Figurentheater Fitz Stuttgart Ein Café, in dem Geschichten kreisen
Das Figurentheater Fitz spielt „Was die Wände verraten“, eine Hommage an den uruguayischen Dichter Eduardo Galeano.
Das Figurentheater Fitz spielt „Was die Wände verraten“, eine Hommage an den uruguayischen Dichter Eduardo Galeano.
Stuttgart - Wie lassen sich schwere Zeiten überstehen? Das Fitz stellt diese Frage zur rechten Zeit. Antwort geben möchte das Stuttgarter Figurentheater mit einem neuen Stück. Suzan Smadi spielt gemeinsam mit Birgit Maier-Dermann unter der Regie von Sigrun Kilger „Was die Wände verraten“, eine Hommage an den uruguayischen Autor Eduardo Galeano.
Galeano, geboren 1940 in Montevideo, schrieb mit seinem Buch „Die offenen Adern Südamerikas“ 1972 Geschichte von unten, musste 30 Jahre im spanischen Exil leben, kehrte 1985 in seine Heimat zurück und starb dort 2015. Das Fitz widmet sich seinem „Buch der Umarmungen“, zuerst erschienen 1991. Birgit Maier-Dermann streut mit Flöten Stimmungen ein, bekannte Melodien, improvisiert, tritt oft auch ein ins Spiel. Zuerst hilft sie, die schwere Wand in die Mitte der Bühne zu rücken, um die herum sich alles entfaltet: die Wand, auf der die Geschichten erscheinen, die Zeichen, hingekritzelt, projiziert.
Die Szene selbst bleibt unbestimmt – da sind ein Stuhl, ein Tisch, ein kahles Bäumchen, eine Orange, die plötzlich an diesem Bäumchen wächst, rote Schuhe, ein rotes Kleid, Farbtupfer im sonst dunkel gehaltenen Bühnenbild (Ausstattung: Tamara Priwitzer). Ein Café, ein Ort also, an dem die Geschichten zirkulieren, wird immer wieder zum Ort der Handlung – in ihm sitzt Suzan Smadi und nippt an einer Tasse. „Im Haus der Wörter“, erzählt sie, „gab es den Raum der Farben. In riesigen Schüsseln wurden sie angeboten, und der Dichter nahm die Farben, die er brauchte.“
„Was die Wände verraten“ versteht sich als Hommage, nicht als Einführung in das Werk von Eduardo Galenao. Dem Zuschauer, der mit diesem nicht vertraut ist, mag der Eintritt in seine Welt nicht ganz leichtfallen, denn Suzan Smadi verknüpft Galeanos Erzählungen sehr frei und assoziativ. Aber die Geschichte Südamerikas, nicht arm an schweren Zeiten, kommt hier auf die Bühne: poetisch und voller Fantasie.
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