Filmfestspiele in Cannes Demonstrationen auf dem roten Teppich

Die brasilianischen Schauspielerinnen Maeve Jinkings und Sonia Braga (von links) demonstrieren mit der Produzentin Emilie Lesclaux gegen die politischen Entwicklungen in Brasilien. Foto: DPA 11 Bilder
Die brasilianischen Schauspielerinnen Maeve Jinkings und Sonia Braga (von links) demonstrieren mit der Produzentin Emilie Lesclaux gegen die politischen Entwicklungen in Brasilien. Foto: DPA

In Cannes zeigen Filmschaffende ihre Werke und die Stars präsentieren ihre Outfits. Doch auch für politische Demonstrationen bietet der Filmwettbewerb eine Bühne.

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Cannes - Politische Demonstrationen, ernste Filme und wilde Partys: Der rote Teppich der Filmfestspiele in Cannes wird von den Stars nicht nur genutzt, um sich selbst in Szene zu setzen.

Der eigene Film trat zum Beispiel in den Hintergrund, als ein brasilianisches Filmteam den roten Teppich betrat: „Stoppt den Putsch“ und „Brasilien ist keine Demokratie mehr“ – Mit derlei deutlichen Botschaften setzte das Team um den Regisseur Kleber Mendonça Filho am Dienstag ein Zeichen. „Wir werden uns wehren“, lautete ein weiterer Slogan auf den weißen Schildern, die die Schauspieler und Produzenten des Wettbewerbsfilms „Aquarius“ in den Händen hielten. Der Protest der Crew richtete sich gegen die Absetzung der brasilianischen PräsidentinDilma Rousseff, die in der vergangenen Woche zunächst für 180 Tage vom Amt suspendiert wurde. Ihr wird vorgeworfen, Haushaltszahlen geschönt zu haben, um vor der Präsidentschaftswahl 2014 ihre Chancen zu verbessern. Die suspendierte Staatspräsidentin reagierte via Twitter auf den Protest in Cannes und schrieb: „Danke für eure Unterstützung!“ Der Film „Aquarius“, eine von Kritikern gelobte Geschichte aus der Mitte der brasilianischen Gesellschaft, ist der einzige brasilianische Film im Wettbewerb in Cannes.

Jeff Nichols in einem Film gegen Diskriminierung

Der australische Leinwandstar Joel Edgerton (41) setzt dagegen auf leise Töne. Er habe mit „Loving“ seine Erfüllung als Schauspieler gefunden. Der Film von Jeff Nichols sei der Höhepunkt seiner Erfahrung als Darsteller gewesen, sagte er am Dienstag beim Filmfestival in Cannes. Das Drama handelt von Richard Loving, einem weißen Arbeiter, der verurteilt wurde, weil er 1958 im US-Bundesstaat Virginia eine Schwarze heiratete. Edgerton spielt in „Loving“ den in sich gekehrten und verschlossenen Richard. Er habe gelernt, dass Schweigen viel aussagen könne. Zuletzt war Edgerton in „Midnight Special“ zu sehen, ebenfalls von Nichols, sowie in „Der große Gatsby“ an der Seite von Leonardo DiCaprio. Das Drama „Loving“ läuft im Wettbewerb von Cannes.

Abseits des roten Teppichs wird bei den Partys ordentlich gefeiert. Hier geht es nicht mehr darum, mit Inhalten zu punkten, sondern mit den Outfits. Die Bilder zu der Party des Juweliers De Grisogono sehen Sie in unserer Bildergalerie.




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