Wenn der Staat Förderungen ausschüttet, hat dies in der Regel Mitnahmeeffekte zur Folge. Sprich, Branchen oder Firmen, die gezielt davon profitieren. Seit dem 1. Januar 2024 haben sich die Förderungen für den Heizungstausch geändert. Je nach Einkommenssituation kann man – für Investitionskosten von 30 000 Euro – bis zu 70 Prozent Förderung bekommen. Ist das der Grund dafür, dass der Preis für Wärmepumpen in Deutschland nicht fällt?
Seit Jahresbeginn sei kein „signifikanter Preissprung“ zu verzeichnen, sagt Sandra Duy von Finanztip. Nach wie vor bezahlt man laut Verbraucherzentrale für eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus zwischen 20 000 und 45 000 Euro. „Wir glauben, dass vor allem die Lieferkettenproblematik die Preise in den letzten zwei Jahren nach oben getrieben haben“, sagt Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Um Mitnahmeeffekte möglichst gering zu halten, habe der Gesetzgeber den förderfähigen Betrag auf 30 000 Euro gedeckelt.
Preise in Deutschland höher als in Großbritannien
Die Preise in Deutschland sind um einiges höher als beispielsweise in Großbritannien, wo Wärmepumpen schon für 8000 Euro zu haben sind. Man könne die beiden Länder nicht miteinander vergleichen, sagt Sandra Duy. In Großbritannien seien die Häusertypen ähnlich bis gleich, das mache den Einbau einfach. „Das ist in Deutschland gar nicht so“, sagt sie. „Da sind alle Häuser anders gebaut.“ Das habe automatisch Auswirkungen auf Preise.
Abgesehen davon schlägt auch der Fachkräftemangel durch. In anderen Ländern, beispielsweise im Norden Europas, sei die Wärmepumpe längst eine Standardtechnologie. Hierzulande seien Heizungsbauer immer noch nicht durchgängig geschult, sagt Sandra Duy. Sie verspricht sich etwas vom Aufbauprogramm Wärmepumpen des Bundes; es soll das Wissen über die neue Heiztechnologie in die Breite des Handwerks tragen.
Förderung für Heizungstausch sei trotzdem richtig
Diese Knappheit an allen Ecken und Enden ist für manche verlockend, denn an ihr lässt sich meist gut verdienen. In einer Hochlaufphase, wie sie Deutschland gerade erlebt, sei gegen Mitnahmeeffekte wenig zu machen, sagt Sandra Duy. Dass der Umstieg gefördert werde, sei trotzdem richtig. Sobald das Angebot an Wärmepumpen steige, sinke der Preis. Wie schnell und wie stark, da will sich Duy nicht festlegen. Sie gehe aber davon aus, „dass sie sich einpendeln werden wie in anderen Ländern auch“.
„Fast alle Hersteller fahren im Moment ihre Produktionskapazitäten für Wärmepumpen hoch“, sagt Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg „Auch asiatische Hersteller drängen zunehmend auf den deutschen Markt.“ Experten würden damit rechnen, dass die Preise für Wärmepumpen in spätestens zwei Jahren deutlich sinken werden. „Das haben wir aber auch schon 2022 gesagt und derzeit herrscht Flaute, und die Preise bewegen sich nicht deutlich nach unten“, sagt Bauer.
Momentan zeigen sich die Leute beim Heizungstausch allerdings eher verhalten, wie der Verbraucherschützer feststellt. Das liege auch daran, dass die Förderung bisher nur für Einfamilienhäuser beantragt werden kann, Mehrfamilienhäuser folgen im Herbst.