In Feuerbach ist der Ärger über die Deutsche Post riesengroß. Nachdem die Filiale im Gebäude Stuttgarter Straße 74-74a seit Ende Januar keine typischen Post-, sondern nur noch Bankdienstleistungen anbietet, häufen sich die Beschwerden über das Unternehmen. Kundinnen und Kunden sprechen von einem „unhaltbaren Zustand“.
Für die Deutsche Post sah das erarbeitete Konzept für Feuerbach auch ohne die Stuttgarter Straße 74-74a zunächst nach einer guten Lösung aus. „Die Post- und Paketdienstleistungen können Kundinnen und Kunden wie gewohnt in vollem Umfang nutzen. Dafür steht ihnen in der Mühlstraße 28 eine neue Partnerfiliale der Deutschen Post mit den im Einzelhandel üblichen Öffnungszeiten zur Verfügung. Sie ist bereits eröffnet“, hieß es Mitte Januar bei der Postbank.
Doch wie sich schnell herausstellen sollte, war die Partnerfiliale, in der auch eine Reinigung zu finden ist, viel zu klein, um dem Kundenansturm Stand zu halten. Die Räumlichkeiten seien zu eng, deshalb könne auch kein zusätzlicher Schalter eingerichtet werden, sagt Feuerbachs Bezirksvorsteher Johannes Heberle.
Lange Schlangen bilden sich vor der Filiale
„Ich möchte in keinster Weise die engagierten Menschen dieser Wäscherei kritisieren. Dazu habe ich keinen Grund“, schreibt uns ein Leser. „Was jedoch an diesem Standort schwer erträglich ist, ist die räumlich extrem beengte Situation. Bei mehr als zwei Kunden bildet sich eine Warteschlange vor dem Geschäft.“ Der Bürgersteig an der viel befahrenen Feuerbacher-Tal-Straße sei eh schon sehr schmal. Für Personen mit Kinderwagen oder im Rollstuhl stelle das ein großes Problem dar. „Und direkt neben dem engen Bürgersteig donnert der Verkehr vorbei. Ein falscher Schritt oder eine unbedachte Wendung und man wird vom Linienbus geknutscht oder kommt unter die Räder eines schweren Lkw. Aus meiner Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis dort ein schwerer Unfall passiert.“ Vom Warten bei Wind und Wetter, einer mangelnden Abstellmöglichkeit für Fahrräder oder gar Parkplätzen ganz zu schweigen. „Auf jeden Fall liegt Feuerbach wie Hintertupfingen jetzt in der Wüste: der Deutschen Post AG Servicewüste“, sagt der Leser aus Feuerbach.
Auch der Bezirksvorsteher wird in einem Brief an die Post deutlich: Die derzeitige Lösung, die Partnerfiliale alleine für die Feuerbacher Innenstadt mit Postdienstleistungen zu beauftragen, sei für den Stadtbezirk, deren Einwohnerinnen und Einwohner weder zufriedenstellend noch ausreichend. „Das wird auch an der Vielzahl der Beschwerden, die mich erreicht haben, deutlich. Daher bitte ich Sie inständig nach einer geeigneten und schnellen Lösung zu suchen.“
Nun hat die Deutsche Post reagiert: „Zur Erweiterung des Angebotes in Feuerbach werden wir zwei Änderungen vornehmen: Im Presseshop in der Stuttgarter Straße 59 wird zum 15. April eine Filiale eingerichtet, die die wesentlichen Dienstleistungen erbringt (Pakete, Briefe, Briefmarken. . .)“, sagt Pressesprecher Marc Mombauer. „Bei SJ Mobiles in der Leobener Straße 38 wird zum 18. März ein zusätzlicher Paketshop eingerichtet. Damit haben wir ab Mitte April neun Annahme- und Ausgabestellen in Feuerbach. Sehr gerne würden wir weitere Packstationen aufstellen, finden jedoch keine Flächen, die wir hierfür anmieten können.“