Flüchtlinge in Stuttgart Ehrenamtliche engagieren sich vorbildlich

Von Natalie Diedrichs 

Der Wunsch, Flüchtlingen zu helfen, ist bei vielen Stuttgartern ungebrochen – die ehrenamtlich tätigen Bürger der Stadt setzen damit auch ein Zeichen gegen Rechts. Wer sich ebenfalls für Flüchtlinge engagieren möchte, ist jederzeit willkommen.

In den Flüchtlingsunterkünften engagieren sich viele ehrenamtliche Stuttgarter Freundeskreise. Foto: dpa
In den Flüchtlingsunterkünften engagieren sich viele ehrenamtliche Stuttgarter Freundeskreise. Foto: dpa

Stuttgart - Das Engagement der Stuttgarter in Sachen Flüchtlingshilfe ist vorbildlich. Darin sind sich zumindest die Stadt Stuttgart wie auch die betreuenden freien Träger einig. „Die Leute nehmen uns viel ab, was Hauptamtliche gar nicht leisten können“, sagt beispielsweise Georg Cechan von der Arbeiterwohlfahrt. Darüber hinaus setze die überwältigende Unterstützung auch Signale gegen rechts.

„Flüchtlinge sind hier willkommen und erhalten Hilfe“, so Cechan. Insgesamt 1300 Helfer setzen sich in Stuttgart ehrenamtlich ein. Lokale Freundeskreise engagieren sich etwa bei der Betreuung der Betroffenen in den derzeit 75 Flüchtlingsunterkünften in Stuttgart.

Auch die Evangelische Gesellschaft (eva) ist insgesamt zufrieden mit der Unterstützung. Momentan gebe es sehr viele Engagierte. „Das hängt nicht zuletzt mit der guten Organisation durch die Stadt Stuttgart zusammen“, so ein Sprecher.

Immer noch Bedarf an Ehrenamtlichen

Dem Sozialamt zufolge besteht aber dennoch nach wie vor Interesse an freiwilligen Helfern, weil die meisten Ehrenamtlichen zeitlich begrenzt tätig sind. „Besonderen Bedarf gibt es natürlich immer dort, wo neue Unterkünfte entstehen“, sagt Stefan Spatz, Amtsleiter des Sozialamtes Stuttgart. Im Rahmen der sogenannten vierten Tranche ist beispielsweise der Stadtteil Degerloch dazugekommen. Interessierte können sich an die ortsansässigen Freundeskreise wenden.

Aktuell sucht die Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt e.V. (AGDW) in der Sillenbucher Gegend noch Ehrenamtliche, die sich in einem Mentorenprogramm für Jugendliche engagieren. Dabei geht es darum, Flüchtlinge, aber auch andere Jugendliche aus einem sozial-schwachen Umfeld zu betreuen.

„Die Aufgaben sind ganz individuell“, sagt Projektleiterin Gisela Küllmer. Von Hausaufgabenbetreuung bis hin zu gemeinsamer Freizeitgestaltung sei dabei alles möglich. Für das Ehrenamt sollte man regelmäßig zwei Stunden in der Woche einplanen. Weitere Bildungspatenprojekte in verschiedenen Stadtteilen sind auf der Internetseite der Stadt Stuttgart zu finden.

Interkulturelles Interesse ist wichtige Qualifikation

Die Voraussetzungen für die Ausübung eines solchen Ehrenamtes sind vielfältig. „Die wichtigsten Qualifikationen sind Offenheit und interkulturelle Sensibilität“, sagt Spatz vom Sozialamt. Ehrenamtliche brächten in der Regel eigene Berufs- und Lebenserfahrung in ihr Engagement mit ein.

Darüber hinaus seien laut Gisela Küllmer auch Geduld und Zeit besonders relevant. Allerdings fordert die AGDW auch die Beantragung eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses, um sich für die Aufgaben zu qualifizieren.




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