Göppingen Volksbank plant neue Filiale

Von Philipp Braitinger 

Das persönliche Gespräch bleibt vielen Kunden auch im Zeitalter der Digitalisierung wichtig. Das Geldhaus eröffnet im Herbst in Rechberghausen einen weiteren Standort.

Die Präsenz vor Ort bleibt der Volksbank wichtig. Foto: Horst Rudel/Archiv
Die Präsenz vor Ort bleibt der Volksbank wichtig. Foto: Horst Rudel/Archiv

Göppingen - Der Trend ist klar. Immer häufiger erledigen Bankkunden ihre Finanzgeschäfte mehr oder weniger selbst, mit dem Smartphone oder am Computer. Laut der Volksbank wünschen sich aber viele Kunden auch einen Ansprechpartner vor Ort. „Die Filiale hat für uns daher eine sehr hohe Bedeutung“, betont der Göppinger Volksbank-Vorstand Hermann Sonnenschein. Die Bank möchte im Herbst am Schlossplatz in Rechberghausen eine neue Niederlassung eröffnen, wo sich bis zu drei Mitarbeiter um die Kunden kümmern sollen. Dies teilte der Vorstand am Donnerstagvormittag mit.

Spannungsfeld Digitalisierung und Filialgeschäft

Mit dem neuen Standort sollen vor allem die Menschen auf dem östlichen Schurwald halbtags mit einem Serviceberater versorgt werden. In den Niederlassungen in Adelberg und Wäschenbeuren gibt es zwar einen Bankberater, der Kunden zu Themen wie Finanzierungen berät. Einen Servicemitarbeiter, der sich beispielsweise um eine Überweisung oder Einzahlung kümmert, gibt es dort aber nicht.

Selbstverständlich ist die Eröffnung einer neuen Filiale insbesondere angesichts der momentanen Herausforderungen, mit denen die Bankenbranche zu kämpfen hat, nicht. Vor allem die weiterhin niedrigen Zinsen erschwerten das Geldverdienen, erklärt der Vorstand Lukas Kuhn. Dass die Zinsen bald steigen, glaubt er nicht. „Wir gehen weiter von niedrigen Zinsen aus“, sagt er. Gleichzeitig steht die Volksbank wie andere Geldhäuser auch, vor der Aufgabe, ihre digitalen Angebote weiter auszubauen. „Das wird immer wichtiger“, meint Kuhn. Damit die Bank nicht im Spannungsfeld zwischen Filialen und Digitalisierung zerrieben wird, müssen die Zahlen stimmen. Und das tun sie, wie der Vorstand bei einem Bilanzpressegespräches erläuterte.

Viele Baufinanzierungen

„Wir hatten ein erfreuliches Kundengeschäft“, sagt Kuhn. Im Vergleich zum Vorjahr wurde 2018 ein Plus von 6,2 Prozent erzielt. Das Wachstum der Bank sei stabil und gesund, was am Anstieg der Eigenkapitalquote zu sehen sei. Das Eigenkapital legte um 3,9 Prozent zu. Einen Verlust von minus 10,4 Prozent vor Steuern verbuchte die Bank beim Ergebnis im Vorjahresvergleich. Auch die Zahl der Mitarbeiter hat um fünf Prozent abgenommen.

Das Kreditgeschäft mit den Firmenkunden hat um 5,7 Prozent zugenommen, das mit den Privatkunden um 6,3 Prozent. Im Fünfjahresvergleich ist das Kundenkreditvolumen um 23 Prozent angestiegen, das Eigenkapital ist um 33 Prozent gewachsen. 163 Millionen Euro wurden 2018 allein für Baufinanzierungen zugesagt. Davon wurden 41 Millionen Euro wiederum über Onlineplattformen abgeschlossen. Sonnenschein schätzt, dass bis zum Jahr 2025 die Hälfte der Kreditverträge zur Baufinanzierung online abgeschlossen wird. „Die Kunden informieren sich erst einmal im Internet und gehen nicht mehr zwangsläufig in eine Filiale“, erklärt er.

Andererseits wurden 2018 noch Dreiviertel der Baufinanzierungen von einer Filiale abgewickelt, unterstreicht der Vorstand die momentane Bedeutung der Niederlassungen. Gleichzeitig seien bereits heute rund 60 Prozent aller Konten für das Onlinebanking freigeschaltet. Die Filialen würden vor allem für Servicethemen wie beispielsweise Überweisungen immer seltener genutzt.