Einmal ganz in Ruhe durch den zoologisch-botanischen Garten flanieren oder sich am Seerosenteich bei den Magnolienbäumen auf dem Rasen mit Picknickdecke niederlassen. Dazwischen an den Ständen mit Getränken und Kulinarischem versorgen. Die entspannte Atmosphäre war allerorten spürbar. Vor dem Maurischen Landhaus hatten es sich die zsahlreichen Gäste gemütlich gemacht, um auf den Seerosenteich und die Bühne zu blicken. Gisela Müller aus Weilimdorf ist seit vielen Jahren hier, „der Atmosphäre und des Programms“ wegen. Besucherin Andrea Leon aus Winterbach ist sogar Patin eines Pfeilgiftfrosches im Amazonienhaus. „Ich liebe Frösche“, sagt sie. Die quakten nicht am Seerosenteich, dafür sorgte die Band „Acoustic Groove“ für entspannte Rhythmen. Inge Meindl, seit vielen Jahren Vereinsmitglied, gefielen „die vielen Leute, die alle so gut gelaunt“ waren. Auch Martin Mäule aus Münster stellt fest: „Es ist super bestuhlt. Die Leute sind beglückt. Die Wilhelma in den Abendstunden hat ihren Reiz.“
Besonders gut gelaunt war Freitagabend auch der Vereinsvorsitzende Georg Fundel im Gespräch mit Moderatorin Tatjana Geßler, denn er hatte eine gute Nachricht im Gepäck: „Wir haben die Marke der 35 000 Mitglieder überschritten. Wir sind damit Europas größter Zoo-Förderverein und vielleicht sogar weltweit.“ Der zweitgrößte Verein Stuttgarts erfreue sich großer Beliebtheit.
Die Attraktivität des Vereins erklärt er folgendermaßen: „Der Verein ist maximal attraktiv mit Reisen und Vorträgen und die Mitglieder durften schon vor der Eröffnung die Terra Australis besuchen.“ Mehr als 3500 Mitglieder haben am 23. Juni die Möglichkeit genutzt. Sie seien ganz begeistert gewesen, was aus dem alten Menschenaffenhaus geworden ist und wie sich das Haus in ein modernes Zuhause für australische Tiere gewandelt habe, berichtet die Geschäftsführerin des Wilhelma-Fördervereins, Nicole Englert. Der Umbau habe sich gelohnt, so die einhellige Meinung.
1,5 Millionen für die Terra Australis gespendet
Der Verein der Förderer und Freunde der Wilhelma hat für die Terra Australis, das Glasdach und ein Artenschutzprojekt in Australien insgesamt 1,5 Millionen Euro Zuschuss gegeben. Fundel ist sich sicher: „Die Koalas werden der Wilhelma einen Schub geben.“ Die vier australischen Beuteltiere sind am 30. Juni gut gelandet und befinden sich noch in Quarantäne, bis am 25. Juli die Terra Australis geöffnet wird. „Ihnen geht es gut“, sagt der Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin. Sie fressen den angebotenen Eukalyptus und nehmen zu. Alle fiebern auf die Eröffnung des Hauses hin. „Dank des Vereins muss man nicht nach Australien reisen, wenn man Koalas erleben möchte“, sagt Fundel. Die Pflegerin Michele Barnes, die die vier Tiere von der Dreamworld Wildlife Foundation im Flugzeug nach Stuttgart begleitet hatte, ist wieder zurück in Australien und dort für die Koalas im Einsatz.
Auch Moderatorin Tatjana Geßler, die durch das Programm führte, ist ein großer Zoo-Fan: „Die Wilhelma ist meine zweite Heimat“. Hier habe sie viele Sendungen gedreht und heute moderiere sie zum zehnten Mal. Ihr gefällt in der Wilhelma „die Mischung aus Zoo und Botanik, das ist weltweit einzigartig“.
Terra Australis und asiatischer Schaubauernhof öffnen
Davon konnte auch Kölpin auf der Bühne am Seerosenteich den vielen Besuchern vorschwärmen. Er kündigte neben der Eröffnung der Terra Australis auch die des asiatischen Schaubauernhofs an. Ins Großterrarium zögen australische Buntwarane ein und die Tigeranlage, die im Bau sei, werde nächstes Jahr öffnen. Auch hoffe er, dass das Geld für die Elefantenanlage in den nächsten Landeshaushalt aufgenommen werde, sodass sie 2025 gebaut werden könne. Damit die Wilhelma, die derzeit die Top 5 in Europa sei, unter die Top 3 komme.
Der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma
Seit 1956
setzt sich der Förderverein für den Erhalt der Einzigartigkeit und Weiterentwicklung der Wilhelma ein.
Förderung
Mit Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Erbschaften finanziert er nur Projekte der Wilhelma. Seit seiner Gründung kamen rund 20 Millionen Euro zusammen.