Anglerverein zum Fischsterben im Max-Eyth-See „Größte Naturkatastrophe, die es in Stuttgart je gegeben hat“

Von Julika Wolf 

Die Stadt Stuttgart arbeitet auf Hochtouren daran, wieder Sauerstoff in den Max-Eyth-See zu bekommen. Doch der Vorsitzende des Württembergischen Anglervereins spricht bereits von der „größten Naturkatastrophe, die es in Stuttgart je gegeben hat“.

Tote Fische im Max-Eyth-See. Foto: Andreas Rosar /Fotoagentur Stuttgart 4 Bilder
Tote Fische im Max-Eyth-See. Foto: Andreas Rosar /Fotoagentur Stuttgart

Stuttgart - Nachdem der Max-Eyth-See am Wochenende gekippt war, ist das Technische Hilfswerk (THW) auch weiterhin mit Pumpen vor Ort. Noch bis zum Samstagmorgen soll der See so „belüftet“ werden, teilt die Stadt Stuttgart mit. Seit dem Wochenende waren aufgrund von Sauerstoffmangel Tausende Fische gestorben.

Am Montagabend konnte die Stadt trotz der Stützmaßnahmen nur eine geringfügige Verbesserung der Situation feststellen. Deshalb forderte sie beim THW weitere Pumpen an, außerdem spezielle Düsen. Die verschiedenen Pumpen seien in Absprache mit dem Anglerverein im See platziert worden. Die Pumpen entnehmen Wasser aus dem See, welches dann in der Luft mit Sauerstoff angereichert wird. Dieses Wasser wird dann in den See zurückgegeben. Doch diese Maßnahme scheint bisher offenbar nicht ausreichend zu greifen. Am Dienstagabend sprach Hans-Werner Schock, der Vorsitzende des Württembergischen Anglervereins, von der „größten Naturkatastrophe, die es in Stuttgart je gegeben hat“. Seine Leute hätten nicht nur zigtausende tote Fischer eingesammelt, sondern auch tote Krebse, Muscheln, Schildkröten entdeckt.

Patrick Holuba, der stellvertretende Ortsvorsitzende des THW Stuttgart, bestätigte unserer Zeitung am Dienstagabend: „Ja, es sind tote Fische im See – wir versuchen, den Sauerstoffgehalt im See zu erhöhen.“ Mit Unterstützung der Ortsverbände Böblingen, Backnang und Ludwigsburg habe man die Pumpleistung auf 21 000 Liter pro Minute erhöht.

Zunächst werde damit auf das akute Problem reagiert, damit die Fische nicht weiterhin verenden. Über langfristige Maßnahmen werde die Stadt sich in Zukunft mit Experten beraten müssen.

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