Filderstadt Kahlschlag stößt in Filderstadt auf Unverständnis

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Die Sägeaktion an der Landesstraße zwischen Bernhausen und Plattenhardt ruft Kopfschütteln hervor. Der Leiter des Filderstädter Tiefbauamts sagt zur Arbeit des Straßenbauamts: „Wir wären da sensibler vorgegangen.“

Mit einem Häcksler wurden die Äste zu Kleinholz verarbeitet. Foto: Otto-H. Häusser
Mit einem Häcksler wurden die Äste zu Kleinholz verarbeitet. Foto: Otto-H. Häusser

Filderstadt - Der Kahlschlag an der Landesstraße 1209 zwischen Bernhausen und Plattenhardt liegt schon einige Wochen zurück. Am gestrigen Montag war es schließlich soweit, dass ein Häcksler anrückte, um die liegengebliebenen Äste zu schreddern. Die Holzschnipsel sollen in einer Heizanlage verfeuert werden.

Immer noch ist das Unverständnis über die radikale Sägeaktion des Straßenbauamts Kirchheim in der Nähe der Plattenhardter Auffahrt zur B 27 groß. Leser der Filder-Zeitung können nicht verstehen, warum dort alle Gehölze entfernt wurden. „Früher gab es sogar noch zwischen den Äckern Hecken“, sagt eine Filderstädterin, „heutzutage duldet man sie nicht mal mehr am Wegesrand.“ Da brauche man sich nicht zu wundern, dass es keine Hasen mehr auf den Fildern gebe und Vögel hätten außerdem immer weniger Nistplätze.

„Wir wären da sensibler vorgegangen“

Auch beim Leiter des Filderstädter Tiefbauamts, Norbert Branz, stößt der Kahlschlag auf Kritik. „Wir wären da sensibler vorgegangen“, sagt er. Seiner Meinung nach hätte man die Sägeaktion in zwei oder drei Abschnitte aufteilen können. Branz versteht auch nicht, warum die Bäume, die dort standen, weichen mussten. Man hätte sie auch so zurückschneiden können, dass der Verkehr auf den Feldwegen nicht behindert wird. Bis zu einer Höhe von 4,50 Meter sollen die Äste nicht in den Feldweg hineinragen. Seitens der Landwirtschaft hatte es bereits Klagen gegeben, dass dieses sogenannte Lichtraumprofil nicht gegeben sei. Aus diesem Grund habe das Straßenbauamt die Sägeaktion gemacht, sagt dessen Leiter Thorsten König. Er bezeichnet den Kahlschlag als eine ganz normale Pflegeaktion. In einem dreiviertel Jahr seien die Sträucher schon wieder ordentlich gewachsen, sodass man gar nicht mehr viel von der Schnittaktion sehe.

Filderstadts Tiefbauamtsleiter Branz lässt dies aber nur für die Hecken gelten. Wenn die auf den Stock gesetzt würden, schade das nichts. Bei einem Baum sei dies aber etwas anderes. Der treibe am Stumpf zwar auch wieder aus, wachse aber nicht ohne Weiteres zu seiner früheren Gestalt heran. Deshalb betont er nochmals: „Die Bäume hätte man stehen lassen müssen.“




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