Filmkritik: „Die letzte Sau“ Zwergenaufstand auf Schwäbisch

Von Wolfram Hannemann 

Kleinbauern sind die großen Verlierer der modernen Landwelt. Gegen Mastfabriken haben sie keine Chance. Die ruppige Komödie „Die letzte Sau“ erzählt von einem Kleinbauern, dem darum der Kragen platzt.

Kleinbauer Huber am Ende: Ihm ist wenig mehr geblieben als sein Motorrad und das Titeltier von „Die letzte Sau“. Foto: Dr 7 Bilder
Kleinbauer Huber am Ende: Ihm ist wenig mehr geblieben als sein Motorrad und das Titeltier von „Die letzte Sau“. Foto: Dr

Stuttgart - Als ein Meteorit seinen maroden und überschuldeten Hof in Schutt und Asche legt, hat Kleinbauer Huber (Golo Euler) die Nase voll: Er packt sein letztes Schwein in den Beiwagen seines klapprigen Motorrads und fährt los, um Front zu machen gegen die Großbauern, die Betriebe wie seinen ruinieren. An den Kernaussagen der melancholischen Komödie „Die letzte Sau“ gibt es nichts zu rütteln: Kleinbauern mit artgerechter Tierhaltung haben keine Chance gegen riesige Mastbetriebe. Zu Recht sagt Bauer Huber: „So geht es nicht weiter!“ Warum das Offensichtliche zusätzlich aus dem Off auf Schwäbisch erklärt wird, bleibt ein Rätsel.

Der im Nördlinger Ries aufgewachsene Aron Lehmann hat erste Regieerfahrungen in der Mumblecore-Szene gemacht, und das merkt man. Er überzeugt technisch, setzt Kamerakran, Surround-Sound und Cinemascope ein. Mancher Dialog aber wirkt improvisiert, manche Szene unbeholfen inszeniert (etwa, wenn Bäuerin Birgit singen darf), der Film insgesamt nicht ausbalanciert: ein zunächst witziger Banküberfall endet in einem Blutbad.

Letztlich ist dieser Film ein Märchen, das allerdings vielen Bürgern aus dem Herzen sprechen dürfte. Sagt Huber, als er ein Privatgrundstück betritt, das den freien Zugang zu einem See versperrt: „Des isch mei See wia dei See.“

Die letzte Sau. Deutschland 2016. Regie: Aron Lehmann. Mit Golo Euler, Rosalie Thomass. 86 Minuten. Ab 12 Jahren.