningen und Magstadt zuständigen Förster. Riesch hob die gut funktionierende interkommunale Zusammenarbeit heraus. Er betonte außerdem, dass die Waldbrandgefahr ein immer größeres Thema werde: „Wir müssen uns rüsten.“

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