Flugfeldklinik Planer mit Klinikbauerfahrung

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Die Architekten für den Bau des neuen Krankenhauses auf dem Flugfeld sind gefunden. Sie werden bis 2024 mit 15 Millionen Euro honoriert.

Das Planerteam für die Flugfeldklinik steht fest: Guido Meßthaler, Ralf Landsberg und Albrecht Randecker (von links). Foto: factum/Bach
Das Planerteam für die Flugfeldklinik steht fest: Guido Meßthaler, Ralf Landsberg und Albrecht Randecker (von links). Foto: factum/Bach

Böblingen/Sindelfingen - Ein rheinländisch-schwäbisches Architektenteam soll die Flugfeldklinik planen. Zwölf Büros hatten sich beworben, acht hatten die gestellten Anforderungen erfüllt. Die Bietergemeinschaft HDR GmbH und h4a Gessert und Randecker setzte sich klar durch. Sie erhielt den Zuschlag, für 15 Millionen Euro die 700-Betten-Klinik zu planen und den Bau bis zur geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2024 zu koordinieren und zu leiten.

Hinter dem sperrigen Geschäftsnamen stehen Architekten mit großer Erfahrung. Guido Meßthaler, der Geschäftsführer des Düsseldorfer Büros HDR, hat mit seinem Team bereits das Krankenhaus in Villingen-Schwenningen gebaut, das 2013 eröffnet worden ist. Momentan planen er und seine Mitarbeiter eine Klinik für die amerikanischen Streitkräfte in Landsberg sowie ein privates 1000-Betten-Krankenhaus in Wiesbaden. Der Kooperationspartner Albrecht Randecker vom Stuttgarter Büro h4a hat Erfahrungen beim Bau eines Ärztehauses für die Göppinger Klinik gesammelt. Beide Architekturbüros mit zusammen 380 Mitarbeitern haben schon viele öffentliche Bauten erstellt und sind erfahren in der digitalen Bauplanungsmethode BIM, die auch bei der Flugfeldklinik zum Zuge kommen soll.

Mit rheinischem Frohsinn und schwäbischer Genauigkeit

Mit „rheinischem Frohsinn und schwäbischer Genauigkeit“ werde man die Aufgabe angehen, versprach Meßthaler. Seine Mitarbeiter seien Experten für die Planung einer funktionalen Klinik. Der Kooperationspartner Randecker liefere das städtebauliche Know-how. „Wir werden mit h4a ein gemeinsames Team bilden mit etwa 15 Mitarbeitern, die die Flugfeldklinik planen und bauen“, sagte Ralf Landsberg, der Projektleiter von HDR. In den kommenden Wochen soll zunächst ein Terminplan erstellt werden. Im Frühjahr wollen die Planer dann einen ersten Gebäudeentwurf vorlegen.

„Für uns ist dies ein Tag großer Freude“ betonte der Geschäftsführer Guido Meßthaler. Hatte sich seine Firma doch bereits am städtebaulichen Wettbewerb für die Flugfeldklinik beteiligt, aber nur den vierten Platz belegt. Dafür machte sie nun bei der Vergabe der Architektenleistungen das Rennen. „Wir haben mit den Siegerentwürfen den Rahmen für die Planung vorgegeben. An diesen werden wir uns halten“, erklärte Meßthaler. So sehen diese Entwürfe vor, die Patientenzimmer in Richtung Langer See anzuordnen und die Operations- und Behandlungsräume entlang der stark befahrenen Calwer Straße.

„Heilende Räume“

„Wir legen nicht nur Wert auf die Funktionalität der Klinik und darauf, den Kosten- und Terminrahmen einzuhalten, sondern bei uns stehen die Menschen, für die wir bauen, im Mittelpunkt“, betonte der Architekt. Dabei gehe es nicht nur darum, „heilende Räume für die Patienten“ zu bauen, sondern auch ein Haus, in dem sich die Ärzte und Pfleger wohlfühlten und optimale Arbeitsbedingungen hätten.

Das Areal auf dem Flugfeld biete genügend Raum auch für spätere Entwicklungen, versicherte Meßthaler. „Auch für eventuelle Erweiterungen ist Platz.“ Wichtig sei dabei, dass der Landkreis bald die geplanten Erweiterungsflächen dazu kaufe. Über 17 000 Quadratmeter als Reserve für spätere potenzielle Erweiterungen wird momentan mit dem Zweckverband Flugfeld verhandelt. Das eigentliche Areal für den Klinikbau ist 50 000 Quadratmeter groß. „In der Medizin entwickelt sich ständig alles weiter. Deshalb müssen wir Flächen für mögliche spätere Erweiterungen vorhalten“, erklärte der Landrat Roland Bernhard. Er betonte, dass ein Umbau eines der bestehenden Krankenhäuser keine Alternative zum Neubau sei. „Heute hat man in der Medizin ganz andere Anforderungen. Zum Beispiel gab es vor 50 Jahren noch keine zentrale Notaufnahme.“ Die Flugfeldklinik hingegen solle so gebaut werden, dass man auch später flexibel auf Veränderungen reagieren könne.