Film-Krise in Heidelberg Dem Kinosterben soll entgegnet werden

Von Johanna Eberhardt 

Inzwischen haben die Probleme der Kinowelt auch die Stadtverwaltung auf den Plan gerufen. Bereits vor den Schließungsplänen habe man sich mit dem Thema befasst, teilte das Rathaus mit. Dabei habe man für den Gemeinderat Vorschläge entwickelt, deren Ziel es sei, "dem Kinosterben entgegenzuwirken und Perspektiven für ein attraktives Angebot zu entwickeln".

Der Kinostandort Heidelberg leide seit Jahren, heißt es in einer Vorlage für den Gemeinderat. Nachdem es im Jahr 2000 in Heidelberg noch sieben Kinos mit insgesamt 15 Leinwänden und 2684 Sitzen gegeben habe, würden - nach der Schließung - nur noch drei mit 432 Plätzen übrig bleiben. Daher bestehe "Handlungsbedarf". Man wolle Heidelberg als Kinostandort erhalten, weiterentwickeln und "an früheren Stärken anknüpfen".

Stadt hält neuen Standort für besser

Offenbar aber will man nicht unbedingt am bisherigen Ort bleiben. Im Harmonie-Komplex mit seinem repräsentativen Eckgebäude, das einst dem Bischof von Worms gehörte, würde die Stadt, wie schon länger bekannt, lieber ein Textilkaufhaus sehen. Offen ist, ob es darüber schon Verhandlungen mit den Eigentümern gegeben hat.

Nach den bisherigen Erfahrungen sehe man auf Dauer wenig Chance für ein Kino an dieser Stelle, sagt eine Sprecherin der Stadt. Nach allem, was man von Experten höre, würde sich eine Ausstattung der alten Räume mit neuer Technik kaum rentieren. Um ein attraktives neues Kino anzusiedeln, halte man daher einen neuen Standort für besser. Die Verwaltung hat einen Platz in der Altstadt und vier am Rand des Zentrums vorgeschlagen.