Fifa Club-WM in Doha Bayern-Anreise wird zur Chaos-Tour

Die Bayern wollten am Freitagabend noch nach Katar fliegen, doch daraus wurde nichts. Foto: imago images/Matthias Koch
Die Bayern wollten am Freitagabend noch nach Katar fliegen, doch daraus wurde nichts. Foto: imago images/Matthias Koch

Vom verschneiten Berlin ins warme Doha - und mit an Bord drei weitere Punkte. Alles läuft wie geplant. Die Bayern sind bereit für den nächsten Titel. Doch dann: Über sieben Stunden warten die Münchner auf den Abflug. Und es muss auch noch die Crew getauscht werden.

Berlin - Der Anreise ins sonnige Katar zum erhofften nächsten großen Titel ist für den FC Bayern zum Riesenärgernis geworden. Schleunigst hatten sie nach dem 1:0 über Hertha BSC das eisige Olympiastadion verlassen, auf zum Flughafen BER. Um 23.15 Uhr sollte Flug QR 7402 nach Katar abheben. Manuel Neuer grinste noch hinter dem Mund-Nasen-Schutz aus seinem komfortablen Sitz an Bord der Maschine.

Thomas Müller machte noch einen schnellen Schnappschuss mit beiden Daumen hoch vor den geöffneten Handgepäckablagen. Er hätte sich Zeit nehmen können. Am Samstagmorgen teilte der FC Bayern München via Twitter mit: „Wegen verweigerter Starterlaubnis hebt der FC Bayern jetzt mit mehr als siebenstündiger Verspätung zur FIFA Klub-WM nach Doha ab.“

Es ging offenbar um Sekunden

Über die genauen Gründe machten die Bayern keine Angaben. Generell herrscht auf dem Flughafen BER ein Nachtflugverbot. „Reguläre Linienflüge in der Kernnachtzeit von 0 bis 5 Uhr sind ausgeschlossen“, heißt es auf der Homepage.

Der Flieger soll um 23.59 Uhr startklar gewesen sein. Los ging es dennoch nicht. Die Spieler sollen in der Maschine gewartet haben. Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge war außer sich. „Wir fühlen uns von den zuständigen Stellen bei der brandenburgischen Politik total verarscht“, sagte er der „Bild“ und schimpfte: „Die Verantwortlichen wissen gar nicht, was sie unserer Mannschaft damit angetan haben.“

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Die Planungen der Münchner und die Vorbereitung auf die nächste Titelmission wurden jedenfalls empfindlich beeinträchtigt. Denn als die Maschine abhob, ging es erst mal zurück nach München. Die Crew musste wegen der Warterei in Berlin getauscht werden. Um 9.15 Uhr sei der Flieger von München nach Doha gestartet, hieß es von den Bayern. Die Flugzeit beträgt in der Regel etwa 5:40 Stunden.

Nach dem Sieg in bester Stimmung, mit zunächst zehn Punkten Vorsprung in der Meisterschaft hatten die Münchner das Olympiastadion verlassen. „Es wird ein schöner Flug. So haben wir uns das vorgestellt“, hatte Trainer Hansi Flick sogar noch gesagt.

Goretzka und Martinez bleiben daheim

Statt gegen Samstagmorgen im sonnigen Katar zu landen, ging es im kalten Berlin am frühen Morgen erst los - und über München nach Doha. Nicht mit an Bord waren Nationalspieler Leon Goretzka und der Spanier Javi Martínez. Sie fehlten im 22-köpfigen Kader. Sie hatten auch beim durchaus mühsamen Sieg in Berlin gefehlt. Beide müssen wegen positiver Coronavirus-Tests noch pausieren. „Wir müssen von Tag zu Tag drauf schauen“, betonte Flick. „Bei Leon sieht es etwas besser aus, bei Javi wird es wahrscheinlich nicht reichen.“

Man wolle die nächsten Tage abwarten, sagte der Erfolgscoach der Münchner und ergänzte: „Wenn es fürs erste Spiel nicht reicht, dann vielleicht fürs zweite Spiel.“

Montag gegen Al Ahly SC

Die Eingewöhnungszeit vor Ort ist für die Bayern durch die Abflugverspätung knapper geworden. Bereits an diesem Montag treffen sie als europäischer Champions-League-Sieger im Halbfinale auf Al Ahly SC aus Ägypten. Am Donnerstag kommender Woche wird das Endspiel ausgetragen. Da wollen die Bayern hin, auch das wollen sie gewinnen. „Es ist der krönende Abschluss nach der Champions League. Wir wollen uns die Krone aufsetzen“, betonte Müller.

Beim Stressprogramm mit klimatischen Extremen zählte in Berlin am Ende nur der Sieg, es war der fünfte in der Liga nacheinander. „Man kann nicht in jedem Spiel zelebrieren“, betonte Müller. Der Treffer durch Kingsley Coman in der 21. Minute war unhaltbar abgefälscht für Herthas starken Keeper Rune Jarstein. Einen Elfmeter von Robert Lewandowski hatte er zuvor pariert.




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